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Studium und Beruf „Dieses Glück habe ich nur hier in Mecklenburg-Vorpommern gefunden“
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In der Ferne die Liebe zur Ostsee entdeckt

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Hier fühlt sie sich einfach wohl: Juliane Rhode ist Director of Sales & Marketing im Grand Hotel Heiligendamm. Sie liebt das historische Ensemble und den Blick aufs Meer. Quelle: Christine Wunschik
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Heiligendamm

„Manchmal muss man erst in die Ferne, um die Heimat richtig schätzen zu lernen“, sagt Juliane Rhode (41). Als Director of Sales & Marketing im Grand Hotel Heiligendamm genießt sie jeden Tag den Blick auf die Ostsee, auch an diesem kühlen Märztag. Hier im Nordosten fühlt sie sich wohl, liebt Land und Leute. Aufgewachsen in Wittenbeck, ausgebildet zur Hotelfachfrau im Kühlungsborner Hotel „Schweriner Hof“ – dann nach Zürich, London und Berlin. „Als junge Frau wollte ich erstmal weg, viel erleben, andere Länder entdecken.“

In der Schweiz ging es privat und beruflich steil bergauf

Ganz weit entfernt vom Meer – Juliane Rhode fand die berufliche Herausforderung zunächst in der Schweiz. Mit einer Aufenthaltsgenehmigung für 18 Monate in der Tasche, startete das Abenteuer im Jahr 2000. Die junge Frau arbeitete im Service eines großen Hotels. Danach ging es steil bergauf – im Job und im Privatleben. In Zürich lernte Juliane Rhode ihren heutigen Mann Mike kennen. Er kommt ursprünglich aus Dresden und arbeitet ebenfalls in der Hotellerie. „Von da an haben wir einige Stationen gemeinsam absolviert.“ In London machte sich die Hotelfachfrau im Marriott Grand Residence Club mit der Arbeit in einem Fünf-Sterne-Hotel vertraut. „Das war eine spannende Zeit. Und London ist vor allem für junge Leute eine schöne Stadt. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Was ich dort erlebt habe, möchte ich nicht missen.“

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Zurück in Deutschland absolvierte Juliane Rhode die Hotelfachschule in Berlin, die sie als staatlich geprüfte Hotelbetriebswirtin abschloss. Im Ritz Carlton Hotel wurde sie zur perfekten Gastgeberin und lernte Stars und Sternchen kennen. „Ich habe in der Guest Relation gearbeitet und alle VIP-Gäste betreut.“ Nachhaltig beeindruckt habe sie beispielsweise die Begegnung mit den damaligen UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger Kofi Annan (1938-2018).

Das Hotel Adlon und der Trubel der Hauptstadt

Um die Hintergründe des Hotel-Betriebes genauer zu verstehen, ist sie vom Front Office, der Rezeption, in den Verkauf gewechselt. Die nächste Station war das Hotel Adlon. Dort mochte Juliane Rhode besonders den Blick aufs Brandenburger Tor und den Trubel der Hauptstadt. „Das war damals alles toll – aber irgendwann zieht es jeden an die Ostsee zurück. Aus der Freiheit einer Metropole, die ich als junge Frau empfunden habe, wurde plötzlich Enge. Dazu Stress im Alltag, Hektik in der Stadt und immer viele Menschen um mich herum – ich habe mich nach meiner Heimat gesehnt“, erzählt Juliane Rhode und erinnert sich:„Egal, wo ich war: Mir hat eigentlich immer die Natur Mecklenburgs gefehlt. Dazu gehören für mich die Weite der Landschaft, die einmalige Ruhe am Wasser und im Wald und das Zwitschern der Vögel.“

Die Geburt von Töchterchen Greta im Jahr 2013 sei eine Zäsur in ihrem Leben gewesen, sagt Juliane Rhode. „Plötzlich war für mich klar, dass ich zurück in den Norden will.“ Denn hier habe sie eine tolle Kindheit verlebt: „Nach der Schule war ich oft am Strand.“ Und genau das wolle sie nun auch ihrer Tochter ermöglichen: „Die Kleine soll an der Ostsee aufwachsen, einfach zum Spielen nach draußen vor die Tür gehen können.“

2015 kehrte Juliane Rhode zurück – im Gepäck die Erfahrungen aus der Arbeit in verschiedenen Luxusherbergen dieser Welt. „Ich glaube, wenn man mal über den Tellerrand geblickt hat, geht man mit einigen Dingen anders um. Ich bin zum Beispiel deutlich entspannter geworden, aber auch flexibler.“

„Ich komme von hier und weiß, wovon ich rede“

Als Regional Sales Manager im Grand Hotel Heiligendamm war die Verkaufsexpertin zunächst Ansprechpartnerin für Veranstaltungen aller Art. „Die Tatsache, dass ich die mecklenburgische Ostseeküste von Kindesbeinen an kenne, hilft mir weiter. Ich komme von hier und weiß, wovon ich rede. Ich glaube, das macht oft den entscheidenden Unterschied.“ 2018 wechselte Juliane Rhode für einige Monate zu den Halbersbacher Privathotels, die ihren Hauptsitz in Bad Doberan haben. Im vergangenen Sommer kehrte sie zurück ins Grand Hotel Heiligendamm, wo Hoteldirektor Thies Bruhn inzwischen die Geschäfte übernommen hatte. „Er verfügt über viel Erfahrung in der Branche und setzt auf Kontinuität. Ich mag die Art, wie er das Hotel leitet. Deshalb bin ich wieder hier.“

„Es gibt nichts Schöneres als ein Picknick am Strand“

Juliane Rhode liebt das historische Ensemble der weißen Stadt am Meer. „Das Grand Hotel ist eines der schönsten Resorts Europas. Und nachdem ich 15 Jahre lang in Deutschland und Europa unterwegs war, nehme ich unser Küstenland heute ganz anders wahr.“ Ihr Lieblingsplatz sei die Dachterrasse: „Da sehe ich auf der Ostsee die Boote und Schiffe – und mir wird immer wieder klar, wie besonders das ist.“ Mit ihrer Familie hat Juliane Rhode ihr Zuhause in Steffenshagen gefunden. „Wir haben auf dem Land ein Haus gebaut und genießen jeden Tag die Vorzüge, die uns die Region bietet.“ Tochter Greta ist in der Kühlungsborner Kita „Arche Noah“ gut betreut. Ab nächstem Jahr wird sie die Christliche Münsterschule in Bad Doberan besuchen. „Ich fühle mich hier wohl und bin endlich angekommen. Ich liebe es, im Sommerregen zu tanzen, einen Spaziergang im Herbststurm zu machen und mir im Winter den kalten Wind um die Nase wehen zu lassen. Und es gibt für mich nichts Schöneres als ein Picknick am Strand“, erzählt Juliane Rhode und betont: „Dieses Glück habe ich nur hier in Mecklenburg-Vorpommern gefunden.“

Von Christine Wunschik