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Kultur Agnès Varda: Immer neugierig aufs Leben
Nachrichten Kultur Agnès Varda: Immer neugierig aufs Leben
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16:25 29.03.2019
Auf der Berlinale 2019 im Rampenlicht: Agnès Varda. Quelle: Britta Pedersen/dpa
Paris

In einem ihrer autobiografischen Filme hat Agnès Varda mal gesagt: „Kino ist mein Zuhause, in dem ich immer gelebt habe.“ Die Frau mit der bunten Pagenfrisur muss sich in diesem Zuhause wohl gefühlt haben. Bei ihren Auftritten verbreitete sie stets Heiterkeit, zuletzt bei der Berlinale im Februar. Da stellte sie „Varda par Agnès“ vor und erzählte von ihrem Leben und ihren Filmen. In Vardas Fall lässt sich zwischen beidem kaum unterscheiden.

Varda gehörte zu den Wegbereitern der Nouvelle Vague und wird gern als deren „Großmutter“ tituliert. Doch zählte sie nie zum engeren Kreis um Eric Rohmer, François Truffaut oder Jean-Luc Godard (dem wohl letzten noch lebenden Veteranen). Verheiratet war sie mit dem 1990 gestorbenen Filmemacher Jacques Demy, ihrer großen Liebe.

Agnès Varda: Eine Grenzgängerin

Varda arbeitete als Grenzgängerin zwischen den Künsten und ließ sich von Fotografie, Malerei und Literatur inspirieren. Sie tauchte stets dort auf, wo etwas los war: Schon bald nach der Revolution trieb sie sich auf Kuba herum, reiste nach China und in die Sowjetunion. In den USA drehte sie eine Dokumentation über die Black Panther.

Ihr wohl bekanntestes Werk ist „Vogelfrei“ (1985) über eine freiheitsliebende Landstreicherin in Südfrankreich (gespielt von Sandrine Bonnaire), die in einem Straßengraben stirbt. Mit diesem Film gewann sie als erste Frau den Goldenen Löwen in Venedig.

Als im Vorjahr die Frauen beim männerlastigen Filmfestival in Cannes auf den berühmten roten Stufen für Gleichberechtigung protestierten, gebührte der frohgemuten Feministin ganz selbstverständlich der Platz neben Jury-Präsidentin Cate Blanchett. Ein größenmäßiges ungleiches, aber beeindruckendes Paar: Die eine forderte in französischer, die andere in englischer Sprache, endlich die Gesetze zur Lohngleichheit einzuhalten.

Auf Reisen mit dem Streetart-Künstler JR

Ganz unaufdringlich hat Varda in ihren Filmen immer wieder Kontakt zu Menschen gefunden. In „Die Sammler und die Sammlerin“ (2000) beobachtet sie arme Leute, die von den Überresten der Konsumgesellschaft leben. Furore machte sie zuletzt mit „Augenblicke: Gesichter einer Reise“ (2017): Zusammen mit dem Streetart-Künstler JR begab sie sich auf eine Fahrt durchs ländliche Frankreich und sprach mit Bauern und Fabrikarbeitern, deren Fotos sie überlebensgroß an Häuserfassaden anbrachten.

Massentauglich wurden ihre Filme nie, aber Varda hatte weltweit ein begeistertes Publikum. Wie sollte man auch einer Frau widerstehen, die in „Die Strände von Agnès“ (2008) bedauert, dass Paris nicht am Meer liegt und deshalb mal eben einen Strand in der Rue Daguerre aufschüttet, in der sie wohnt? Da sitzt dann das Filmteam inklusive Vardas Kinder und Enkel, und alle zusammen lassen die Füße im Sand baumeln. Wirklichkeit, Traum und Spiel lagen bei Varda dicht beieinander.

Varda bewahrte sich immer die Neugier auf die Welt

Geboren wurde Agnès Varda 1928 in Brüssel. Ihre Eltern flüchteten mit ihr im Zweiten Weltkrieg nach Südfrankreich. In Paris studierte sie Literatur, Philosophie und Kunstgeschichte. Varda fotografierte zunächst und ließ sich erst später von den bewegten Bildern faszinieren.

In den vergangenen Jahren wurde die Filmemacherin mit Preisen förmlich überschüttet, egal ob mit der Ehren-Palme in Cannes oder 2017 mit dem Ehren-Oscar in Hollywood. Ihre Neugier auf die Welt hat sie nie verloren. Bei der Berlinale im Februar bekannte sie aber auch: „Ich muss mich darauf vorbereiten, auf Wiedersehen zu sagen.“ Gestern ist die „kleine Königin des Kinos“, wie Agnès Varda sich einmal selbst bezeichnet hat, im Alter von 90 Jahren in Paris gestorben.

Von Stefan Stosch/RND

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