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Lesermeinung „Man muss den Leuten ans Geld, dann läuft es auch“
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14:20 10.09.2019
Patienten in einem Wartezimmer einer Arztpraxis: Strafzahlung soll Patienten vorm übermäßigen Gang zum Arzt abschrecken. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Rostock

Mit seiner Forderung nach Strafzahlungen bei zu häufigen Arztbesuchenhat Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), mächtig Aufsehen erregt. „Es kann dauerhaft kaum jedem Patienten sanktionsfrei gestattet bleiben, jeden Arzt jeder Fachrichtung beliebig oft aufzusuchen – und oft noch zwei oder drei Ärzte derselben Fachrichtung“, so Gassen. Kritik erntet der Funktionär vonseiten der Politik und Krankenkassen. Auch viele OZ-Leser zeigen sich angesichts der Äußerungen ratlos bis wenig begeistert. Doch es gibt auch positive Stimmen zum Vorstoß von Andreas Gassen.

Dan Rachowwürde es umgekehrt machen, wie er notiert. „Jeder, der nicht viel zum Arzt geht, bekommt am Jahresende einen kleinen finanziellen Bonus als Anreiz.“ Barbara Prinzmeint: „Eigentlich sollte die Krankenkassenkarte ja so gestaltet werden, dass darauf Vermerke zu Medikamenten, Untersuchungen, Röntgenaufnahmen zugriffbereit für Ärzte hinterlegt sind. Was ist daraus geworden? Da könnte so manche doppelte Untersuchung vermieden werden“, ist die Leserin überzeugt.

Anja Wietz spricht sich dafür aus, „die Praxisgebühr überarbeitet wieder einzuführen.“ Dann werde es besser laufen. Denn, so glaubt auch die Leserin: „Man muss den Leuten ans Geld, dann läuft es auch.“ Victoria Buchholtz habe zudem beobachtet, wie sie berichtet, dass es „viele, gerade ältere Leute gibt, die aus Langeweile oft zum Arzt gehen oder eben weil sie einsam sind und nur das Gespräch suchen.“ Julia Buchienfragt: „Wie wäre es denn mit Strafgebühren auf das, was uns krank macht, etwa dieser ganze industriell hergestellte Kram, wie chemiebehandeltes Speiseöl, raffinierter Zucker, künstliche Zusatzstoffe in Lebensmitteln?“ Auch beklagt die Leserin den Umstand, dass der Verbraucher das Fleisch aufgetischt bekomme von mit „Antibiotika gefütterten Tieren“. Deshalb fordere sie eine „Strafgebühr für alle, die den Hals nicht vollbekommen und statt echten Lebensmitteln irgendeinen Chemiebaukasten verkaufen. Das halte ich für angemessen.“ Steffi Eich wirft überdies die Frage auf: „Aha, eine zweite Meinung darf man sich dann also nicht mehr einholen? Bei einem Arzt, bei dem man unzufrieden ist, muss man also bleiben. Interessantes System.“

Carola Buchinstellt fest: „Na klar, noch mehr Bürokratie für die Ärzte. Sie sind es doch, die letztendlich einschätzen müssen, ob der Besuch nötig ist oder nicht. So ein Käse.“ Jacqueline Line Rehwald fügt hinzu: „Für Leute, die es ausnutzen, sollte es wahrlich was kosten. Aber für Menschen mit chronischen Erkrankungen, die auf regelmäßige Arztbesuche angewiesen sind sowie auch Menschen, die wirklich krank sind, sollte es finanzielle Entlastung geben.“ Anja Behnkeindes befürchtet: „Wenn man jetzt wieder zahlen muss, werden die Leute überhaupt nicht mehr zum Arzt gehen, und das kann dann lebensgefährlich sein. Die möglichen Opfer gehen dann eindeutig auf das Konto der Verantwortlichen.“ Björn Lowkaschreibt: „Also die, die wirklich ein schwaches Immunsystem haben und dadurch öfter zum Arzt müssen, sollen dafür nun auch finanziell bestraft werden?“ Meik Bodohinterlässt folgenden Gedanken: „Als chronisch Kranker würde ich gerne weniger zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen müssen. Allerdings, wenn ich dann in diversen Wartezimmern sitze, frage ich mich schon, wieso gesunde Menschen zum Arzt gehen und nicht froh darüber sind, dass sie gesund sind.“

Von Juliane Lange

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