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Lesermeinung „Raucher vs. Nichtraucher: Verbote erzeugen nur Frust“
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12:59 05.07.2019
Ein Raucher zieht an einer Zigarette. In Schweden ist das Rauchen seit Montag massiv eingeschränkt. Quelle: Herbert Neubauer/dpa
Schwerin

Das von Schweden ausgedehnte und in dieser Woche in Kraft getretene Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen, Bahnsteigen, Restaurantterrassen hat auch in MV eine Debatte über den Tabakkonsum in der Öffentlichkeit neu entfacht. Mit Blick auf den Rauchverzicht in den Außenbereichen von Gaststätten sieht der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes MV (Dehoga), Lars Schwarz, Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Dies sei kaum realisierbar, so Schwarz. Leser diskutieren über mögliche Lösungen.

Kerstin Meistring meint: „Rauchen komplett aus der Öffentlichkeit zu verbannen, halte ich für Utopie, aber Kinder sollten mehr geschützt werden.“ Autos, in den Kinder mitfahren, Spielplätze und Strände sollten nach Auffassung der Leserin tabu sein. Zudem sollte der eigene Verstand und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber Kindern eigentlich reichen, „aber tut es ja leider nicht“, moniert Meistring. Frank Boursing schlägt vor, „die Terrassen einfach in zwei Bereiche aufzuteilen. „Natürlich ist es nicht schön, wenn man als Nichtraucher oder ehemaliger Raucher mit Familie am Tisch sitzt und nebenan Raucher die Luft vernebeln. Ich war selbst Raucher, allerdings immer sehr rücksichtsvoll Nichtrauchern gegenüber. Das fehlt vielen Rauchern leider. Somit muss man sich über solche Diskussionen nicht wundern.“

Christian Wo fragt: „Wieso nutzen die Nichtraucher nicht einfach, im Sinne ihrer Gesundheit, die rauchfreien Plätze im Restaurant, für die sie jahrelang gekämpft haben? Nein, sie müssen sich überall zwischenquetschen und penetrant husten.“ Horst Stark notiert, er sei selbst Raucher, „und ich denke, einige von uns nehmen bestimmt Rücksicht. Schwarze Schafe gibt es überall.“

Karin Jennerjahn schreibt, sie sei keine Raucherin. Und: Sie störe das Gequalme auch. „Nur ist es langsam auffällig, dass die Reglementierungen zunehmen werden. Irgendwann wird das ganze Leben von der 1. bis zur letzten Stunde vorgeschrieben“, beklagt sich die Leserin. Angi Rf hinterlässt folgenden Kommentar: „Ich bin auch Raucher und habe Verständnis für vieles. Ich nehme Rücksicht auf meine Mitmenschen, aber jetzt auch noch dieses draußen verbieten? Ich habe meinen kleinen Aschenbecher dabei, weil ich es hasse, wenn überall alles verteilt umherfliegt. Dann dürfen erst recht keine Fahrzeuge, ob zu Wasser, Land oder Luft, benutzt werden.“ Das sei viel schlimmer. Aber darüber werde sich ausgeschwiegen, hält der Leser empört fest. „Ausstöße sind überall und für jeden spürbar, aber du böser Raucher du!“

Marina Cöster berichtet, dass sie seit sieben Jahren rauchfrei sei. „Zum Glück! Aber ich bin so tolerant, dass ich jedem Raucher seine Zigarette gönne. Wie könnte ich auch etwa verurteilen, das ich lange und gerne gemacht habe. Ich appelliere einfach an das Verständnis und an die Rücksichtnahme eines jeden Menschen. Verbote erzeugen Frust und hetzen Raucher gegen Nichtraucher auf.“ Auf diese Weise würden Menschen den Umgang, ein freundliches Miteinander verlernen. „Ich persönlich finde einen Raucher mit Zigarette im Wald sehr viel schlimmer und unangebrachter, als einen Raucher vor einem Lokal. Menschen sitzen an stark befahrenen Straßen, essen und trinken etwas, aber regen sich über den Raucher am Nebentisch auf.“

Juliane Lange

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