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Kultur 30 Jahre Mauerfall: Den historischen Moment feiern
Nachrichten Kultur 30 Jahre Mauerfall: Den historischen Moment feiern
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18:04 07.11.2019
Grenzöffnung bei Mustin am 12. November 1989. Quelle: Horst Kömme
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Schlagsdorf

Als am 9. November 1989 in Berlin die Mauer geöffnet wurde, gab’s für viele DDR-Bürger kein Halten mehr. Der Westen lockte. Doch schnell waren die wenigen Grenzübergänge überlastet. Um Abhilfe zu schaffen, wurde am 12. November 1989 um 13 Uhr die Grenze zwischen Roggendorf (DDR) und Mustin (Bundesrepublik) geöffnet. Das geschah wohl, um die Grenzübergänge in Selmsdorf und Zarrentin zu entlasten, die dem Ansturm nicht gewachsen waren, vermutet Dr. Andreas Wagner. Diese Verbindung von Ost und West war zwischen Roggendorf und Mustin am schnellsten zu machen. „Dort fehlte ja nur ein Stück der Bundesstraße 208“, so Wagner.

Die deutsche Teilung ist im Schlagsdorfer „Grenzhus“dokumentiert

Dr. Andreas Wagner leitet seit 2013 das Museum „Grenzhus“ in Schlagsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg). Hier ist die Geschichte der deutschen Teilung ausführlich dokumentiert. Zunächst die Nachkriegsgeschichte, die Verfestigung der Besatzungszonen als Vorboten des beginnenden Kalten Krieges; schließlich die Gründung der beiden deutschen Staaten mit der Errichtung der Mauer durch die DDR am 13. August 1961. „Wir wollen die Mauer hier aus der Sicht von beiden Seiten zeigen, von Ost und West“, sagt Andreas Wagner über das Museumskonzept. Die deutsche Teilung wird mit Museum auch anhand vieler tragischer Einzelschicksale erlebbar, die hier dokumentiert sind. Eine Rolle im „Grenzhus“ spielt auch die Grenzöffnung am 12. November 1989 im nur wenige Kilometer von Schlagsdorf entfernten Ort des Geschehens, an den Grenzanlagen zwischen Roggendorf und Mustin. Fotos und Texte erinnern im Museum an diesen Tag.

Die Grenzöffnung zwischen Roggendorf und Mustin kam unerwartet

Für die Bewohner der umliegenden Gemeinden kam diese Grenzöffnung damals völlig überraschend. Viele Anwohner aus Ost und West strömten am Nachmittag des 12. November 1989 zu dem Ort, wo ein Grenzübergang eingerichtet wurde. „Die Erinnerung an diesen Tag ist hier immer noch tief verankert“, so Andreas Wagner. Denn plötzlich war der Weg frei zwischen Ost und West, viele persönliche Begegnungen wurden möglich, die bei Zeitzeugen bis heute emotional nachwirken.

Veranstaltungen am kommenden Wochenende würdigen das Jubiläum

Unter dem Titel „30 Jahre Friedliche Revolution“ steht die Veranstaltung am kommenden Wochenende an diesem nun historischen Ort. Hier feiern die umliegenden Gemeinden Mustin, Roggendorf und Dechow miteinander. Organisiert wurde diese Feier vom Landkreis Nordwestmecklenburg und dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Ein Festzelt steht am Ort des Geschehens an der Bundesstraße 208, für Samstag wurde für 14.30 bis 17 Uhr ein Programm vorbereitet, unter anderem mit Gesprächsgästen, einer Filmvorführung und Musik. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wird am Samstagnachmittag erwartet. Am Sonntag um 10 Uhr geht es im Festzelt mit einem Gottesdienst und einem Frühschoppen weiter.

Diese Veranstaltung steht beispielhaft für das Gedenken an den 30. Jahrestag des Mauerfalls am kommenden Wochenende. In vielen Orten in Mecklenburg-Vorpommern wird dieses historische Ereignis gefeiert, mit kulturellen Programmen umrahmt oder eher still mit Gottesdiensten begangen.

Feierlichkeiten in MV (Auswahl)

8. November, 18 Uhr, Lübeck-Schlutup 18 Uhr Party im Festzelt am Grenzmuseum

8. November, Ateliertheater Rostock 16 Uhr: 1989 und die Sozialdemokratie, Gespräch mit Markus Meckel und Diskussion über die Sonderrolle Rostocks

8. November 15 Uhr, Stralsund, Platz des 17. Juni, Pflanzen einer Freiheitslinde mit OB Alexander Badrow

9. November, 10 Uhr: Landesregierung MV feiert mit einer Festveranstaltung in der Dornbuschhalle Dassow die Grenzöffnung vor 30 Jahren

9. November, ab 10.30 Uhr: Open-Air-Gottesdienst am Grenzmuseum mit Bischof Gothard Magaard (Schleswig) und Bischof Tilman Jeremias (Greifswald)

9. November 17 Uhr: 30 Jahre friedliche Revolution, Einladung zur Andacht in die St.-Marienkirche in Strasburg (Uckermark)

9. November um 17 Uhr, Gedenkveranstaltung anlässlich 30 Jahre Mauerfall in Tessin in der Evang.-Luth. Kirche, anschließend ein Lichtermarsch durch die Stadt

9. November 18 Uhr Evangelische Kirche Ahlbeck, Film „Gundermann“, veranstaltet von den evangelischen Kirchengemeinden in den Usedomer Kaiserbädern und Zirchow

9. November, 16 Uhr: Stadtökumene erinnert im Greifswalder Dom St. Nikolai an den Mauerfall, Podiumsdiskussion, Friedensgebet, Musik und Ausstellung.

9. November, 10 Uhr: Kloster Zarrentin, Festveranstaltung ‚30 Jahre Mauerfall‘, gemeinsame Festveranstaltung der CDU-Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen Festredner: Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister a.D.

9. November: ab 15.30 Uhr, Party „30 Jahre Mauerfall“ im alten Glasbahnhof im Sassnitzer Stadthafen

Von Thorsten Czarkowski

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