Menschen in Sorge: „Wenn jetzt alle zur Ostsee fahren, bricht die nächste Corona-Epidemie aus“
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Menschen in Sorge: „Wenn jetzt alle zur Ostsee fahren, bricht die nächste Corona-Epidemie aus“

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17:17 06.05.2020
Zingst: Nur wenige Spaziergänger sind am Ostseestrand unterwegs, wo eine große rosarote Brille mit dem Titel "Sea Pink II" von Marc Moser, ein Ausstellungsstück des Fotofestivals "Horizonte" 2016, liegt. Nach wochenlanger coronabedingter Abschottung soll sich das Tourismus-Land Mecklenburg-Vorpommern nach Plänen der Landesregierung wieder öffnen.
Zingst: Nur wenige Spaziergänger sind am Ostseestrand unterwegs, wo eine große rosarote Brille mit dem Titel "Sea Pink II" von Marc Moser, ein Ausstellungsstück des Fotofestivals "Horizonte" 2016, liegt. Nach wochenlanger coronabedingter Abschottung soll sich das Tourismus-Land Mecklenburg-Vorpommern nach Plänen der Landesregierung wieder öffnen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/
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Urlaub am Meer ist plötzlich wieder in Reichweite. Auch der Besuch von Massagepraxen und Kosmetikstudios ist wieder möglich. Außerdem sperren Galerien und Museen im Land ihre Türen auf.

Wenngleich all dies mit Einschränkungen, wie der Masken- und Abstandspflicht oder einer Quotenregelung verbunden ist, waren die Lockerungen im großen Maßstab zuletzt nicht mehr aufzuhalten. Die Reaktionen der OZ-Leser zeigen, wie kontrovers die Aufhebung der Restriktionen diskutiert wird.

Peter Rietzschel fragt: „Was ist wichtiger? Der wirtschaftliche Erfolg einiger weniger oder die Gesundheit von Menschen? Vivien Gall mahnt zur Vorsicht: „Es ist ganz egal, ob Risikogruppe oder nicht, angesteckt werden kann jeder, egal welcher Altersklasse, und das muss vermieden werden. Was die Hygienevorschriften betrifft, traue ich es selbst erst mal der Gastronomie am meisten zu.“ Anita Roemer erzählt, wie sehr sie die Insel Usedom liebe. „Es ist und bleibt meine Trauminsel. Aber dieses Jahr geht es eben nicht, dass ich dorthin fahren kann, das sehe ich vollkommen ein, und ich bin vernünftig und bleibe zu Hause. Wenn die vielen unvernünftigen Menschen jetzt die ganze Ostsee bevölkern, dann bricht wieder ganz schnell die nächste Corona-Epidemie aus.“ Lisa Skibbe ist zwiegespalten. Für die Wirtschaft ist das extremst wichtig. Aber wir werden sehen. Ich glaube, der richtige Boom steht uns erst bevor.“

Auswertung: Finden Sie die für Mai verkündeten Corona-Lockerungen für Hotels und Gaststätten in MV richtig? Quelle: Benjamin Barz

Die Öffnung der Ländergrenzen kommt zu früh

Stefanie Dammek meint: „Unsere Kinder dürfen nicht zur Schule. Aber ganz Deutschland darf zu uns reisen. Ich habe Verständnis für die Gastronomie, aber so geht es auch nicht.“ Heike Springer setzt hinzu: „Ich hätte die Öffnung der Schulen und Kitas erst mal als viel wichtiger empfunden.“ Verena Riemer moniert: „In MV ist alles ziemlich gut gegangen. Pfingsten die Landesgrenzen zu öffnen, das ist viel zu früh.“ Christian Damp fühlt sich gerade sehr wohl in diesen Zeiten. „Unsere Insel ist gerade so schön ruhig. Meinetwegen kann es gerne noch eine Weile so ruhig bleiben.“

Für die Gastronomie ist das Hochfahren überlebenswichtig

Steffen Hofmann aber ist überzeugt: „Es wird allerhöchste Zeit, den Leuten auch mal die schlaflosen Nächte zu nehmen. Daumen hoch.“ Wolfgang Wewetzer sagt: „Für die Gaststätten ist es überlebenswichtig, und in ein bis zwei Monaten wird man sehen, was die Zahlen sagen.“ Lisa Jordan ruft denen zu, die die Lockerungen als zu forsch bezeichnen: „Alle, die schreien, es sei doch viel zu früh, können doch einfach Abstand halten. Keiner zwingt euch dazu, essen zu gehen, im Restaurant zu sitzen oder Ähnliches. Die Abstandsregeln gelten nach wie vor, und das Gastro-Personal soll sich vermummen, als würde es eine OP am offenen Herzen vornehmen. Auch ich liebe meine Großeltern. Und meine Eltern gehören mit Vorerkrankungen zur Risikogruppe, aber diese Panik-Schreier sind echt nicht hilfreich.“

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Von Juliane Lange