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Lesermeinung „Wir brauchen die Kreisstraßen“
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14:20 23.06.2019
Schwerin

Der Vorstoß von Verkehrsminister Christian Pegel (SPD), marode Straßen im Land ob Geldmangels notfalls aufzugeben, erntet unter OZ-Lesern vielfach Kritik. Pegel erläutert: Dabei sei zunächst an jene Strecken zu denken, „die keine wesentliche Funktion mehr haben“.

Mirko Kloock moniert: „Für Straßen ist kein Geld“, aber mindestens 150 Millionen Euro seien für die Bahn vorgesehen, „die auch noch jedes Jahr mit Millionen subventioniert werden muss.“ Frank Lüdicke fragt: „Geldmangel? Ich lach mich tot. Wenn ich sehe, was hier an ,Prestigeobjekten’ entsteht, zum Beispiel diverse Straßenerneuerungen, bei denen man sich fragt, ob das Geld mit aller Gewalt weg muss oder auch Ampelkreuzungen auf Bundesstraßen, wo kaum jemand wohnt. Ich komme mir jedenfalls verarscht vor.“

Philipp Zicker wundert sich nicht, wie er schreibt, angfesichts der Tatsache, dass „immer mehr Menschen in die bereits überfüllten Städte ziehen (mit allen bekannten daraus folgenden Problemen) und wenn der ländliche Raum derart vernachlässigt wird.“ Holger Friedrich mahnt: „Infrastruktur aufgeben, heißt die Menschen aufgeben!“ Das sei wie Selbstmord aus Angst vor dem Tod, befindet der Leser. Michael Sämann stellt die Frage: „Wozu zahlen wir Kfz-, Mineralöl- und Ökosteuer? Der deutsche Autofahrer wird schon ,gemolken’, wo es nur geht. Aber das Geld in die Infrastruktur zu stecken, wäre ja offensichtlich zu viel verlangt. Wenn man alle Steuereinnahmen zusammenrechnet, würde das Geld reichen, um die Straßen vergolden zu lassen“, ist Sämann überzeugt. Benjamin Kintschner unterbreitet den Vorschlag, „sich mal lieber auf Straßen zu konzentrieren, die wirklich kaputt sind und nicht die Straßen immer wieder aufs Neue zu sanieren, die noch heil sind.“ Jörg Schön hinterlässt folgenden Kommentar: „Das ist ein Offenbarungseid von Herrn Pegel.“ Und Sabine Böge meint: Hier lasse die DDR grüßen. „Erst die Straßen stilllegen, dann die Türen und Fenster der maroden Häuser zumauern und so weiter. Das kennen wir doch schon. 30 Jahre nach ,Peng’ hat sich das keiner so vorgestellt.“

Christiane Lange ruft dem Landesminister zu: „Werter Herr Pegel, wir brauchen die Kreisstraßen, da weder auf den Bundesstraßen noch auf den Autobahnen der Verkehr läuft.“

Andreas Unterfranz regt, wenn auch nicht ganz ernst gemeint an, „darüber nachzudenken, ob wir wirklich eine eigene Landesregierung mit Parlament, Ministerpräsidentin und Ministerien brauchen oder ob wir das aus Kostengründen nicht einfach aufgeben sollten und uns von Schleswig-Holstein oder Brandenburg mitregieren lassen könnten.“ Annett Scheurich berichtet, ihre Gemeinde habe gerade Fördergelder für eine neue LED-Straßenbeleuchtung (Klimaschutzprogramm) erhalten, „und jetzt werden funktionierende Lampen gegen neue ausgetauscht. Kosten: 280 000 Euro. Man hätte auch für 15 000 die Glühbirnen wechseln können. Aber für unsere Straße fehlt uns seit zehn Jahren der Eigenanteil von 150 000 Euro, rechnet die Leserin vor.

Mathias Schütz merkt ironisch an: „Ja mei, für was fahrt ihr eigentlich SUV? Da werden jetzt die Straßen den Autos angepasst.“

Juliane Lange

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