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Lesermeinung „Wie wäre es mit einer Demo für die Aufforstung?“
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13:46 19.07.2019
Buchenwald auf der Insel Rügen: Können neue Bäume das Klima retten? Die Bundesregierung jedenfalls will aufforsten. Quelle: Jens Büttner/ZB/dpa
Schwerin

Das „Mehrere-Millionen-Bäume-Programm“, mit dem Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) deutschlandweit massiv aufforsten will, um den Wald als entscheidenden Klimaschützer zu stärken und den Verlust der vergangenen Jahrzehnte von insgesamt 110 000 Hektar auszugleichen, ruft bei OZ-Lesern ein geteiltes Echo hervor. Für MV würde dies bedeuten, dass sich das Land mit 212 000 Hektar neuem Wald beteiligen müsste, einer Fläche doppelt so groß wie die Insel Rügen.

Tom Fischer merkt kritisch an: „Macht ja auch Sinn auf Rügen. Straßen zur Klimarettung zurückzubauen, wenn zeitgleich der Regenwald im Amazonasgebiet immer weiter abgeholzt wird.“ Für Sunny Fisch mute „noch viel irritierender“ an, wie sie notiert, „dass in den Städten so herrlich gewachsene Biotope wie Kleingartenanlagen abgerissen werden sollen für städtebauliche Planungen.“ Stephan Pundt meint, das sei „lächerlich“. Er erklärt: „Es gibt massenhaft Lücken in Alleen, wo man ohne Probleme wieder Bäume pflanzen könnte und dann gerne auch komplett entlang der Autobahnen, denn dort filtern die Bäume dann auch gleich den Feinstaub des Verkehrs mit aus der Luft.“ Des weiteren rät der Leser „allen Bauern, um ihre Felder herum, Bäume zu pflanzen. Ich denke an den Sandsturm mit dem verheerenden Autounfall in der Nähe von Rostock. Bäume verhindern auch, dass zu starker Wind den fruchtbaren Boden von den Äckern trägt, wäre also auch im eigenen Interesse. In diesem Fall bringt auch kleckern was“, ist Pundt überzeugt.

Thilo Klahre unterbreitet den Vorschlag, „für jedes neu bebaute Grundstück, für jede neu versiegelte Fläche bei der Erteilung der Baugenehmigung eine doppelt so große Fläche zum Zwecke der Aufforstung auszuweisen.“ Und weiter: „Bauern könnten zudem Ausgleichsflächen parzellenweise verpachten. Die Pacht könnte wie eine Grundsteuer eingezogen werden. Damit erhält der Bauer seinen Ertrag, und der Bauherr trägt zur Verbesserung der Umwelt bei.“

Andreas Herchenbach notiert: „MV hatte tolle Wälder. Als passionierter Pilzsammler kann ich ein Liedchen davon singen.“ Doch seit einigen Jahren würden die hiesigen Wälder mehr und mehr ausgedünnt, so seine Beobachtung. „Kaum ein Wald oder Schlag, der verschont blieb. Aus einem intakten Mischwald wird jedes Jahr solange eine andere Baumart entnommen, bis nur noch eine übrig bleibt. Dann wird untergeforstet und für ein Schild aufgestellt: ,Hier entsteht aus einer ehemaligen Monokultur ein Mischwald!’ So gnadenlos, wie die Wälder ausgedünnt werden, ist es kein Wunder, wenn sie rasend schnell austrocknen und der zunehmende Wind der letzten Jahre angreifen und mit den Bäumen Mikado spielen kann. Wälder gibt es in MV kaum noch. Für mich sind das nur noch Forste.“

Kai Mindykowski fragt: „Wie wäre es denn mal mit einer Demonstration für die Aufforstung der Wälder?“

Juliane Lange

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