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20:29 21.03.2018
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Dummerstorf

Was gehört Deutschland?

Es ist wohl einzigartig in der Geschichte Deutschlands, dass es etwas ausschließt, zu besitzen. Nun ja, es handelt sich bei diesem Ausschluss des obersten Hüters der inneren Ordnung Deutschlands um Immaterielles, um eine Religion: den Islam, den Glauben an den Propheten Mohammed. Ich weiß nicht, wie es Herrn Seehofer gelingen könnte, etwas zu bannen, was nicht materieller Natur ist?

Eine Idee verwirklicht sich, wenn sie die Massen ergreift - so oder ähnlich hat ein kommunistischer Vordenker einst über den Marxismus geschrieben. In Deutschland leben viele Millionen Menschen, die den Koran als das Buch der Bücher ansehen und versuchen, hier unter den Menschen, die die Bibel ehren oder MC Donalds ehren oder nach einem Nirwana suchen, ihren Platz zu finden und ihn vielleicht schon gefunden haben. Niemand kommt auf die Idee, einem Inder oder einem Zeugen Jehovas oder Jemandem, der an gar nichts zu glauben vermag, eine solche Feindseligkeit entgegenzubringen, wie sie den Mohammedanern in Deutschland entgegenschlägt. Es wird zurecht entgegnet, dass die Inder und die Zeugen Jehovas und die Katholiken und die Juden und die anderen, die nach obiger Interpretation - nicht vom Besitz Deutschlands ausgeschlossen sind -, weil sie hier leben, geboren sind oder den Glauben angenommen haben, weil sie keine Bomben zünden und auch nicht mit LKWs in Menschenmengen fahren und keine Gruppenvergewaltigungen anzetteln. Das machen hierzulande vorwiegend Anhänger des Islams. Das ist ein Fakt, der bei allen gewendeten Betrachtungen als solcher bestehen bleibt.

Doch was ist der Grund, was treibt einen Islamisten zu solcher extremen Handlung in einem Land, in dem er ein Dach über dem Kopf hat, satt zu essen, studieren und arbeiten kann? Es ist der Kampf gegen eine Lebenskultur, die dogmatische Islamisten um keinen Preis tolerieren wollen, wenn sie sie schon nicht missionieren können. Mädchen, die bedacht oder unbedacht ihr Fleisch zur Schau stellen, werden auf freier Wildbahn gedacht, Popkonzerte die Tausende anziehen, sind als Auswüchse nicht lebenswerter Dekadenz betrachtet und Weihnachtsmärkte huldigen jemand, dem der Koran der Islamisten seinen Mythos ohnehin abspricht.

Doch ist das islamisch, ist dass der wahre Charakter des Korans? Natürlich nicht! Die Millionen von Mohammedaner und ihre Imame, die in Deutschland leben und ihren Glauben ohne Mord, Gewaltaufrufe und Menschenverachtung nachgehen, beweisen das Gegenteil. Doch sie sind es auch, die diese Extremisten aus ihren Reihen verbannen müssen. Es reicht nicht aus, hin und wieder ein Statement der Distanzierung von Gewalttaten und Mordvorbereitungen abzugeben oder gar wegzuschauen. Sie müssen den Umgang mit dem Koran aufarbeiten, innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaft Gewalt ächten und zwar so ächten, dass sie niemand im Namen des Korans zu begehen wagt- und das nicht nur in Deutschland. Das erwarte ich von all denjenigen, die im Islam ihre geistige Heimat sehen.

Der christlichen Kirche ist es erst vor wenigen Jahrzehnten gelungen, sich ihrer unrühmlichen Seiten, ihrer verbrecherischen Vergangenheit, sei es in Bezug auf die vielen Metzeleien im Namen von JC der letzten zwei Jahrtausende oder die schwere Schuld im sogen. 1000- jährigen Reich zu stellen. Doch niemand hat die Schlussfolgerung gezogen, dass der christliche Glaube das alles gerechtfertigt hat oder ihm immanent sei. Insofern ist es eine müßige Frage, ob der Islam nach Deutschland gehöre. Er gehört keinem Land, so wie andere Religionen auch keinem Land, keinem Staat gehören. Sie können ein Angebot sein an Menschen aller Welt.

Wir können Religionen nicht verhindern, indem wir beispielsweise ihre Gotteshäuser verbrennen. Eine Religion stirbt nur, wenn sie nicht mehr gelebt wird. Das Heilige Römische Reich deutscher Nation war eine Worthülse, so wie ein Kalifat nicht vermag den Islam einzuvernehmen. Bedenken wir, dass der Glaube, der in Deutschland am meisten verbreitet ist, einst den Wurzeln entsprang, wie der des Islam. Wesentliche Teile unserer heutigen Kultur kommen aus der gemeinsamen Zeit. Sie sind Geschwister und gehören keinem Staat. Geschwister können sich lieben, müssen es aber nicht. Aber sie müssen sich auch nicht mit der Forke erschlagen. Überzeugen kann nur der gelebte Glaube, weniger seine Missionierung und schon gar nicht Gewalt oder deren Duldung.

Gregor Johannsen

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