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Lesermeinung „Natürlich braucht Hartz IV eine Wende“
Mehr Meinung Lesermeinung „Natürlich braucht Hartz IV eine Wende“
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15:11 28.03.2019
Jobcenter in Greifswald: „Weniger Bestrafung, mehr Anreize.“ Muss Hartz IV reformiert werden? Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Mit seiner Forderung nach mehr Anreizen und weniger Sanktionen im Umgang mit Hartz IV hat der Greifswalder Politikwissenschaftler und Grünen-Politiker Christoph Oberst eine rege Debatte unter OZ-Lesern angestoßen. Hartz IV brauche einen Wandel, so Oberst. Und: Das aktuelle System setze auf Bestrafung statt Anreiz, behindere die Rückkehr in die Arbeitswelt. Außerdem sei der Regelbedarf zu niedrig. Leser diskutieren die Verlautbarungen des Politikers kontrovers.

Gregor Kochhan gibt zu, dass er kein so ganz enger Freund der Grünen sei, doch habe Christoph Oberst recht. „Alle, die meinen, es müsse bei den Sanktionen bleiben, mögen bitte mal über ihr Menschenbild nachdenken. Wer sagt denn, dass dann viele oder einige nur zu Hause bleiben und sich im Bezug ausruhen? Gefühlte Wahrheit, mehr nicht.“ Anja Wietz erwidert: „Tja, für die, die wollen, mag es vielleicht der richtige Ansatz sein. Und was ist mit denen, die sich auf Hartz IV ausruhen? Denen das Leben noch leichter machen ? Ich weiß ja nicht, ob das so eine kluge Entscheidung ist.“ Karl Maier setzt hinzu: „Ob rechts, links oder Grün, nein Hartz IV ist kein Ausbildungsberuf und hat auch keine Zukunftsperspektive. Es war dafür gedacht, einen Übergang zu sichern. Doch in unserer heutigen Zeit ist es eine Sache, die von Generation zu Generation weitergereicht wird“, ist der Leser überzeugt. „Es ging auch mal anders. Und unseren Eltern und uns hat es nicht geschadet, für sein Leben und seinen Lebensunterhalt selbst aufzukommen, das geht auch als Alleinerziehende mit Kindern.“

Katrin Jordan fragt empört: „Sanktionen abschaffen? Dann ruhen sich bestimmte Leute ja erst recht aus und tun nichts mehr, außer den Bescheid vielleicht alle halbe Jahre verlängern zu lassen. Wenn man arbeitslos ist, hat man Zeit die Termine und Vorgaben einzuhalten und wenn man verhindert ist – durch Krankheit oder sonstiges – kann man sich beim Jobcenter melden.“ Wer hingegen einfach Termine versäume, so die Leserin, müsse auch dafür bestraft werden. Ansonsten sei gar kein Anreiz da, etwas zu tun. „Als Arbeitnehmer muss ich auch was vorlegen, wenn ich der Arbeit fernbleibe, ansonsten erhalte ich eine Mahnung oder Kündigung.“

Monika Schumacher meint: „Natürlich braucht Hartz IV die angesprochene Wende, aber dass der Staat beziehungsweise der Steuerzahler für Leute zahlen soll, die auf dem Standpunkt stehen, er hätte zu zahlen, auch ohne jegliche Gegenleistung, ist falsch. Besser wäre es, denen, die ernsthaft suchen, dabei zu helfen, etwas zu finden und nicht das Arbeitslosengeld am letzten Lohn zu berechnen. Viele würden auch schlechter bezahlte Jobs annehmen, wenn sie danach nicht mit noch weniger Geld und dem Zwang zur Grundsicherung dastehen würden.“

Juliane Lange

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