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Digital Umfrage: Instagram und Co bremsen die Gleichberechtigung aus
Nachrichten Digital Umfrage: Instagram und Co bremsen die Gleichberechtigung aus
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17:21 02.09.2019
Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland (Mitte), stellte die Social Media-Umfrage "Rollenbilder in den sozialen Medien" gemeinsam mit Influencerin Hannah Müller-Hillebrand (links) und Schauspielerin Pheline Roggan in Hamburg vor. Sie unterstützen die Plan-Kampagne Girls Get Equal für Gleichberechtigung. Quelle: Dirk Eisermann/Plan Internationa
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Hamburg

Ausgerechnet in den sozialen Medien, dem modernen digitalen Zuhause der jüngeren Generationen, gebe es völlig überalterte Rollenbilder, sagte Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger in Hamburg. Während sich Mädchen und Frauen meist in typisch weiblich geltenden Themenfeldern wie Mode, Beauty, Ernährung und Deko bewegten, zeigten sich Jungen und Männer eher in typisch männlichen Bereichen wie Politik, Gesellschaft und Spiele.

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Ein Drittel der befragten Mädchen und Frauen sowie über die Hälfte der Jungen und Männer, die täglich Instagram, Facebook und Youtube nutzen, finden es laut der Umfrage "Rollenbilder in den sozialen Medien" in Ordnung, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer. Wenn es um die Rollenverteilung im Alltag geht, lasse sich eine ähnliche Tendenz erkennen: 57 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen sind der Ansicht, dass Hausarbeit immer noch Frauensache sei. Außerdem scheinen Vielnutzer mehr Wert auf klassische Schönheitsideale zu legen: Frauen sollen in erster Linie schlank und hübsch sein, Männer vor allem muskulös.

"Am Ende siegen Liebe und Familie"

Schauspielerin Pheline Roggan, die auch Botschafterin der internationalen Plan-Kampagne #GirlsGetEqual ist, betonte, auch in Film und Fernsehen würden viele Rollen immer noch klassisch besetzt. „Selbst wenn eine weibliche Figur eine erfolgreiche Managerin ist, siegen am Ende Liebe und Familie, und die Karriere ist auf einmal unwichtig – als wäre immer noch nicht beides vereinbar“, sagte Roggan. Influencerin Hannah Müller-Hillebrand betonte die Chance der sozialen Medien, Veränderungen anzustoßen: „Durch die Art wie wir posten und die Inhalte, die wir transportieren, können wir helfen, dass alte Rollenbilder aufgebrochen werden und junge Menschen über das Thema Gleichberechtigung sprechen.“

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40 Prozent der User können mit dem Rollenbild der 1950er Jahre gut leben

Eine weitere Studie der MaLisa-Stiftung aus dem Frühjahr 2019 verschärft das Ergebnis der Plan-Umfrage noch. Danach vermitteln soziale Medien wie YouTube und Instagram überwiegend Rollenbilder, die der Geschlechterdarstellung der 1950er Jahre ähneln. Dabei fällt besonders auf, dass nach der Umfrage von Plan International ein Drittel der befragten 500 Frauen und mehr als die Hälfte der 500 Männer angab, dass sie die vermittelten Rollenklischees auf Instagram oder YouTube stören. In anderen Worten: Mehr als 40 Prozent von 1000 Usern digitaler Kommunikationsplattformen können mit dem Geschlechter-Rollenbild der 1950er Jahre gut leben.

Digital bedeutet also nicht zwingend auch modern, wie die Umfrage beweist. "Plan International" zieht folgendes Fazit: "Wie die Analyse deutlich gemacht hat, hat eine hohe Anzahl der Userinnen und User noch immer sehr klassische Vorstellungen davon, wer für Kindererziehung und Haushalt zuständig ist oder ob Frauen und Männer bei gleicher Arbeit gleich viel verdienen sollen. Social Media scheint dabei ein Verstärker für traditionelle Ansichten hinsichtlich Geschlechterrollen zu sein – unter anderem ausgelöst durch die stereotypen Darstellungen professioneller Influencerinnen und Influencer. Auf diese Weise werden Rollenbilder in den sozialen Medien hochgehalten und immer wieder aufs Neue rekonstruiert und manifestiert. Dadurch tragen Influencerinnen und Influencer – möglicherweise unbewusst – dazu bei, dass Stereotype nicht aufgebrochen werden können und die Entwicklung der Gleichberechtigung ausgebremst wird."

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Daniel Killy/RND

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