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Lesermeinung „Wer muss sonntags einkaufen?“
Mehr Meinung Lesermeinung „Wer muss sonntags einkaufen?“
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17:34 14.03.2019
Plakat an der Fassade des Kaufhaus Stolz in Sellin: Der Streit um die neue Bäderregelung in MV geht in eine neue Runde. Quelle: Frank Söllner
Rostock

Der Streit um eine neue Bäderregelung in MV geht in die Verlängerung. Bereits am kommenden Sonntag öffnen Geschäfte in Tourismusorten des Landes, obwohl die neue Regelung dies erst ab dem 15. April vorsieht. Grund: Die alte Vorschrift sei noch in Kraft, argumentieren Unternehmen und Wirtschaftsverbände. Zudem sollen mehr Kommunen als bisher vorgesehen von dem von der Regierung aufgelegten neuen Tourismuskonzept profitieren. OZ-Leser führen eine hitzige Debatte zum Thema.

Katrin Jordan schreibt: „Ich denke, dass das Sonntagsgeschäft gerade für kleine Unternehmen wichtig ist. Am Wochenende kommen viele Besucher und sind dann in Kauflust.“ Hannes Köhn setzt hinzu: „Ich bin für die Sonntagsöffnung. Für Schichtpläne, Arbeitszeiten und Gehälter sind dir einzelnen Firmen verantwortlich. Wenn Sie es nicht machen sollten, werden beziehungsweise müssen dir Mitarbeiter handeln.“

Ato Gretzki meint: „Weder der Kinobesuch, noch Restaurant, Freizeitpark oder der Anruf im Call-Center sind überlebenswichtig und trotzdem werden sie am Wochenende reichlich genutzt. Warum sich der Einzelhandel immer besonders theatralisch in Szene setzt, wenn es um flexiblere Öffnungszeiten geht, verstehe ich nicht.“ Weiter notiert der Leser: Millionen Menschen in anderen Berufen würden es auch schaffen, Familie und Wochenendarbeit unter einen Hut zu bringen. Daher sollte jeder Händler selbst entscheiden können, zu welchen Öffnungszeiten er öffne, so Gretzki. Rene Lars Wilke arbeitet in der Gastronomie, wie er erwähnt. „Wir haben sieben Tage die Woche geöffnet. Und ich war noch nie sonntags einkaufen, weil ich das nicht kenne oder ich arbeite an dem Tag. Klar haben Berufe wie der des Feuerwehrmannes, des Pflegers oder der Krankenschwester diesen Nachteil. Aber wer muss sonntags einkaufen? Das, was ich mir am Sonntag kaufe, kann doch auch bis Montag warten.“

In ähnlicher Weise argumentiert OZ-Leserin Maria Scriba. „Mein Mann und ich gehen sonntags prinzipiell nicht einkaufen. Geldausgeben kann man sechs Tage in der Woche. Das ist doch wohl genug.“ Annegret Müller indes stellt die Frage, wieso keiner am Sonntag einkaufen muss. „Busse und Bahnen sollen fahren. Und auch bei Polizei, Feuerwehr und in Krankenhäusern wird selbstverständlich am Sonntag gearbeitet. Dort denkt keiner an die Familien, nur beim Einzelhandel ist das ein Dauerthema.“

Juliane Lange

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