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Lesermeinung OZ-Umfrage: Große Mehrheit will die Buga stoppen
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17:12 09.08.2019
Quelle: Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung
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Rostock

Die größte Stadt des Landes droht nach nur einem Jahr ohne Schulden wieder in die roten Zahlen zu rutschen – und prompt ist in Rostock eine Debatte entbrannt, wo die Hansestadt sparen könnte. Ganz oben auf der Streichliste der Bürgerschaft und auch viele OZ-Leser steht die geplante Bundesgartenschau 2025. Bei einer nicht-repräsentativen Umfrage im Internet sprachen sich 73,5 Prozent dafür aus, auf das Blumenfest am Stadthafen zu verzichten.

Bis zu 100 Millionen Euro Miese

Erst auf OZ-Nachfrage hatte die Kämmerei der Hansestadt vor wenigen Tagen eingeräumt, dass erneut ein Defizit in dreistelliger Millionen-Höhe droht. In internen Schreiben warnt die Stadtverwaltung davor, dass im Jahr 2020 bis zu 40 Millionen Euro an neuen Schulden auflaufen könnten. 2021 könnten es sogar 60 Millionen Euro sein. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), der Anfang September sein Amt abgeben wird, betont dennoch: „Die Verwaltung wird auch für die Jahre 2020/2021 einen ausgeglichenen Haushaltsplan vorlegen.“ Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD) habe „den klaren Auftrag dafür zu sorgen, dass die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen und Rostock nicht wieder in die Schuldenfalle rutscht“. Aber: „Es liegt dabei in der Natur der Sache, dass einzelne Fachbereiche nicht alle ihre Ausgabe-Wünsche erfüllt bekommen.“ Wo er sparen will, sagt Methling aber nicht.

Mehrheit gegen die Buga

Rostocks Linken-Chefin Eva-Maria Kröger hat bereits reagiert – und will im September darüber abstimmen lassen, ob alle Planungen für die Bundesgartenschau 2020 gestoppt werden. Für das Blumenfest will die Hansestadt den gesamten Bereich rund um den Stadthafen umbauen und umgestalten. Für mehr als 200 Millionen Euro. Auch der Rostocker SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Albrecht warb dafür, lieber eine Schwimmhalle für die Bürger zu bauen. Und das sehen die OZ-Leser offenbar ganz genau so: Bei der Online-Umfrage stimmten 1035 der bisher 1409 Teilnehmer dafür, die Buga-Planungen zu stoppen. Nur 22,9 Prozent wollen an dem Großvorhaben festhalten.

Kritik im Internet

Auch in den sozialen Netzwerk wird die Kritik an der Buga-Idee immer lauter: „Die Stadt hat sich mit dem Projekt Buga in meinen Augen komplett verhoben. Wenn ich kein Geld habe, kann ich sowas nicht machen“, schreibt zum Beispiel Henry Barz auf der OZ-Seite bei Facebook. Bärbel Lengowski meint: „Geld für Schulen und Kindergärten hat ja wohl Vorrang!“ Der Nutzer Achy-Henne Hennings stellt die Wirtschaftspolitik der Hansestadt offen in Frage: „Es ist in den letzten Jahren auch nicht gelungen, finanzstarke Unternehmen nach Rostock zu lotsen, die letztlich auch als Steuerzahler dringend benötigt werden. Wo soll das Geld auch herkommen, wenn es keine größeren Industrieansiedlungen gibt?“ Mario König schlägt vor, die Buga statt am Stadthafen im Iga-Park auszurichten: „Die Stadt hat sich grade erst von dem Iga-Desaster erholt und jetzt schon wieder Schulden für eine ähnliche Veranstaltung – das wäre grob fahrlässig. Nehmt das Iga-Gelände, da braucht man nicht so viel machen.“

„Buga ist eine Chance“

Doch es gibt auch Stimmen, die den Nutzen der Buga für Rostock betonen: „Die Buga ist eine Chance auf Neues. Gronau in Westfalen und Overdinkel in den Niederlande hat die Buga 2003 sehr viele neue Besucher gebracht und die bringen Geld mit“, schreibt Meik Bodo. Auch der Facebook-Nutzer Jojo Levien äußert sich „pro Buga“: „Wenn wir die Buga ablehnen, geht der Stadt viel Geld verloren. Die Buga ist wichtig, im Münchner Stadtteil Riem hat sie Wunder bewirkt und hat aus einer trostlosen Gegend einen noch heute gut besuchten Park entstehen lassen. Und es ist eine deutliche Aufwertung der Stadt. Daher sollte die Entscheidung sein, was hat auf lange Sicht mehr nutzen –und das ist die Buga.“

Von Andreas Meyer

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