Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Lesermeinung „Stempelt das Tier nicht als Problemwolf ab!“
Mehr Meinung Lesermeinung „Stempelt das Tier nicht als Problemwolf ab!“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:13 26.11.2019
Tötungsgegner fordern Zäune mit elektrischer Spannung. Die sollen Schafe vor dem Wolf schützen. Quelle: Caroline Seidel/dpa
Anzeige
Rostock

Die wiederholten Wolfsangriffe auf Nutztiere haben erneut landesweit eine hitzig geführte Diskussion um die Frage ausgelöst, wie mit dem Problemtier umzugehen sei, das die Kennnummer GW924m trägt. Umweltminister Till Backhaus (SPD) prüft derzeit eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss des Wolfes, der im Nachbarland Schleswig-Holstein mehr als 40 Schafe gerissen haben soll. Zudem riss das Tier Ende Oktober in Grabow (Ludwigslust-Parchim) ein Schaf. Vor einer Woche soll er in Görke auf Usedom abermals Nutztiere angegriffen haben. Die Kommentare zu dem Fall offenbaren zwei sich diametral gegenüberstehende Lager von Lesern – Befürworter und Gegner der „Entnahme“, also den Todesschuss.

Claudia Pantermehl schreibt empört: „Die Probleme liegen nicht beim Wolf, sondern beim Menschen. Das heißt nicht Problemwolf, sondern Problemmenschen. Sie sind es, die ihn weghaben wollen. Er hat das Recht, hier auf der Erde zu sein. Lasst ihn in Ruhe.“ Claudia Philipp ist ähnlicher Auffassung: „Wenn ich schon lese ‚Problemwolf‘. Katzen jagen Mäuse und Vögel. Spricht man dann von Problemkatze? Mein Hund schnappt nach Spinnen. Ist er ein Problemhund? Raubvögel sind wohl auch Problemvögel? Es ist die Natur. Nur der Mensch hält sich nicht daran. Er ist der Problemmensch!“ Lasst ihn am Leben und baut besseren Schutz für die Herden. Dann sei das Problem gelöst, mahnt Philipp an.

Chris Boyens fragt: „Wie viele Nutztiere isst der Mensch im Jahr? Ich denke, da kommt der Wolf im Leben nicht heran.“ Boyens gibt indes zu: „Sicherlich sei es traurig, wenn Schafe mit ihren Kleinen gerissen werden, aber es sichere halt sein Überleben. Auch er plädiert dafür, die Herden besser zu schützen und nicht den Wolf als Problemwolf abzustempeln. Matthias Laugisch notiert: „Ich glaube nicht, dass sich der Mensch das Recht rausnehmen kann, dieses Wort ‚wüten‘ in der Tierwelt anzuwenden.“ Antje Green bringt folgenden Gedanken in die Diskussion ein: „Solange man nicht selbst betroffen ist und eigene Kinder hat.“ Mario Schütt ergänzt dazu: „Ich halte es für einen Fehler, für den Menschen gefährliche Raubtiere in Deutschland wieder anzusiedeln. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das erste Kind gerissen wird. Das Haus- und Nutztiere von Wölfen gerissen werden, scheint für viele Menschen ja offenbar völlig okay zu sein.

Ebenso hält OZ-Leserin Monika Schumacher die Ansicht ihrer Vorredner für verheerend: „Selbstverständlich treten hier wieder nur Städter von ihrem gemütlichen Sofa aus für den Wolf ein. Niemand hat Mitleid mit den Tieren, die das Raubtier tötet. Sind ja bloß Nutztiere. Dass er eben nicht nur ein Tier tötet und frisst, sondern in seinem Blutrausch jede Menge tötet und verletzt, scheint nicht wichtig, sind bloß Schafe, Fohlen, Ziegen und Kälber. Der Wolf ist so schön gefährlich, fast so toll wie Horrorfilmgucken. Geht auch vom Sofa aus.“

Dana Janeczek-Pieper schließlich meint: „So sinnlos. Der Mensch nimmt sich einfach alles. Eine Schande ist das für Mecklenburg und Vorpommern, überhaupt darüber zu diskutieren.“

Von Juliane Lange

Fast 94 Prozent der Beteiligten stimmten bei der Umfrage der OSTSEE-ZEITUNG für Mecklenburg-Vorpommern als beliebtes Urlaubsland. Auch 2020 wird MV wohl wieder mit Bayern um den Titel des beliebtesten Ferienziels der Deutschen konkurrieren.

22.11.2019

Dem deutschen Einzelhandel stehen vermutlich ein enormer bürokratischer Aufwand sowie erhebliche Kosten bevor. Lesen Sie hier einige Reaktionen auf die neue Regelung.

24.11.2019

Die Tierschutzorganisation „Peta“ und der Deutsche Tierschutzbund fordern die Einführung eines Hundeführerscheins. OZ-Leser diskutieren kontrovers über das Vorhaben.

22.11.2019