Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Lesermeinung „Jetzt sind Politik und Handel in der Pflicht“
Mehr Meinung Lesermeinung „Jetzt sind Politik und Handel in der Pflicht“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:42 21.05.2019
Rund 18 Millionen Lebensmittel landen jährlich deutschlandweit in der Mülltonne. „Es müssen Aufklärungskampagnen her.“ Quelle: Patrick Pleul/dpa
Rostock

Schlechte Noten für MV in puncto Lebensmittelwertschätzung: Die Umweltorganisation WWF hat anhand ihres Engagements gegen Verschwendung alle 16 Bundesländer in drei Gruppen eingeteilt: Pioniere, Mittelfeld – und Nachzügler. Der Nordosten reiht sich etwa neben Hamburg und Niedersachsen in die letztere Gruppe ein. Überprüft worden sei, wer sich seit Langem systematisch mit dem Thema befasse – und wo nur ganz vereinzelt Maßnahmen zur Abfallvermeidung ergriffen wurden. OZ-Leser berichten von eigenen Strategien und fordern die Politik zum Handeln auf.

Dorian Brode meint: „Wenn man einfach das kauft, was man essen will, hat man doch eigentlich kaum was übrig. Und das, was dann mal übrig ist, kann man ja in einem Reste-Essen verwerten. Aufläufe oder Suppen sind doch super geeignet, um jene Reste aufzubrauchen.“ Ralph Peise schreibt, das Wegwerfen sei der eine Punkt. „Aber zum anderen ist auch der Gesetzgeber gefordert. Und der könnte ganz massive Verbesserungen durchsetzen, etwa Strafen fürs Containern ausschließen oder noch besser: Den Handel verpflichten, Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden, an Tafeln und Bedürftige abzugeben. Auch könnten Änderungen bei der Verordnung zum Mindesthaltbarkeitsdatum in die Wege geleitet oder aber mehr Aufklärungskampagnen zu dem Thema gestartet werden“, befindet Peise. Kathrin Krüger mahnt an, man solle nichts verschwenden, was übrig bleibt. „Das Nicht-Verzehrte wird entweder eingefroren oder den Hühnern, Katzen und Schafen gegeben. Früher gab es die sogenannte Speckitonne. Da kamen alle Speise-Abfälle rein, und das wurde dann für die Schweinemast abgeholt. Das wäre doch ein Ansatz. Und natürlich muss eine eigene Sorgfalt im Umgang mit den Lebensmitteln herrschen.“ Auch Jana Kirchner betont: „Rechtzeitig einfrieren“ sei ein guter Weg. Michael Schuhmacher berichtet, seine Familie esse „fast ausschließlich das, was Supermärkte wegwerfen. Der Kühlschrank ist voll und alles ist ganz legal. Das nennt sich Lebensmittelhilfe. Das kann man mit diversen Supermärkten absprechen und mittlerweile bewegt sich da was.“

Karsten Kolbe versucht ebenfalls „mit Bedacht einzukaufen“. Er erzählt, dass er sich vorab überlegt, „was die nächsten Tage auf den Tisch soll? Was ist noch zu Hause und was muss man noch einkaufen? Das hilft uns, gegen Impulseinkäufe, und es spart nebenbei auch noch den einen oder anderen Euro.“ Sil Via fügt hinzu: „Ich kaufe nur so viel ein wie ich brauche. Wenn doch mal Brot austrocknet oder etwas anderes über bleibt, freuen sich die Kaninchen und Hühner von meinem Kollegen.“ Frank Körner ist überzeugt: „Alles geht rein. Entweder Kompost, Kois, Hund oder ich – Nichts wandert in den Abfall.“ Und Michael Windhorn sagt, natürlich sei es schwierig. Aber als erstes sollte man bitte satt einkaufen gehen. Das spart ein Viertel Lebensmittel.“

Juliane Lange

Offene Stellen und unbesetzte Lehrstellen: Tausende Erwerbstätige gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Hinzu kommt der Mangel an Nachwuchs. OZ-Leser kritisieren die Beschäftigungspolitik vieler Unternehmen.

20.05.2019

Die vom Bund geforderte Anhebung der Ausbildungsvergütung stößt in der Wirtschaft auf Kritik. Fest steht: Viele Lehrlinge im Land würden von dem Gesetzesvorhaben profitieren.

15.05.2019

Leser diskutieren kontrovers über den Aushang in einer sachsen-anhaltinischen Arztpraxis, wonach diese von ihren Patienten Deutschkenntnisse fordert.

14.05.2019