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Lesermeinung „Sie hat recht: Rassismus ist keine Alternative“
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11:40 02.09.2019
Sorgte für Aufsehen: Eine Frau hält vor dem brandenburgischen Landtag ein Plakat mit der Aufschrift „Rassisten sind keine Alternative" hoch. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Rostock

Die Antwort auf die im Wahlkampf so hitzig debattierten AfD-Parolen, wie „Vollende die Wende“, folgte prompt. In der ZDF-Sendung vom Sonntagabend zu den Wahlen in Brandeburg und Sachsen hielt eine Passantin ein selbst geschriebenes Plakat in die Fernsehkameras, auf dem zu lesen war: „Rassisten sind keine Alternative“.

Im Zuge der Wahlen störten sich viele Leser an der Behauptung der Rechtspopulisten, in der Bundesrepublik herrschten heute ähnliche Verhältnisse wie in der DDR. Bürgerrechtler von damals, wie Marianne Birthler und Werner Schulz, warfen der AfD daraufhin die Verbreitung einer „Geschichtslüge“ vor. Die ZDF-Panne sorgt unterdessen im Netz für Aufsehen. Auf Twitter wird die Frau gefeiert. Nutzer nannten sie „Held des Abends“.

Für Empörung sorgte das Plakat bei AfD-Anhängern, wie der früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach: Es sei „einfach unglaublich, was das ZDF abliefert“, schrieb sie. Auf der Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG schreibt Brigitte Combosch: Die junge Frau „hat einfach recht: Rassismus ist keine Alternative. Wenn die AfD das auch so sieht, sollte sie doch kein Problem mit dem Plakat haben.“ Eike Liezitiert die ZDF-Moderatorin: „,Das ist der Vorteil eines transparenten Studios.’“ Und Franziska Xfiles ergänzt: „Einfach nur herrlich.“ Mit den AfD-Walkampf-Slogans beschäftigt sich Matthias Schmeißer: „Wer sich auf die Ideale der friedlichen Revolution von 1989 beruft, sollte schon allerhöchste Ansprüche an sich selbst stellen.“

Ingo Muellerbetont: „Für diese blaubraunen Typen bin ich 1989 nicht auf die Straße gegangen“, woraufhin Gerd Burk fragt: „Sondern für die schwarzen, gelben und grünen, die die DDR ganz offiziell ausgeblutet haben?“ Harald Henkelkann daraufhin nur mit dem Kopf schütteln: „Ausgeblutet?“, fragt er. „In welchem Universum haben Sie denn damals gelebt? Die DDR mag technisch nicht bankrott gewesen sein. Das ging aber zulasten der völlig veralteten Produktionsmittel, sprich: Maschinen. Es wurde zwar fleißig alles mögliche recycelt, aber die Produktion war so dreckig, dass die Böden noch auf Jahrzehnte verschmutzt sind. Die DDR stand wirtschaftlich am Abgrund. Nicht der Westen hat sie ausbluten lassen, sondern die Führungsriege der DDR und Russlands.“ Und: Wenige Firmen seien damals tatsächlich konkurrenzfähig gewesen. „Ich war dafür, wie es die SPD vorgeschlagen hatte, die DDR zu einer Sonderwirtschaftszone zu machen, um den Firmen die Möglichkeit zu geben, sich anzupassen. Aber das DDR-Volk hat ja lieber an ‚blühende Landschaften‘ geglaubt, sonst wäre Helmut Kohl nie wiedergewählt worden. Die Konsequenzen haben wir noch heute zu tragen. Vielleicht ist das damals alles viel zu schnell gegangen. Vielleicht waren die DDR-Bürger zu einer echten parlamentarischen Demokratie einfach noch nicht bereit. Aber dass der Westen den Osten hat ausbluten lassen, ist einfach eine Verdrehung der Tatsachen, auch wenn ich verstehen kann, dass es vielen DDR-Bürgern so erschienen sein mag.“

Holger Suhrbierempfindet angesichts der AfD-Schlachtrufe Scham: „Jeder, der damals daran beteiligt war, der schämt sich in Grund und Boden, noch dazu, dass solche Aussagen von Westdeutschen kommen. Unfassbar.“ Tatsache ist: Im Osten ist die AfD zurzeit viel erfolgreicher als im Westen. Das hat sich bei der Europawahl im Mai wieder gezeigt: In Sachsen und Brandenburg wurde sie stärkste Kraft. Pikant: Die Mehrheit der tonangebenden AfD-Funktionäre kommt aus dem Westen. Ein Umstand, den auch André Wieduwiltnicht unerwähnt lässt. „Besonders witzig an der Geschichte ist ja auch, dass eigentlich alle AfD-Führer aus dem Westen kommen.“

Von Juliane Lange

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