Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Lesermeinung Ehrung eines Rostocker Originals
Mehr Meinung Lesermeinung Ehrung eines Rostocker Originals
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:08 08.10.2014
Anzeige
Rostock

Michael Tryanowski, den sogenannten "Spielmannopa" zu ehren - einverstanden. Er gehört tatsächlich seit Jahrzehnten zum öffentlichen Straßenbild und nicht wenige echte Rostocker, die ihn noch aus Kindertagen kennen, sagen oft "Der sieht noch genauso aus wie vor 30 Jahren!".

Laciny dagegen, mehr oder besser weniger bekannt unter dem Namen "Marteria" so eine, - wenn auch gering erscheinende - Ehre zukommen zu lassen, ist eine Lachnummer. Die meisten Rostocker dürften vor der drittklassigen Raab-Musikshow noch nie von ihm gehört haben. Wofür soll er also geehrt werden? Weil er in einem bundesweit ausgestrahlten und inzwischen wieder längst vergessenem Lied den Namen der Stadt genannt hat? Oder weil er einen Spendenaufruf für die Stubnitz im Internet gestartet hat - eine Sache übrigens, die in wenigen Augenblicken erledigt ist?

Hier geht es doch wieder nur um Populismus, oder darf sich "Jennifer Rostock" auch ins Ehrenbuch eintragen? Immerhin ist sie mit ihrer Band wesentlich bekannter und trägt die Hansestadt im Namen. Das Ehrenbuch sollte eher geöffnet werden für die zahllosen Ehrenamtler, die das soziale Leben dieser Stadt weitestgehend am Leben erhalten, statt irgendeinem Sprechgesang fröhnendem Model und Freizeitfußballer, der ein Lied in einer unbedeutenden Fernsehshow geträllert hat.

Die Quoten der Sendung waren übrigens auch schlecht. Den "Spielmannopa", der tatsächlich ein "Rostocker Original" ist, sollte man doch zu seinen Lebzeiten noch zum Ehrenbürger der Stadt ernennen - bei einem predigenden Kriegshetzer, der zufällig Staatsoberhaupt geworden ist, war das schließlich auch möglich.



Irene Banser