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Lesermeinung „Für bessere Löhne streiken“
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12:13 01.09.2019
Rostock: Bei Mercedes-Benz Stern Auto versammelten sich im Juni 2019 Beschäftigte mit gelben Leibchen mit der Aufschrift "Streikweste" und IG-Metall-Fahnen zu einem Warnstreik. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/
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Rostock

Bei vielen OZ-Lesern regt sich Unverständnis angesichts der großen Unterschiede zwischen Ost und West, was den Arbeitsmarkt und die Bezahlung angeht. So bekommt fast jeder dritte Vollzeitbeschäftigte im Osten nur Niedriglohn. Der Anteil derer also, die einen Vollzeitjob haben, aber zu Niedriglöhnen arbeiten, ist in den neuen Bundesländern besonders hoch.

OZ-Leserin Monika Schumacherkönne dieses Phänomen „nicht wirklich verstehen“, wie sie schreibt. „Angeblich gibt es viel mehr freie Stellen als Bewerber, warum dann nicht den Mut haben und für bessere Löhne streiken? Ist natürlich ein bisschen unbequem, aber wenn man was erreichen will, dann muss man aufstehen und meckern. Alle Menschen im Westen mussten vor vielen Jahren auch erst mal höhere Löhne erstreiken,“ und das sei damals viel gefährlicher als heute gewesen, so Schumacher. Denn: „Die Männer waren Alleinverdiener, die Familien groß und sehr arm, die Gewerkschaften ein Witz und Stütze gab es auch nicht. Sie sind trotzdem auf die Straße gegangen, und irgendwann sind die Unternehmen eingeknickt. Von nichts kommt nichts und vom ewigen jammern auch nicht.“ Jörg Ulbrich erwidert: „Das waren da ganz andere Zeiten, klug schnacken hilft da auch nicht. Auch sieht Ulbrich einen Zusammenhang zwischen der Lage am Arbeitsmarkt im Osten und Wahlergebnissen: „Dann wundert man sich wegen mancher Wahlergebnisse.“ So was komme halt von so was. „Ich kann es teilweise verstehen, deshalb muss ich es ja aber nicht gutheißen“, wie der Leser betont.

Birgit Blume hat mit Blick auf Streiks eigene Erfahrungen gemacht und antwortet mit diesen Sätzen: „Je nachdem wie lange der Streik dauerte, gab es Streikgeld. Das war natürlich nicht viel, aber es gab was. Ich war in den 70er Jahren dabei. Wir waren zwar zwei Verdiener, aber waren beide im selben Konzern beschäftigt und demzufolge auch beide betroffen.“ Guido Maik Hofmüller macht sich folgende Gedanken: „Also der Nächste, der kommt, bekommt nur Mindestlohn. Vielleicht kommt deswegen keiner mehr.“ Und Christian Baumgartmerkt an: „Nicht nur im Osten“ werde Niedriglohn gezahlt.

Von Juliane Lange

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