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Kultur 5 Millionen Euro für Staatliches Museum: Dieser Milliardär steckt hinter der Spende in Schwerin
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5 Millionen Euro für Staatliches Museum: Dieser Milliardär steckt hinter der Spende in Schwerin

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18:33 21.01.2020
Spendet fünf Millionen Euro für das Staatliche Museum Schwerin: der Hamburger Unternehmer Alexander Otto. Im Museum unterschrieb er gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einen entsprechenden Kooperationsvertrag (v.l. Finanzminister Reinhard Meyer, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Alexander Otto und der Schweriner Oberbürgermeister Rico Badenschier). Quelle: Dietmar Lilienthal
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Schwerin

Milliardär Alexander Otto, jüngster Sohn des Hamburger Versandhausgründers Werner Otto, liebt Schwerin und die Kunst. Um die Holländischen Meister im Staatlichen Museum künftig noch besser in Szene zu setzen, die Ausstellungsfläche zu vergrößern und das Museum zu modernisieren, spendete er nun fünf Millionen Euro an das Staatliche Museum Schwerin. Gestern unterzeichneten er und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Insgesamt 6,25 Millionen Euro sollen bis 2023 in die Modernisierung fließen. Neben einer Fünf-Millionen-Euro-Sachspende in Form von Bau- und Planungsleistungen aus der vom Spenderehepaar gegründeten „Dorit & Alexander Otto Stiftung“ trägt das Land Mecklenburg-Vorpommern weitere 1,25 Millionen Euro.

Mehr Ausstellungsflächen und neues Treppenhaus

Mit dem Geld sollen unter anderem der Haupteingang und die Foyers im Ober- und Erdgeschoss neu gestaltet werden und neue Ausstellungsflächen entstehen. Auch Besucherbereiche, wie Kasse, Bookshop und Café, sollen modernisiert werden. Zudem soll ein neues Treppenhaus im nordöstlichen Museumsbereich und damit ein übersichtlicher Ausstellungsrundgang entstehen.

Seit der Wende ist der Hamburger Alexander Otto regelmäßig in der Landeshauptstadt unterwegs und dort auch unternehmerisch tätig. „In den 90er Jahren war ich sehr eng an der Entwicklung des Schlosspark-Centers beteiligt. Damals habe ich Schwerin häufig besucht und die Stadt sehr lieb gewonnen“, verrät der 52-Jährige. Dazu gehöre auch das Staatliche Museum. „Ich war häufig dort, weil ich ein großer Verehrer der Holländischen Meister bin“, so Otto. Dabei sei ihm aufgefallen, dass verschiedene Ausstellungsbereiche nicht mehr der Bedeutung des Museums gerecht würden. „Ich dachte, es ist an der Zeit, dass das Museum einmal umfangreich modernisiert wird. Aus dem Grund habe ich mich entschlossen, den Betrag von fünf Millionen Euro zur Verfügung zu stellen“, so Otto.

„Lebendiges Museum, das sich für Besucher öffnet“

Das Modernisierungskonzept beinhalte verschiedene Elemente: „Es soll ein lebendiges Museum werden, das sich für Besucher öffnet, zum Beispiel mit nach außen geöffnetem Café-Bereich und gut beleuchtetem Eingangsportal“, so Otto. Zudem solle die Ausstellungsfläche durch die Umwandlung von Depotflächen erweitert werden. Momentan würden die Hälfte des Erdgeschosses und das Untergeschoss für Depot-Zwecke genutzt. „Mit dem geplanten Depot-Neubau sollen diese Flächen zu Ausstellungsflächen umgewidmet werden, so dass mehr Arbeiten aus der Sammlung gezeigt werden können“, so Otto.

Mit der Modernisierung solle auch die Zahl von rund 40 000 Besuchern pro Jahr gesteigert werden. „Da ist noch Luft nach oben“, sagte Finanzminister Reinhard Meyer. Nach Museumsanbau und Außensanierung könne man dank der Spende nun auch die Modernisierung des Galeriegebäudes angehen, so Meyer. „Das Haus wird moderner, größer und attraktiver.“ Einziger Wermutstropfen: Während der Bauarbeiten wird das Museum von Mai 2021 bis August 2023 geschlossen sein. Diese Zeit soll mit externen Ausstellungen überbrückt werden. Die Projektsteuerung übernimmt Alexander Ottos Firma ECE, die bereits für die Modernisierung der Hamburger Kunsthalle verantwortlich zeichnete.

Mit Modernisierung Besucherzahlen steigern

Alexander Otto, dessen Vermögen laut Forbes Magazin auf rund elf Milliarden US-Dollar geschätzt wird, ist der jüngste Sohn des Hamburger Versandhausgründers Werner Otto, der mit 6000 Mark Startkapital und drei Mitarbeitern 1949 in Hamburg-Schnelsen einen Versandhandel für Schuhe gründete und damit den Grundstein für den Otto-Versand legte, heute eine der größten Versandhandelsgruppen der Welt. 1965 gründete Werner Otto das Familienunternehmen ECE, das große Immobilienprojekte realisiert – unter anderem das Schlosspark-Center in Schwerin – und seit 2000 von Alexander Otto geführt wird.

Gemeinsam mit seiner Frau gründete Alexander Otto 2011 die gemeinnützige „Dorit & Alexander Otto Stiftung“, mit der unter anderem medizinische Forschung sowie Kunst und Kultur gefördert werden. Dazu zählt unter anderem die Modernisierung der Hamburger Kunsthalle, aber auch die Förderung vergangener Ausstellungen im Staatlichen Museum Schwerin.

Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste

Erfreut über die Spende zeigten sich auch Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Das Staatliche Museum zähle nicht nur zu den größten Attraktionen der Landeshauptstadt, sondern ziehe mit seinen Sammlungen und Ausstellungen Kunstbegeisterte aus nah und fern an. Die Sammlungen des Staatlichen Museums umfassen mehr als 100 000 Kunstwerke. Das Museum ist vor allem für seine Sammlung niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts bekannt, beherbergt aber auch eine der weltweit größten Kollektionen von Werken Marcel Duchamps (1887-1968). Es gehört zur Kernzone des Schweriner Residenzensembles, für das 2023 bei der Unesco der Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste eingereicht werden soll. Besonders vor diesem Hintergrund sei es wichtig, das Museum weiter zu entwickeln, so Schwesig.

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