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Lesermeinung „Keiner hat Lust, unter dem Tarif zu arbeiten“
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12:34 20.05.2019
In den Jahren 2027 bis 2032 insgesamt werden 234 Richter und Staatsanwälte des Landes pensioniert. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Rostock

Die gewaltige Pensionierungswelle, vor der weite Teile der Wirtschaft sowie des öffentlichen Dienstes im Land stehen, zieht eine aufgeregte Debatte unter OZ-Lesern nach sich. Ein zusätzliches Problem: der Nachwuchsmangel. Zahlen zeigen, dass noch im April dieses Jahres rund 6000 Lehrstellen im Land unbesetzt blieben.

OZ-Leserin Anke Hanusik kommentiert dazu: „Ich kann es nicht mehr hören, sorry! 16-jährige Schulabgänger mit einem guten Durchschnitt und unbedingtem Willen, arbeiten zu wollen, erhalten keine Chance, weil sie zu jung sind und weil lieber 20-Jährige genommen werden, die bereits ein oder zwei Ausbildungen hinter sich haben.“

Kim Engelmann berichtet, dass sie vor einigen Jahren nach der Ausbildung auch weggezogen sei. „Ich würde gerne wieder in die Heimat zurück. Jedoch liegt das Problem nicht beim Verdienst, sondern daran, einen vernünftigen Job zu finden. Ich möchte nicht im Call Center, Verkauf, im Tourismus oder als Kellner arbeiten. Es gibt halt auch kaum Auswahl für die Arbeitnehmer.“ André Thiel prophezeit: „Wenn die Arbeitgeber den Arbeitnehmern nur den gesetzlichen Mindestlohn vergüten, werden sie keine neue Mitarbeiter finden.“ Sarah Großer fügt hinzu: „Da hat wirklich keiner Lust drauf. Unter dem Tarif bezahlt zu werden, da möchte keiner arbeiten. Da laufen lieber alle weg. Ani Ka sieht eine Diskrepanz: „Die Arbeitgeber suchen junges Personal, am besten 20 Jahre alt, keine Kinder, kein Kinderwunsch und dazu noch zehn Jahre Berufserfahrung.“ Leser Char Ly meint: „Es ist nicht jeder zum Unternehmer berufen. Wer gut zahlt und auch sonst sozial ist, hat selten Personalprobleme. Wer immer nur rumkrebst, ist oft auch einfach nur schlecht aufgestellt oder unfähig und bleibt über kurz oder lang auf der Strecke, was oft kein Verlust ist.“

Daniela Heim notiert: „Vor einer Woche noch haben sich einige Chefs aufgeregt, weil das Ausbildungsgeld jetzt nach Tarif bezahlt wird. Und wundern sich, dass sie kaum Azubis finden. Ja nun heißt es sogar, sie kämpfen um Azubis.“ Marko Fliege Voelschow kritisiert und fragt: „Was hält die Jugend denn noch hier? Wenn es nur am Gehalt liegen würde. Wohnraum und zwar bezahlbarer Wohnraum muss geschaffen werden, dann kommt der Rest von allein. Hier oben findet man ja noch nicht mal eine Bleibe, und wenn man doch eine findet, ist diese viel zu teuer.“ Sven Friesecke schreibt: „Jahrelang haben sie die jungen Leute aus dem Land gejagt und wenn man etwa im Gesundheitswesen eine Umschulung haben wollte, haben sie einen vom Arbeitsamt ausgelacht. Nach dem Motto: Dafür sei kein Geld da. Aber jetzt rumheulen. Selbst schuld sag ich da nur.“

Juliane Lange

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