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Lesermeinung Leser diskutieren zur Einführung der CO2-Steuer: „Eine Kriegserklärung an MV“
Mehr Meinung Lesermeinung Leser diskutieren zur Einführung der CO2-Steuer: „Eine Kriegserklärung an MV“
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05:12 02.08.2019
Leser debattieren über die CO2-Steuer (Symbolbild) Quelle: dpa
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Rostock

Die mögliche Einführung einer CO2-Steuer ist derzeit eines der meistdiskutierten politischen Themen. Als Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erstmals öffentlich für einen Preisaufschlag auf die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas warb, ging ein Aufschrei durchs Land.

Acht Monate später zeigen sich Spitzenpolitiker aus CDU, CSU, Grüne grundsätzlich offen für die CO2-Steuer, unterstützen dabei allerdings unterschiedliche Konzepte.

Nach den Plänen der Umweltministerin wird alles, was viel CO2 ausstößt, durch die Abgabe teurer. Zugleich sollen die Einnahmen als „Klimaprämie“ zurück an die Bürger überwiesen werden und die Stromsteuern sinken. Das würde bedeuten, dass Haushalte, die wenig CO2-intensiv leben, von der Steuer weniger getroffen werden. Wer hingegen viel fliegt, Auto fährt und eine ineffiziente Heizung besitzt, würde härter getroffen werden.

Die amtierende SPD-Bundeschefin und Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns Manuela Schwesig gibt zu bedenken: „Wenn es eine CO2-Steuer gibt, brauchen wir dazu einen sozialen Ausgleich.“ Die Bundesregierung sei zunächst in der Pflicht, zu klären, was aus den Menschen werde, die keine Wahl haben, ob sie das Auto oder die U-Bahn nehmen. Gerade die pendelnde Landbevölkerung müsse vor höheren Abgaben geschützt werden.

Auf Facebook beteiligen sich die OZ-Leser intensiv an der Debatte. Zissi Zacho meint: „In ganz Deutschland gibt es ländliche Regionen, in denen Menschen täglich weit zur Arbeit pendeln. Für all diese Menschen müsste es Ausnahmen geben. Am besten man lässt die CO2-Steuer gleich ganz sein.“ Und Claudia Ring ergänzt: „Ausnahmen für Leute, die am meisten CO2 ausstoßen: Was soll das dann bringen?“

 Auch Manja Pälecke stellt die Pläne infrage: „Warum überhaupt CO2-Steuern? Wir zahlen seit Jahren die Ökosteuer. Pflanzt Bäume und holzt sie nicht ab. So rettet ihr eher die Welt, als damit, den Leuten das hart verdiente Geld aus den Taschen zu ziehen.“

 Malte Rockmann widerspricht dem: „Eine CO2-Abgabe ist sozialer als das jetzige System. Die Einnahmen werden pro Kopf wieder ausgezahlt, sodass die, die nicht viel Dreck in die Luft pusten, am Ende mehr haben werden als vorher.“

Kla Thoma fragt: „Welchen Sinn hat eine CO2-Steuer? Alle haben vor Freude in die Hände geklatscht, als nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima der Atomausstieg beschlossen wurde. Aber keiner hat daran gedacht, mit welchen Dreckschleudern wir weiter Strom erzeugen.“

Eine Reihe von Bedenken nennt Thomas Retzlaff: „Die Steuer ist Unsinn, denn als Mieter habe ich weder Einfluss auf die Art meiner Heizung, noch auf die Art der Warmwasserversorgung. Ich werde mir kein Elektroauto leisten können. Mein Enkelkind wohnt 1100 Kilometer entfernt. Dorthin zu fliegen wäre ökologisch noch größerer Blödsinn. Steuern retten die Umwelt nicht.“ Er schlägt deshalb vor: „Weniger Wegwerfmöbel, Wegwerfgeräte, Wegwerflebensmittel kaufen und überall den Nahverkehr kostengünstig und zuverlässig ausbauen.“

Dem kann Philipp Zicker nur zustimmen: „Sehr richtig. Die CO2-Steuer ist quasi eine Kriegserklärung an MV. Im Land mit den geringsten Gehältern und den weitesten Arbeitswegen und einem miserablen Bahnnetz, könnten sich die Bürger den Weg zur Arbeit schlicht nicht mehr leisten.“

Weiterlesen: Wie würden sich CO2-Steuer und Klimaprämie auf meinen Geldbeutel auswirken?

Juliane Schultz

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