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Lesermeinung Sind Bahnfahrkarten wirklich „lebensnotwendig“?
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16:10 17.04.2019
Nach Verkehrsminister Scheuer sollen die Bahn-Tickets günstiger werden. (Symbolfoto) Quelle: Armin Weigel / dpa
Rostock

Niedrigere Mehrwertsteuer für Bahnfahrkarten: Ich bin der Meinung mal gelesen zu haben, dass der niedrigere Mehrwertsteuersatz für lebensnotwendige Dinge gilt. Ich bezweifle, dass eine Bahnfahrkarte „lebensnotwendig“ ist – außer natürlich für Leute, die damit täglich zur Arbeit müssen, weil es nicht anders geht.

Ich verstehe nur nicht, warum dieser Satz dann der Sache nach nicht auch zum Beispiel für Strom, Gas und dergleichen gilt. Das sind für mich lebensnotwendige Dinge. Was ich auch nicht nachvollziehen kann ist, dass jetzt, wo berichtet wird, dass wir mit die höchsten Strompreise in Europa haben, niemand in der Politik dagegen steuert und sagt: „Dann müssen wir eben mal die ein-oder andere Abgabe oder Steuer senken, damit Strom kein Luxusgut bleibt, sondern zu den normalen Dingen gehört, die sich jeder leisten kann.“

Stattdessen gilt der Satz zum Beispiel auch für Schnittblumen und antike Vasen. Der Sinn erschließt sich mir nicht, aber vielleicht sollte man einfach mal eine Diskussion darüber starten, welche Dinge es wert sind, mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz belegt zu werden.

Tom Schnabel