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Studium und Beruf Erfahrungen aus Hamburg in Wismar von Nutzen
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Erfahrungen aus Hamburg in Wismar von Nutzen

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Romy Peschel am Alten Hafen in Wismar – hier hält sie sich gerne auf. Quelle: Dirk Hoffmann
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Wismar

In Mecklenburg-Vorpommern ist es doch am schönsten. Die Mole auf der Insel Poel oder den Hafen in Wismar würde Romy Peschel wohl nur ungern gegen die anderen Regionen Deutschlands eintauschen wollen. Die junge Frau, Jahrgang 1988, liebt die Hansestadt und die Umgebung. Von hier zog es sie als Jugendliche nach Hamburg und Kiel, ehe sie 2016 wieder nach Wismar kam.

Zum Studium nach Hamburg gezogen

„Ich war neugierig auf die Welt und die Großstädte“, blickt Romy Peschel im März 2020 im Interview zurück. Wismar erschien ihr damals zu klein, wobei sie das aber keineswegs abwertend meint. Nach dem Abitur wollte sie raus und etwas erleben. So wie andere junge Menschen in diesem Alter auch. Romy Peschel besuchte einen Workshop an der Stage School in Hamburg und begann nach erfolgreicher Bewerbung ein Studium in Gesang, Tanz und Schauspiel. Ein Traum schien in Erfüllung zu gehen, denn sie tanzte schon immer für ihr Leben gern. Bereits als Fünfjährige hatte sie damit begonnen. Auch wenn sich Romy Peschel nach einer Großstadt sehnte, während der Zeit in Hamburg steuerte sie dennoch oft und gerne das eher beschauliche Wismar an, fuhr zu ihren Eltern und Freunden. Und jedes Mal freute sie sich, wenn sie über die A 20 kommend endlich Wismars Silhouette mit der Marienkirche und dem Hafen erblickte.

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2016 in die Heimatstadt Wismar zurückgekehrt

Die Sehnsucht zur Heimat war da, ein Zurück gab es aber erst einige Jahre später. Denn von Hamburg ging es für Romy Peschel zunächst nach Kiel, wo sie Sozialpädagogik studierte und auch nach ihrem Abschluss weiterarbeitete. Dort verbrachte sie insgesamt sieben Jahre. 2016 folgte dann die Rückkehr nach Wismar, wo sie zunächst als pädagogische Mitarbeiterin arbeitete, ehe sie dann später im Jugendförderverein Parchim/Lübz e.V. als Sozialpädagogin in der Jugendarbeit begann.

Die Rückkehr fiel Romy Peschel aber schwerer als gedacht. Denn einiges hatte sich geändert, auch viele Freunde von damals waren nicht mehr da. Es brauchte seine Zeit, neue Freundschaften entwickelten sich. Außerdem entdeckte sie ihre nie erloschene Liebe zum Tanzen wieder neu. Romy Peschel schloss sich der Free Dance Tanzschule in Wismar an.

Musik und Tanz als Brücken der Verständigung

Außerdem gibt sie selbst in der Jugendhilfe einmal in der Woche einen Tanzkurs. Dabei handelt es sich um eine kleine Gruppe von sechs Mädchen, wie sie erzählt. Ihr ist es wichtig, dass die Jugendlichen hier ihre eigenen Ideen einbringen. „Musik und Tanz können auch Brücken der Verständigung schlagen“, so Peschel. „Es macht mir einfach Spaß“, meint die junge Frau, die sich gerne über ihre berufliche Tätigkeit hinaus engagiert. So arbeitet sie zum Beispiel in dem europäischen Projekt „Influencers“ mit. Es befasst sich mit gesellschaftlicher Teilhabe und zielt darauf hinaus, grenzüberschreitend jungen Menschen neue Perspektiven in ihrer Mobilität zu eröffnen. Konkret geht es in dem über zwei Jahre laufenden Projekt darum, die Inklusion junger Menschen mit einer Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen im Bereich der Online-Medien zu fördern. Im vergangenen Jahr hatte dazu in Dublin ein Treffen mit Organisationen und Vereinen aus Portugal, Polen, Frankreich, Zypern, Irland und Deutschland stattgefunden. Auch Romy war dabei und vertrat dort zusammen mit einer Kollegin den Jugendförderverein Parchim/Lübz als einen der Partner vor Ort. Sie fand es sehr spannend und würde gerne auch in diesem Jahr wieder an solch einem Treffen teilnehmen.

Wieder in der alten Heimat angekommen

Romy Peschel ist längst wieder in ihrer alten Heimat angekommen. Wenn sie heute von Mecklenburg und Wismar spricht, dann gerät sie sehr schnell ins Schwärmen. „Wismar hat sich extrem verändert. Der Hafen wurde ausgebaut und die Häuser wurden saniert“, so Peschel. Wismar ist schön geworden und zieht auch viele Touristen an, wie sie meint. Und wenn Freunde von auswärts zu der Sozialpädagogin kommen, dann lädt sie sie auch gerne zu einer kleinen Tour durch die Stadt ein, zeigt ihnen den Marktplatz, St. Georgen und die Marienkirche. Für sie stellen die beiden Gotteshäuser besondere Sehenswürdigkeiten dar, die immer einen Besuch wert sind.

Zeit in der Fremde keine verlorenen Jahre

Auch für ihre Joggingrunden muss Romy Peschel die Hansestadt Wismar nicht verlassen. Sie liebt es, am Hafen zu laufen, die frische Luft einzuatmen und einfach mal den Alltag hinter sich zu lassen. Oder am Hafen ein Fischbrötchen genießen. Das ist genau, das was sie mag. „Für mich ist das Entschleunigung“, so Romy Peschel. Manchmal denkt sie dabei auch an die größeren Hansestädte des Nordens zurück, wo es sie als Jugendliche hinzog. „Ich war damals einfach noch nicht reif dafür“, so die Rückkehrerin. „Meine Liebe zur Heimat war letztlich stärker und zog mich wieder zurück.“ Es waren in ihren Augen aber dennoch keine verlorenen Jahre. Sie hätten sie geprägt und wären sehr lehrreich gewesen. Das kommt ihr heute für die in Wismar anstehenden Aufgaben zugute.

Von Dirk Hoffmann

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