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Lesermeinung OZ-Leser zum erschossenen Hund in Rostock: „Es ist nie richtig, ein Tier einfach zu töten“
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15:09 29.10.2019
Der Wolfshund „Mr. Blue“ ist nur drei Jahre alt geworden. Am Samstag war er ausgerissen und wurde von der Feuerwehr in Rostock erschossen. Quelle: Nadin Ruck
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Rostock

Auch vier Tage nach dem tragischen Vorfall, in dessen Verlauf der entlaufeneWolfshund „Mr. Blue“ in der Rostocker Innenstadt von der Tierrettung der Feuerwehr erschossen wurde, ebbt die Debatte mit Blick darauf, ob die Erschießung erforderlich war, nicht ab. Die Reaktionen vieler OZ-Leser sind weiterhin kritisch.

Vonseiten der Feuerwehr heißt es: Weil das Tier durch andauerndes Knurren aggressiv auf die Beamten gewirkt habe, sei es letztlich erschossen worden. Die Gefahr sei laut Feuerwehr so groß gewesen, dass es für die Einsatzkräfte keine andere Möglichkeit gegeben habe.

Annette Skalatzeigt sich skeptisch, ist überzeugt: „Es gibt andere Mittel und Wege, ein Tier ruhigzustellen. Man muss nicht gleich zu tödlichen Geschossen greifen. Skalat fragt: „Wäre auch so gehandelt worden, wenn es sich um einen Pinscher gehandelt hätte? Ich kann der Besitzerin nur mein aufrichtiges Beileid zukommen lassen.“

Gerti Humansetzt hinzu: „Es ist nie richtig, ein Tier einfach zu töten, vor allem nicht, so lange nicht alle möglichen Optionen ausgeschöpft sind. Aber es ist immer die einfachste, schnellste und billigste Lösung.“

Jaen Henzezitiert eine Aussage der Tierrettung: „‚Unsere Aufgabe sehen wir darin, zu helfen, wenn ein Tier Hilfe benötigt. Wir lassen uns dabei nicht auf bestimmte Tierarten oder Gebiete beziehungsweise Grenzen, die der Mensch bestimmt hat, einschränken.‘“ Henze stellt die Frage: „Hatte einer der Verantwortlichen eventuell an eine Betäubung des Tieres gedacht oder wird bei solchen Aktionen immer gleich scharf geschossen?“

Doreen Narewskitrauert um den Hund: „Das arme Tierchen. Das sind echt tolle Hunde.“

Ratzie Ratzlaffhinterlässt folgende Gedanken: „Blue hat sicher in Angst reagiert. Es hätte andere Möglichkeiten geben müssen. Beispielsweise die Halterin zu informieren oder zu betäuben. Er war ein wundervolles Geschöpf, und jeder, der ihn kannte, wird mit der Besitzerin trauern.“

Ronald Krügerzeigt sich empört: „Gefahrenabwehr? Klar. Wer das Tier nicht kannte und auch sonst damit nichts zu tun hatte, interpretiert die Sache sicher richtig.“ Doch handele es sich hier um einen wohlerzogenen Hund, der den ganzen Sommer frei auf dem Mittelaltermarkt zwischen Kindern, Katzen und Erwachsenen umherspringe. „Mit der Gefahrenabwehr lässt sich noch der letzte Blödsinn rechtfertigen.“

OZ-Leserin Andrea Wolfmöchte an dieser Stelle aber auch erwähnt wissen, dass nicht alle Menschen furchtlos auf freilaufende Hunde reagieren. „Ich mag Tiere sehr gern und mir tun der Hund und die Besitzer leid. Ehrlich gesagt hätte ich aber Angst, wenn mir so ein großer Hund ohne Leine und ohne Begleitung über den Weg läuft – und dann noch nachts. Vielleicht können sich manche Hundehalter da schlecht in Nichthundebesitzer hineinversetzen. Ich mag es zum Beispiel auch nicht, wenn Leute am vollen Strand ihren Hund 500 Meter vor sich frei laufen lassen und man Hund und Halter überhaupt nicht zuordnen kann. Ich mag auch keine fremden Hunde auf meinem Handtuch, auch ‚wenn der nichts tut‘.“

Anja Schmidt schließlich formuliert: „Jaja, Gottes Schöpfung oder die Evolutionskrone Mensch zeichnet sich gegenüber anderen Säugetieren durch Verstand, logisches Denken und Zivilisation aus. Ist in der Lage tollste Dinge zu erfinden, gefährlichste Waffen zu bauen und strategisch agieren zu können. Die ach so weit entwickelte Schöpfungskrone hat mehrere Formen der Kommunikation und kann sogar mit Menschen reden, die auf der anderen Seite der Erde sind und in den Weltraum fliegen. Aber für eines ist sie anscheinend nicht intelligent genug: im Einklang mit der Natur zu leben.“

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