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Kultur So feierten 1000 Gäste beim Landestheaterball in Schwerin
Nachrichten Kultur

1000 Gäste beim Landestheaterball

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18:32 26.01.2020
Das Ballett zu "Carmen" beim Theaterball 2020 im Staatstheater Schwerin. Quelle: Christian Rödel
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Schwerin

Wohlwollende Blicke erntete Manuela Schwesig am Samstagabend beim Theaterball im festlich illuminierten Schweriner Musentempel nicht nur beim Generalintendanten des Mecklenburgischen Staatstheaters, Lars Tietje, als sie folgenden Satz sagte: „Das Theater um das Theater ist beendet, weil das Land Mecklenburg-Vorpommern zukünftig beim Mecklenburgischen Staatstheater zu 100 Prozent als Gesellschafter verankert sein wird“. Tosender Applaus der knapp 1000 Ballgäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik schwoll daraufhin an im ausverkauften Saal des Staatstheaters gegenüber vom Landtag.

Ein musikalischer Mix unterhielt die Gäste

Also erst einmal Planungssicherheit für das große Haus und sein gesamtes Ensemble, das sich wenig später aufgekratzt präsentierte und den Ballgästen ein fulminantes Bühnenprogramm lieferte. Sämtliche Sparten zogen alle Register ihres Könnens: Das Ballett, das Schauspiel, der Opernchor, die Fritz-Reuter-Bühne und die Staatskapelle als mitreißender Klangkörper überzeugten dank ihrer kurzweiligen Darbietungen, die im Schnelldurchlauf einen Querschnitt des aktuellen Repertoires auf die Bühne brachten.

In der Landeshauptstadt fanden erlebten die Gäste der Theaterballs in buntes Programm

Von der leicht beschwingten Fledermaus-Ouvertüre ging es hinüber zu den dramatischen Klängen aus „Die Tote Stadt: Marietta (Das Lied vom treuen Lieb, das sterben muss)“ und weiter im rockigen Takt des legendären Queen-Frontmannes Freddie Mercury aus der „Bohemian Rhapsody“. Dieser Parforceritt wurde dramaturgisch elegant gebrochen, als Auszüge aus „Chess – The Musical: Ich kenn’ ihn so gut“ von der Mecklenburgischen Staatskapelle unter dem Dirigat von Michael Ellis Ingram intoniert und vokalistisch durch Itziar Lesaka und Femke Soetenga verstärkt wurden.

Das Ballett war eine Augenweide

Nach diesem Ohrenschmaus folgte ein geradezu sinnlicher Sturm auf den Sehsinn: Die Ballettchoreografie zu George Bizets „Carmen“ war in ihrer leidenschaftlich getanzten Geschmeidigkeit eine Augenweide allererster Güte. Für die meisten Ovationen des Abends sorgte jedoch die stimmgewaltige Performance von Yoontaek Rhim als er den „Rigoletto“ aus Guiseppe Verdis gleichnamiger weltberühmtester Oper und dessen schaurigem Inhalt gab. Das Publikum war ergriffen, wie der Südkoreaner Yoontaek Rhim seine Rolle als leidender Vater interpretierte.

Schillernde Gäste im Theater

Nach so viel Dramatik auf der Bühne ging der Abend in eine rauschende Ballnacht über, in der es selbstredend auch um das Sehen und Gesehenwerden ging. Glitzernde Ballkleider bei den Damen und feiner dunkler Zwirn bei den Herren, von denen ein Mann mit Melone besonders ins Auge stach. Der Galerist und Künstler Stephan Schroer, der die Schweriner Hyparschale mit Kunst erblühen lassen will, saß in einem illustren Kreis um den landeshauptstädtischen, Rolls-Royce sammelnden Immobilien-Magnaten Arndt-Peter Reinhard und seine Frau Irene, die gleich mehrere Tische für ihre schillernden Gäste gebucht hatten.

Jetzt wird um Leonardo die Caprio gebuhlt

Unter den prominenten Gästen war unter anderem der Bares-für-Rares-Experte Albert Meier, dessen Expertise als Schätzer in der beliebten ZDF-Show stets gefragt ist: „Meine Frau und ich haben uns in Schwerin verliebt, als wir hier im Schloss unsere Sendung produziert haben“, so der ZDF-Promi, dessen schlohweißen langen Haare und das knallrote Brillengestell ein persönliches Markenzeichen sind. „Albert und seine Frau sind hier ebenso wie der deutsche Cousin von Leonardo di Caprio unsere Gäste, die wir für Schwerin und das ganze Land begeistern wollen“, so Gastgeber Arndt-Peter Reinhard. Der Vetter von Leonardo di Caprio verhielt sich sehr kamerascheu und wollte kein Statement abgeben. Nur so viel sei verraten: Reinhold und seine Frau Irene wollen allen Ernstes den Hollywood-Star im kommenden Jahr nach Schwerin einladen. „Wir arbeiten wirklich daran und nutzen dabei unsere Kontakte nach Los Angeles“, so Reinhard.

Der Champagner stand bereit

An den Tischen, auf denen sehr preisintensiver französischer Champagner in Kübeln gekühlt wurde, saß beispielsweise der Hollywood-Produzent Ufuk Sevinc, der unter anderem an der Produktion des Action-Klassikers „Air Force One“ mit Harrison Ford beteiligt war. Sevinc hat Büros in München und Los Angeles und führte in der Ballnacht sogar ein sehr vertraulich wirkendes Gespräch mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Hollywood goes McPomm? Vieles scheint möglich zu sein in diesem Bundesland und es wird sich bald zeigen, wie ernsthaft diese Bemühungen gewesen sind.

Von Christian Rödel

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