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Lesermeinung Welpenaufzucht für Assistenzhundetrainer fragwürdig
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13:58 27.06.2018
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Hamburg

Hallo,

es hört sich alles gut an, sehr engagiert für ein soziales Projekt. Auch ich warte schon lange auf einen Assistenzhund und viele andere sicher auch, um bei der Überschrift zu bleiben. Mich stört dabei aber, dass die Welpenaufzucht bestimmter Rassen, für bestimmte Menschen - hier Soldaten - direkt von den Hundetrainern betreut werden sollen. Ich sehe da die Gefahr, dass es eher zu einer Massentierzucht und auch Massen-Ausbildung von Assistenzhunden kommen kann und sich die Aufzucht eher an marktwirtschaftlichen und gewinnorientierten Zielen orientiert. Welpen, die dann nicht zur Assistenzausbildung geeignet sind, werden dann anderweitig verkauft. Das kann nicht im Sinne des Tierschutzes sein und auch nicht im Sinne von Menschen, die auf Assistenzhunde angewiesen sind.

Gut daran ist, dass die Soldaten selbst die Welpenaufzucht übernehmen sollen - auch in Begleitung von speziellen ausgebildeten Hundetrainern, die auch staatlich anerkannte Prüfung auf dem Sektor Zusatzausbildung mit Sozialpädagigischer und medizinischer Ausbildung im Bereich der Behindertenarbeit haben sollten. Dies würde dann auch den hohen Preis einer Assistenzhundeausbildung rechtfertigen. Warum aber sollen sie in extra Unterkünften untergebracht werden und nicht in ihrem eigenen Zuhause? In diesem genannten Fall sollte der Soldat dann eine behindertengerechte Wohnung beziehen, um selbstständig weiter leben zu können. Eine Umschulung wäre vielleicht auch sinnvoll, wenn möglich, dann einen entsprechenden Arbeitsplatz von der Bundeswehr (vielleicht auch mit Hilfe des Assistenzhundes), wenn das allein nicht bewältigt werden kann.

Leider ist dies noch Utopie. Es gibt zwar eine Prüfung und inzwischen auch eine Ausbildung für Hundetrainer in Potsdam aber noch keine Zusatzqualifikation für Assistenzhunde. Diese sind noch immer im Aufbau und so müssen wir, die alle auf einen Assistenzhund Anspruch haben, warten. Ich warte auch schon seit 15 Jahren darauf und bekomme keine Spenden und musste meinen Hund selbst finanzieren, was auch mir nicht mehr möglich ist, da ich nun keine so besonders hohe Rente erhalte. Deshalb ist es auch notwendig, dass Assistenzhunde als Hilfsmittel auch gesetzlich verankert werden, da es nicht sein kann, dass nur ganz wenige Menschen, die Spenden erhalten, dann einen solchen guten ausgebildeten Assistenzhund bekommen und alle anderen nicht.

Ich wünsche dem Soldaten viel Erfolg in seinem weiteren Bestreben selbstständig sein Leben meistern zu können, mit und ohne Assistenzhund!

Andrea Roemer

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