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Nachrichten Gesamtschule „Erwin Fischer“: Kanzlerin eröffnet Greifswalds neue Super-Schule
Nachrichten Gesamtschule „Erwin Fischer“: Kanzlerin eröffnet Greifswalds neue Super-Schule
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11:53 14.08.2019
Gute Noten für das neue Schulgebäude gab es von den Schülerinnen Emma Hadlich, Lisa Marie Köhn und Chayenne Gärtner (v.li). Hier im zentralen Atrium des Gebäudes. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald

In Schönwalde ist in den vergangenen Jahren eine Schule der Superlative in den Himmel gewachsen. Nicht nur, dass die integrierte GesamtschuleErwin Fischer“ in Schönwalde mit ihrer technischen und räumlichen Ausstattung allen anderen Schulen der Hansestadt die Schau stiehlt. Beim Bau wurde auch das fast Unmögliche erreicht. Statt der veranschlagten 18,2 Millionen Euro kostete der Bau „nur“ 17,5 Millionen Euro und wurde planmäßig in der Zeit von zwei Jahren fertiggestellt.

Zur Einweihung waren nicht nur die rund 500 Schüler der Klassen fünf bis zehn in das neue lichtdurchflutete Atrium des Neubaus gekommen, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ließen es sich nicht nehmen, diese „Schule der Zukunft“ zu besuchen.

Bildergalerie: Sie sieht es in der neuen GesamtschuleErwin Fischer“ aus:

Pünktlich zum neuen Schuljahr ist die Erwin-Fischer-Schule fertig gestellt worden. Ob „Lehrer-Lounge“ , Fahrradwerkstatt oder Freilernbereich – das Gebäude ist eines der modernsten Schulgebäude Deutschlands.

Warum? „Inklusion“ und „Digitalisierung“ lauten die Zauberworte, mit denen die Fischer-Schule gleich in zwei Bereichen im Sektor Bildung Extrapunkte sammelt. Die neue Schule sei nicht nur barrierefrei, sondern auch mit einem deutlich größeren Raumangebot ausgestattet und biete damit bessere Bedingungen für eine funktionierende Inklusion, erklärte die frühere Schulleiterin Heike Kagel, die das Zepter zum neuen Schuljahr an ihre langjährige Stellvertreterin Petra Darm übergibt.

Rechts der Neubau, links das jetzt leerstehende alte Schulgebäude. Es wird abgerissen. Quelle: Anne Ziebarth

Inklusion stellt Pädagogen vor große Herausforderungen

Heike Kagel hatte sich in den vergangenen Jahren maßgeblich für den Neubau stark gemacht und auch für die personelle Ausstattung der Schule gekämpft. „Ein Erfolg sind sicherlich die zwei zusätzlichen Stellen, die wir vor rund zwei Jahren durch das Land bekommen haben“, sagt sie. „Eine Lehrerstelle und eine sogenannte PMSA-Kraft (Personal mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung) sind jetzt dauerhaft unsere.“

Steigende Schülerzahlen allerdings relativieren das wieder. „Wir haben derzeit 26 Kinder in den Klassen, das ist eigentlich zu viel“, beschreibt sie. „Für eine Schule mit Schwerpunkt Inklusion halte ich maximal 24 für angemessen. Schließlich haben ja einige Schüler auch Integrationshelfer dabei, die sitzen also auch noch mit in der Klasse.“

Das Platzangebot sei da, bestätigt Heike Kagel, man sei für weitere drei Klassen zugelassen. Auch das Personal ließe sich in Greifswald bestimmt finden. „Dann muss man uns allerdings auch mehr Stunden zuweisen“, so Kagel. „Ich finde, wenn man Inklusion will, muss man auch bereit sein, diesen Weg bis zum Ende zu denken.“

Interaktive Tafeln: Schüler sind begeistert

 Absoluter Hingucker bei den Rundgängen durch das Gebäude waren die ultramodernen Smartboards, der moderne Gegenentwurf zu den altbekannten Schultafeln. „Man kann diese Tafeln an den Laptop oder das Handy koppeln“, erklärt Chemie- und Biologielehrer Tobias Krellenberg. „Auch Schreiben ist auf der interaktiven Fläche möglich, Videos ansehen und vieles mehr.“

Angela Merkel (Mi.) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig lassen sich die neuen Smartboards erklären. Hier mit dem Lehrer Jörg Freudenberg in der Klasse 8a Quelle: Stefan Sauer

Er freut sich über das großzügige Raumangebot allerdings fast noch mehr als über die Technik. „Für den Unterricht ist es viel besser, dass die Klassenräume nicht mehr so eng sind“, meint er. Mit den Einsatzgebieten der Tafeln müssten sich viele Lehrkräfte allerdings noch vertraut machen.„Ich wage die Vorhersage, dass die Begeisterung der Schüler für die Tafeln etwas abnimmt, wenn klar wird, dass damit trotzdem Aufgaben und Arbeit verbunden sind. “

Angela Merkel jedenfalls appellierte an die Schüler, das Beste aus den digitalen Möglichkeiten zu machen, aber die direkte menschliche Kommunikation nicht zu vernachlässigen. Manuela Schwesig hingegen wäre am liebsten gleich da geblieben. „Hier möchten man doch sofort noch mal zur Schule gehen!“, lobte sie.

Schüler achten auf Details: Wie klingt das Läuten?

Doch wie kommt das viel gepriesene Schulgebäude bei den Schülern an? „Cool“, bestätigt eine Gruppe von Schülern im Foyer. „Die Toiletten zum Beispiel“, meint die 13-jährige Leen Hsaino. „Die sind viel sauberer als im alten Gebäude.“ Auch die Hightech-Tafeln, mit denen die Klassenräume ausgestattet sind, kommen gut an. „Es macht total Spaß darauf zu schreiben“, sagt Emma Hadlich (12). Kleinere Kritikpunkte gibt es bei den aufmerksamen Schülern aber auch. „Das Geräusch der Klingel ist voll nervig“, meint die 14-jährige Jasmin Vandrey. „Dingdangdong.“ Emma Hadlich fächert sich mit der Hand Luft zu. „Und die Lüftung müssen sie irgendwie neu einstellen.“

Weitere Schulbauprojekte Greifswalds in Planung

Bei so viel Hightech und Lob für den Bau war es Oberbürgermeister Stefan Fassbinder wichtig, auch auf die anderen Schulbauprojekte Greifswalds hinzuweisen. So zum Beispiel auf die lange fällige Sanierung des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums. „Die Variantenuntersuchungen liegen vor und die Schulkonferenz hat sich dazu bereits geäußert“, so der Oberbürgermeister. „Wir wollen das Vorhaben möglichst bald in die politischen Gremien geben.“

Auch der Neubau des Schulzentrums am Ellernholzteich sei der Stadt wichtig. Hier sollen einmal 750 Schüler auf einer kombinierten Grund- und Regionalschule unterrichtet werden. „Die Finanzierung der Grundschulbaus ist gesichert“, so Fassbinder. „Wir favorisieren allerdings in der Stadt einen Bauprozess in einem Stück, allein aus Kostengründen.“ Gespräche über mögliche Finanzierungen einer Gesamtbaumaßnahme laufen noch. „Noch haben wir keine Planungssicherheit.“

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