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Kultur Aida Cruises und Festspiele MV luden gestern an Bord der Aidamar in Warnemünde zum Kinderkonzert
Nachrichten Kultur Aida Cruises und Festspiele MV luden gestern an Bord der Aidamar in Warnemünde zum Kinderkonzert
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16:06 24.05.2019
Olga Shkrygunova und Lisa Starostina sind die Klang-Clowns Klavieriki, am 24. Mai 2019 an Bord der Aidamar. Quelle: Frank Söllner
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Warnemünde

„Das kenn’ ich. Das ist vom ’Fluch der Karibik’“, Jonah (11) aus Roggentin hat den Soundtrack, den das Musikduo „Klavieriki“ aus Berlin da auf der Bühne auf Schifferklavier und Melodica spielt, sofort erkannt. Auch Tobias scheint eher Salzwasser im Blut zu haben. „Ich mag Santiano“, sagt der Zwölfjährige aus Groß Lüsewitz. Mit ihrem Musikgeschmack sind die Jungs von der Regionalen Schule Sanitz goldrichtig an Bord der Aidamar, die am Passagierkai in Warnemünde liegt. 603 Kinder aus 24 Schulen hat der Kreuzliner aus Rostock zu Besuch. Überwiegend aus dem Großraum Rostock stammen die Klassen, die sich für das Kinderkonzert der Festspiele MV, präsentiert von der OZ an Bord der Aidamar, beworben haben. Aber auch aus Gadebusch, Stralsund, Neukloster oder Ribnitz-Damgarten sind Schüler an Bord.

Nussknacker-Suite und Petersburger Schlittenfahrt

Santiano gibt’s zwar nicht in der unterhaltsamen Set-List von Kalvieriki. Dafür aber jede Menge bekannter Melodien von Bach, Mozart und anderen berühmten Komponisten klassischer Musik. Darunter die „Nussknacker-Suite“ von Peter Tschaikowsky, die „Petersburger Schlittenfahrt“ von Richard Eilenburger und natürlich Bach-Kantaten, wie „Gottes Zeit ...“ Der Kapitän des Schiffs, Jörg Miklitza (44) aus Dresden, seit sieben Jahren an Bord, begrüßt die Schüler und Lehrer im Atrium: „Wir sind sehr froh, euch an Bord begrüßen zu dürfen.“ Und dann geht’s auch schon musikalisch rund. Klavieriki dreht am Klavier und mit lustigen Instrumenten auf. Da gibt’s die gejaulte Musik mit Fuchsschwanz und Geigenbogen ebenso wie die üblichen Musik-Clownerie-Gags: vom Klavierhocker schubsen, lustiges Herumstolpern beim Verbeugen, sich in Endlosnoten verknoten, Seifenblasenmaschine, rücklings zum Klavier spielen, Hocker wegziehen, Klingel am Kopf. Den Kindern gefällt’s – dem Gejohle und Getrampel nach. Obwohl eine Lehrerin meint: „Na ja, die meisten Kinder sind wegen des Schiffs hier. Die Musik nehmen sie so mit.“ In fast jeder Klasse gebe es ein, zwei Kinder, die schon mal auf der Aida gewesen sind und begeistert erzählen – und so würden das alle gern mal wollen.

Volle Hütte im Atrium der Aidamar. Zum zweiten Kinderkonzert der Festspiele MV, präsentiert von der OZ, kamen am 24. Mai 603 Kinder aus 24 Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Wenn das nunmehr zweite Kinderkonzert auf der Aida – 2018 kamen 200 Kinder ins Atrium – dazu beiträgt, dass mal eine Lehrerin sagen kann: „In jeder Klasse gibt es ein, zwei Schüler, die schon mal in einem klassischen Konzert gewesen sind ...“ Dann hat dieses Event ja einen Anfang gemacht. Klavieriki, die Klang-Clowns Olga Shkrygunova und Lisa Starostina aus Saratow südlich von Moskau, die in Berlin leben, gaben eine Dreiviertelstunde Vollgas vor Kindern. Das sind sie gewohnt. Am 16. Juni sind sie wieder bei den Festspielen MV zum Kinder- und Familienfest in Hasenwinkel zu erleben. Bis dahin touren sich durch Kindergärten, Schulen, Musikschulen oder Theater in und um Berlin.

Die Aidamar ist rund 28 000 Baby-Elefanten schwer

Die 603 Aida-Besucher gestern in Warnemünde durften sich nach dem Konzert auch noch das Schiff ansehen und wurden von Aida Cruises zum Mittagessen eingeladen. Doch vorher gab es eine kleine Fragerunde mit Kapitän Miklitza, Schiffs-Hoteldirektor Marcel David und Aida-Vice President PR & Communication, Hansjörg Kunze. Wie hoch, wie lang, wie breit das Schiff ist – wollten die Schüler wissen. Und natürlich, wie schnell. „Mit Rückenwind und bergab 23 Knoten, also rund 40 Stundenkilometer“, erklärte der Kapitän. Klingt langsam, ist aber ’ne Menge für eine schwimmende Stadt, die rund 38 000 Tonnen wiegt – oder umgerechnet 28 000 Baby-Elefanten, wie Aida-Entertainment-Manager Tobias Klaus erklärte: „Das hängt ganz davon ab, ob ich an Bord bin oder nicht.“ Launige Runde also nach der Musik und dem Lunch. „Wie viele Babys werden jedes Jahr an Bord geboren“, wollte Stephanie Rost (36), Lehrerin aus Sanitz, wissen. Tja, meinte Kunze, da das mit der Kreuzfahrerei so wie mit der Fliegerei sei, dürfen Schwangere ab der 24. Schwangerschaftswoche nicht mehr an Bord. Also stellt sich die Frage, so Kunze, dann eher in Richtung Produktion – wie viele Babys ... Da musste der Kapitän eingreifen und auf FSK hinweisen. Man war ja nicht im Abendprogramm.

Gute Fahrt, Aidamar, die gestern Abend bereits wieder mit mehr als 2000 Gästen, aber ohne die Schüler aus MV, Richtung Tallinn in die Ostsee ablegte.

Michael Meyer

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