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Meinung Wohnheime für Arbeiter: Der Markt hat versagt
Mehr Meinung Wohnheime für Arbeiter: Der Markt hat versagt
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20:14 21.09.2019
Kommentarbild online, Andreas Meyer zum Elbotel Quelle: Arno Zill
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Rostock

Die Idee, Wohnheime oder gleich ganze Siedlungen für wachsende Betriebe zu bauen – nein, neu ist sie wirklich nicht. An der Hamburger Straße in Rostock etwa entstanden ganze Wohnblöcke für die einstigen Flugzeugwerke. Und in Bergen auf Rügen wurde vor rund einem halben Jahrhundert gleich ein ganzer Stadtteil für den damals neuen Fährhafen in Sassnitz aus dem Boden gestampft.

Genau solche Konzepte und Initiativen brauchen die Städte und Urlaubsorte im Land jetzt wieder. Der freie Markt hat in Sachen Wohnungsnot versagt. Anstatt in Größenordnungen mehr Wohnungen zu bauen, wurden die bestehenden einfach nur teurer. Geholfen hat das nur den Investoren.

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Kommunen in der Pflicht

Nun sind die Kommunen selbst in der Pflicht: Sie müssen – wie in Rostock geplant – Wohnheim für Studenten, Werftarbeiter, Saisonkräfte bauen. Mehr Bauland muss her – für Wohnungen mit günstigen Mieten und auch für Häuslebauer mit besseren Einkommen. Denn zu den Aufgaben der Städte gehörte es auch, Wirtschaft zu ermöglichen.

Nach dem Staat zu rufen, ist an dieser Stelle recht – aber am Ende auch billig. Zu billig: Auch die Unternehmen, die wachsen wollen, müssen ihren Beitrag leisten. Die Hotels in den Urlaubsorten, die großen Betriebe in Rostock und den Hansestädten: Auch sie müssen Wohnungen, Wohnheim, Grundstücke bieten. Die MV Werften und auch Karls Erlebnisdorf machen es schon vor.

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Von Andreas Meyer

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