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Lesermeinung kein Einkaufszentrum/Antwort auf Leserbrief von Michael Schmitt
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21:21 12.05.2014
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Greifswald

Sehr geehrter Herr Schmitt,

wir wohnen in der Bahnhofsstraße und wir wollen hier kein neues großes Einkaufszentrum mit zusätzlichen PKW Strömen, Lärmbelästigung durch Anlieferverkehr, Abgasen usw. Erstmal gibt es in Greifswald schon genügend Handelszenter mit Leerstand wie Mövenzenter, OEZ, Dompassage, Westend usw.. Noch eine EKZ-Investruine in den KAW Hallen mit z.B. Takko, Aldi, NKD macht Greifswald auch nicht wirklich attraktiver.

Die von Ihnen zitierte Cimastudie berücksichtigt auch nur die Wirtschaftlichkeit des ggf. neuen KAW Einkaufszenters. Eine wirtschaftliche Betrachtung aus Sicht der oben erwähnten bereits bestehenden Handelseinrichtungen bleibt diese Studie zum größten Teil natürlich schuldig. Dass diese Studie vom Investor bezahlt wurde hinterlässt bei mir zumindest einige Bauchschmerzen.

Ich bin verblüfft, dass Sie das Szenario einer verödeten Innenstadt für "unseriös" halten. Ich verweise auf diesbezügliche Stellungnahmen des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Schwerin, Industrie und Handelskammer Neubrandenburg, Einzelhandelsverband Nord, Innenstadtverein Greifswald usw. Diese Behörden lehnen diese Dimension eines neuen EKZ in Greifswald allesamt ab und halten den Schaden für bestehende Handelsstrukturen für nicht vertretbar.

Ist das Ministerium in Schwerin z.B. in ihren Augen nun auch unseriös Herr Schmitt? Diese Stellungnahmen können Sie auf der Homepage der Hansestadt Greifswald herunterladen. Aus der Stellungnahme des Schweriner Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung vom 2.10.2013:

"Das Planungsvorhaben grenzt zwar an einen im EHK verankerten ZVB an, liegt jedoch nicht innerhalb eines schützenswerten ZVB. Es ist auch hinsichtlich seiner ursprünglich geplanten Funktion "Nahversorgungszentrum" größenmäßig und sortimentsstrukturell deutlich überdimensioniert. Das belegt das Gutachten eindeutig anhand der Umsatzwirkung auf "Neuenkirchen" und auf den "Elisenpark". Dies belegt, dass die Ausstrahlung des neuen Versorgungszentrums bis an die Stadtgrenze und darüber hinausgeht. Eine derartige Ausstrahlungswirkung ist mit einem „Nahversorgungszentrum" nicht vereinbar. Die Anzahl der Stellflächen belegen zudem, dass sich das Versorgungszentrum auch auf den Autokunden orientiert. Eine Reduzierung der Verkaufsfläche des EKZ ist im Sinne der weiteren Entwicklung der Innenstadt jedoch zu empfehlen".



Thomas Müller