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Lesermeinung Schülerwettbewerb „Klar bleiben“: Alkoholprävention geht anders
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10:16 26.03.2019
Viele Jugendliche machen bereits früh Erfahrung mit Alkohol. (Symbolfoto) Quelle: Alexander Heinl / dpa
Ribnitz-Damgarten

Ich bin ein wenig erschrocken über dieses Projekt, ja ich halte es sogar für bedenklich: Es werden Schüler belohnt, wenn sie vier Wochen keinen Alkohol trinken, zumindest 90 Prozent. Schon allein diese 90 Prozentangabe ist merkwürdig. Ehrlich gesagt, kann ich den Sinn, der hinter diesem Projekt stecken soll nicht erkennen, zumal es nicht kontrollierbar ist. Selbst viele Eltern können oftmals nicht erkennen, ob ihr Kind trinkt oder nicht.

Ich spreche aus eigener Erfahrung: ich bin trockener Alkoholiker und habe viele Jahre meines Lebens dem Suff geopfert. Es begann bei mir mit 15 Jahren, mit 18 war ich süchtig. Hätte mir damals jemand eine Belohnung für vier Wochen „nicht trinken“ geboten, wäre es heimlich weitergegangen.

Selbst wenn 90 Prozent der Schüler sich an die vier Wochen halten, was ist danach? Warum sollte dieses Projekt Jugendliche vom Trinken abhalten, wenn nicht gleichzeitig gezielte Prävention durchgeführt wird? Wichtig ist es aus meiner Sicht, Jugendliche hinsichtlich des Alkohols über dieses Gift aufzuklären. Dies sollte allerdings nicht nach Lehrbuch oder mit erhobenen Zeigefinger erfolgen, denn aus meiner Erfahrung weiß ich, dass dies sowieso nicht fruchtet, sondern durch Workshops in denen man auf spannende, teilweise humorvolle Art und Weise den Schülern die Gefahren des Alkohols aufzeigt.

Am 27.03. findet in Ribnitz-Damgarten eine Veranstaltung zu meinem Buch: "Mein tödlicher Freund" statt. Die Kernbotschaft wird sein: Prävention und Aufklärung insbesondere an den Schulen durchzuführen. Das beinhaltet gezielte Workshops, die vierteljährlich durchzuführen sind, jeweils angepasst auf die Grundschüler (denn da sollte meines Erachtens schon angefangen werden) sowie auf die Oberstufen. Dazu ist eine Zusammenarbeit mit den Sozialpädagogen der Schulen, den Lehren und auch den Eltern notwendig, um gemeinsame Ideen für Projekte zu entwickeln. Sinnvoll ist es auch, mit Institutionen oder Vereinen zu kommunizieren wie zum Beispiel der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), blu:prevent oder Blaues Kreuz, die Projekte entwickelt haben, welche ganz genau auf Jugendliche oder Kinder angepasst sind.

Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern Vorreiter bezüglich der Alkoholprävention werden können, wenn wir die von mir erwähnten Alternativen anpacken und uns nicht auf fragwürdige Projekte einlassen.

Steffen Krumm

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