OZ-Leser: „Es ist richtig, dass die Busfahrer ein bisschen mehr Geld bekommen“
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OZ-Leser: „Es ist richtig, dass die Busfahrer ein bisschen mehr Geld bekommen“

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14:30 21.02.2020
Bus- und Straßenbahnfahrer blockieren bei einem Warnstreik im Öffentlichen Nahverkehr die Zufahrt zur Rostocker Straßenbahn AG. Quelle: dpa
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Rostock

Die zurückliegenden Streiks im öffentlichen Nahverkehr in den vergangenen Wochen im Land lassen OZ-Leser diskutieren. Ihre Meinungen reichen von Akzeptanz bis Unverständnis. Letzteres regt sich auch, da die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Tarifstreit um höhere Löhne für Bus- und Straßenbahnfahrer auf weitere Streiks setzt. Am Montag beginnt in MV nach zwei Wochen Ferien wieder die Schule. Ob dann wieder – wie zuletzt mehrfach – zu Warnstreiks aufgerufen wird, wollte Verdi-Streikleiter Karl-Heinz Pliete nicht sagen. Man werde das aber „rechtzeitig vorher bekanntgeben.“ Am vergangenen Montag war in Rostock die vierte Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr ergebnislos beendet worden.

Klaus Uwe Peters schimpft: „Na schön. Zum Schulbeginn wieder streiken, damit dann die Kinder, die auf Bus und Bahn angewiesen sind, nicht zur Schule kommen.“ Manina Olschewski meldet sich als Betroffene zu Wort: „Mein behinderter Sohn muss mangels finanzieller Mittel mehr als neun Kilometer zu Fuß laufen, um zur Arbeit zu kommen – und selbstverständlich auch wieder zurück. Das heißt für ihn vier Stunden Fußmarsch täglich. Sorry, aber da fehlt mir jegliches Verständnis für diese Gewerkschaft.“ Beste Wünsche kommen von OZ-Leser Friedhelm Otto: „Ich hoffe, für deinen Sohn findet sich beim nächsten Streik eine Mitfahrgelegenheit. Einige haben sich schon angeboten.“ Anna Sarah Herrmann setzt hinzu: „Verdi macht sich echt beliebt in Rostock und Umland.“

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Tom Karsten findet: „Es ist schon richtig, dass die Busfahrer ein bisschen mehr Geld bekommen.“ Sollten sie weiterstreiken, und das über einen längeren Zeitraum, so Karsten, befürchtet er, dass „am Ende viele Kunden abspringen könnten von dem Abo oder der Monatskarte, weil es sich nicht mehr lohnt, wenn die Räder stillstehen. Dann habt ihr auf lange Sicht auch nichts von eurem Streik.“ Schließlich, so sieht es der Leser, sind auch die Busfahrer auf den Kunden angewiesen wie umgekehrt. „Es muss ein gesundes Mittelmaß gefunden werden, das für beide Seiten gut ist.“

Heiko Neubert moniert, die Rostocker Straßenbahn AG lasse ihre Kunden im Stich und zeige sich in Sachen Entschädigung nicht kulant. „Sie berufen sich auf ihre Vertragsbedingungen, welche Entschädigungen bei höherer Gewalt ausschließen. Allerdings tut die Arbeitgeberseite mit den lächerlichen Angeboten an die Arbeitnehmerseite auch wenig zur Beendigung der höheren Gewalt, so dass nur der Streik als Lösungsansatz bleibt. Übrigens hat die Deutsche Bahn bei Streiks ihre Kunden entschädigt. Kulanz mit Rückgabe oder Umtausch der Fahrkarten, Taxigutscheinen oder Erstattung der Hotelkosten.“ René Badendieck kritisiert indes, wie „maßlos“ es sei, einen solch „niedrigen Lohn“ zu zahlen.

Und Ute Jaksiewicz betont: „Hier geht es um die schrittweise Annäherung an den Tarif der Busfahrer. Nach 30 Jahren Benachteiligung müssen diese Maßnahmen endlich mal sein. Solidarität und durchhalten. Alle“, so die Forderung der Leserin.

Von Juliane Lange