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Lesermeinung Warum für Altpapier auch noch bezahlen?
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17:22 01.12.2014
Leipzig

Im Leserbrief „Kurzsichtig und egoistisch“ wird auf die Unlogik hingewiesen, dass die Rostocker für ihre Altpapierbereitstellung auch noch bezahlen sollen. Dazu einige Anmerkungen aus anderen deutschen Kommunen.

Die Arbeitsgemeinschaft Duales System Oldenburg (ARGE) ist seit zehn Jahren für die Papierentsorgung verantwortlich. Sie stellt kostenlos die Tonnen und fährt den Inhalt kostenlos ab. Ab 1. Januar 2014 wollte die Stadt Oldenburg das Altpapier mit ihrem Abfallwirtschaftsbetrieb erfassen, weil sie sich ein Geschäft davon versprach – und um, wie sie vorgibt, die Müllgebühren konstant zu halten. Jetzt hat Oldenburg seit Jahresbeginn eine zweite "kommunale blauen Tonne" und die Stadt erwägt keine Abfallgebührensenkung, sondern eine Erhöhung – weil die Anschaffung der kommunalen blauen Tonnen ja Geld gekostet habe (Quelle: europaticker.de).

Immerhin, in Oldenburg will die Stadtverwaltung Geld für die kommunalen blauen Tonnen. In Rostock hingegen ist Veolia für die Papierabfuhr zuständig. Wieso also sollen die Rostocker Bürger für Veolia's Tonnen zahlen und Veolia macht das Geschäft mit dem Altpapier? Wieso geht es nicht wie bei der Arbeitsgemeinschaft Duales System Oldenburg kostenlos? Da ist ja immer noch Gewinn drin!

Der Kreis Unna beispielsweise erzielte 2014 beim Verkauf des Altpapiers 90,43 Euro je Tonne. Im kommenden Jahr werden die Aufkaufpreise zwar sinken, sind dann aber immer noch gewinnbringend. In Rostock können wohl neben den Studenten auch die Verwaltungsleute nicht rechnen. Oder geht das ressourcenschonende Altpapierstatt ins Recycling in den Müllofen von Vattenfall?



Ina Weber