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Lesermeinung „Windräder sind eine der eher kleinen Baustellen“
Mehr Meinung Lesermeinung „Windräder sind eine der eher kleinen Baustellen“
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14:10 25.03.2019
Windpark zwischen Grimmen und Leyerhof: Laut einer Studie sterben im Sommer jeden Tag Milliarden Insekten durch Windräder. Quelle: Peter Franke
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Rostock

Die Modellrechnung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), nach der im Sommer täglich tonnenweise Insekten durch die Rotorblätter von Windrädern sterben, hat unter OZ-Lesern eine hitzig geführte Debatte ausgelöst. Für einige kommt die Meldung weniger überraschend, andere wiederum zweifeln stark an der Aussagefähigkeit der vorliegenden Studie.

René Domke etwa schreibt: „Kommt ja richtig überraschend. Aber alles flippt bei Kohlekraftwerken aus. Wenn die dann weg sind, wird wohl Öl oder Gas verboten. Den Menschen wird ideologisch eingepflanzt, was angeblich gut oder schlecht ist. Bei manchen ach so umweltfreundlichen Energieformen lässt man Details über schädliche Nebenwirkungen oder wirtschaftliche Unvernunft einfach weg. Am besten verkauft man den Leuten nur noch grüne Steckdosen, dann glauben alle, es ist total gesund, nachhaltig und umweltverträglich, alle haben ein gutes Gefühl und das Gewissen ist auch beruhigt.“ Holger Oppers meint zu den Berechnungen. „Das erklärt auch das Insekten- und Vogelsterben in den letzten Jahren. In der Masse gibt es diese Räder ja auch erst seit ein paar Jahren.“ Und Randolf Vastmans notiert: „Solange wir bedenkenlos Herbi- und Pestizide nutzen, sollten wir uns um die Windräder keine Sorgen machen.“

Auch Grünen-Politiker Johann-Georg Jaeger argumentiert ähnlich und schaltet sich in dieser Weise in die Debatte ein. „Wir müssen uns um den Insektenschutz kümmern, das ist richtig. Aber Windkraftanlagen sind dabei eine der eher kleinen Baustellen. Ohne eine Änderung der Landwirtschaft, und diese Änderung muss den Landwirten in irgendeiner Form vergütet werden, haben wir keine Chance. Der Klimawandel ist eine zunehmende Bedrohung für Insekten, weil Zeitabläufe und verlässliche Lebensbedingungen durcheinander kommen. Eine der einfachsten Veränderungen ist die Umstellung unserer Straßenlampen auf eine insektenfreundliche Nutzung!“ Malte Rockmann gibt zu bedenken: „Die einzige Aussage, die die Studie tätigt, ist: Insekten sterben an Windrädern. Ja, okay kann ich nachvollziehen. Die DLR sagt selbst, dass der Umfang und die Relevanz nicht bekannt sind. Der Autor der Studie hat geschaut, was Studien über die Insektendichte in der Luft sagen und wie viel Luft durch eine Windkraftanlage strömt. Dann hat er diese beiden Zahlen zusammengebracht und fertig ist die Studie.“ Der Leser indes befürchtet, dass die industrielle Landwirtschaft die weitaus größere Bedrohung für die Insekten sei. „Denn Ackergifte erfüllen nun mal ihren Zweck: sie töten alles, was der Bauer nicht will und mehr.“

Ronald Müller stört sich am „derzeit grassierenden Ökowahn“. Dieser sei „erschreckend. Man indoktriniert Schulkinder, die dann zum Austausch mal eben in die USA jetten, drückt Achtjährigen Schilder in die Hand mit der Aufschrift ,Kohleausstieg sofort’ und von den Vorzeige-Grünen hat so manch einer die Bonuskarte einer Airline in der Tasche. Das Land wird mit Windrädern zugepflastert und was dabei rauskommt, sieht man ja: verkehrte Welt.“

Juliane Lange

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