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Lesermeinung „Nicht auszudenken, wie es dem Jungen dabei geht“
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11:40 08.04.2019
André Liesigk aus Ribnitz-Damgarten wurde durch das Jugendamt Rostock die Vormundschaft für seinen Sohn entzogen.  Quelle: Flemming Goldbecher
Ribnitz-Damgarten

Die tragische Geschichte des André Liesigk aus Ribnitz-Damgarten bewegt viele OZ-Leser. Nachdem der 52-Jährige einen diabetischen Schock erlitt und ins Koma gefallen war, entzog das Jugendamt ihm die Vormundschaft für seinen Stiefsohn Leon. Liesigk sagt, das Jugendamt beklage unhygienische Zustände im Haushalt und werfe ihm Inkompetenz im Umgang mit dem Zehnjährigen vor. Leon lebt mittlerweile in einer Wohngruppe, André Liesigk hat Besuchsrecht.

Eva Brigitte Sonne ist empört. „Es ist unglaublich, wie sich der Staat in private Angelegenheiten einmischt. Das ist nicht in Ordnung.“ Manina Olschewski erwidert: „Sorry, aber es wird triftige Gründe geben, und diese werden hier sicher nicht in Gänze ausgebreitet.“ Ben Marx fragt: „Darf sein Sohn nicht über den Aufenthaltsort mitbestimmen? Vielleicht hilft es ja, in ein paar Jahren nochmals auf Familienzusammenführung zu klagen.“ Carola Noll schreibt: „Wenn ich schon höre, nicht der ,leibliche Vater’. Ein Vater, der sich nie um sein Kind bemüht hat, nie da war, wenn es ihn brauchte. Die Kinder sind immer die Leidtragenden in jeglicher Hinsicht.“ Sabrina Braunsdorf moniert: „Statt dem Mann zu helfen, nehmen sie ihm sein Sohn weg. Schlimm. Traurige Nachricht. Ich hoffe, dass die beiden wieder zusammen kommen und es auch bleiben dürfen.“ Auch Ellen Chilla zeigt kein Verständnis für die Entscheidung des Jugendamtes. „,Er hat den Haushalt nicht im Griff gehabt’, na und. Hilfe für den Jungen war schon in der Familie, warum hat er keinen Familien-Pfleger bekommen?“ Maria Wunderlich hält fest: „Egal, welche Umstände dort vorliegen. Dass der Sohn seinem Vater weinend um den Hals fällt, sagt einiges, finde ich. Bei allem anderen kann man doch die Familie unterstützen.“ Annett Rolloff schreibt: „Es soll immer zum Wohl des Kindes entschieden werden, also gebt ihm doch bitte das Kind zurück. Ich bin echt fassungslos.“

Moritz Winter notiert, diese Geschichte sei ein sehr gutes Beispiel dafür, dass jemand nicht die Hilfe vom Jugendamt bekomme, die er wirklich brauche, sondern andere einfach nur wieder darüber entscheiden, was das Beste sei. Fassungslos bleibt auch Antje Oldenburg zurück. „Oh man, was ist nur in der Welt los? Den Abwasch und die Wäsche nicht gemacht – Kind weg. Da ist ein Mann, der sich um seinen Sohn kümmert. Warum stellt das Jugendamt nicht eine Hilfe zur Seite? Warum gleich ins Heim?“ Heiko Doeffinger mahnt zu Zurückhaltung: „Leute Leute, nun bleibt mal auf dem Teppich! Wir alle kennen hier nur das, was uns der Vater erzählt. Wer kennt denn die ganze Geschichte, um sich ein solches Urteil hier erlauben zu können?“

Martina Tinchen Jablinski aber findet: „Das ist echt traurig. Da ist ein Papa, der sein Kind über alles liebt und dann findet so eine Behördenwillkür statt. Dass es bei einem alleinerziehenden Papa nicht aussieht wie in einem Hotelzimmer ist wohl klar. Sollte das alles so stimmen, ist es echt ein Skandal. Wie es wohl dem kleinen Jungen dabei geht, darüber möchte man gar nicht nachdenken.“ Katharina Klemmer tut es auch „echt leid“, wie sie betont. „Bestimmt hätten es Vater und Sohn verdient, praktische Hilfen zubekommen. Der Sohn hat schon seine Mutter verloren und einen leiblichen Vater, der kein Vater sein will. Ich drücke für beide die Daumen, dass es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Viel Kraft!“

Juliane Lange

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