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Lesermeinung Wie zu DDR-Zeiten
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11:39 16.04.2019
Achtung Baustelle: Ab April werden die Landstraßen 12 und 11 saniert. (Symbolbild) Quelle: Fotolia
Bad Doberan

Terminierung ohne Abstimmung?: In der nord-ostdeutschen Provinz werden Baumaßnahmen mit teils überregionaler Wirkung noch immer wie zu Zeiten der DDR umgesetzt. Frühzeitige Kommunikation? Warum? Die Leute kennen doch nichts anderes und werden sich schon damit abfinden.

In unserer alten Heimat, der Bundeshauptstadt, wird zum Beispiel einer der am stärksten befahrenen Bundesautobahn-Abschnitte Deutschlands, die Autobahn 100 am Funkturm auf 2 Mal 3 Spuren an einem Wochenende abgefräst und mit neuer Asphaltdecke inklusive neuen Markierungen versehen.

In der Provinz des Landkreises Rostock werden zentrale, stark frequentierte Straßen für 14 Tage komplett gesperrt. Weder am Wochenende, noch in den Nachtstunden wird gearbeitet. Tagsüber stauen sich in der Rushhour Fahrzeuge auf einer Bundesstraße und der Innenstadtkreuzung, weil zeitgleich Bauarbeiten an selbiger erfolgen.

In Heiligendamm wird zur selben Zeit die Asphaltdecke der kompletten Ortsdurchfahrt abgefräst. Die Aufbringung der neuen Asphaltdecke erfolgt dann in der Woche nach Ostern. Das sind dann die Tage, die von Hotelgästen des auf Auslastung der Bettenkapazitäten angewiesenen Grand Hotels gern als Verlängerung im Anschluß an die Osterfeiertage gebucht werden.

Bereits die Anreise erfolgt über eine rumpelnde Fahrbahn, der Aufenthalt im Hotel wird umweht von einer feinen Staub-, Lärm und frischen Asphalt-Note. Ob das jedem Hotelgast so zusagt? Eine Region, abhängig vom Tourismus und möglichst wiederkehrenden Gästen, asphaltiert in den Osterferien eine Ortsdurchfahrt in einem Ostseebad. Das ist eine reife Leistung.

Björn Bruger