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Kultur Anklamer Silberschatz jetzt dauerhaft in Vorpommern
Nachrichten Kultur Anklamer Silberschatz jetzt dauerhaft in Vorpommern
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15:04 15.05.2019
Teile eines Hacksilberschatzes aus 82 Münzen und Münzfragmenten (Fundort bei Anklam, Landkreis Vorpommern-Greifswald) liegen in der Ausstellung des Pommerschen Landesmuseums Geifswald. Quelle: Sauer/dpa
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Greifswald

Der Silberschatz von Anklam ist jetzt dauerhaft im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald zu sehen. Die Leihgabe der Landesarchäologie werde im Untergeschoss des Grauen Klosters gezeigt, teilte das Museum am Mittwoch mit. Der frühmittelalterliche Hacksilberschatz umfasst 82 Münzen und Münzfragmente, vier Barrenfragmente und einen fast vollständigen Armring. Insgesamt handele es sich um 200 Gramm Silber.

Schatz bei Pipeline-Arbeiten entdeckt

Der Schatz sei vermutlich in einem Tongefäß versteckt worden, darauf deuteten Keramikscherben hin. Gefunden wurde er im Herbst 2008 bei Ausgrabungen im Vorfeld der Errichtung der Ostsee-Pipeline in der Nähe von Anklam. Der Fundplatz, eine frühslawische Siedlung, lag nur drei Kilometer vom Wikinger-Handelsplatz Menzlin entfernt.

Persische und afrikanische Münzen

Die Münzen stammen dem Museum zufolge teils aus Nordafrika, teils aus dem Gebiet des heutigen Iran und Irak. Geprägt wurden sie etwa zwischen 580 und 820. Die ältesten Exemplare seien persische Münzen, die Porträts von Großkönigen zeigten, während sich aufgrund des Bilderverbots des Islam auf den arabischen Münzen lediglich Inschriften finden. Da es im Gebiet des späteren Pommern zu der Zeit noch keine Münzprägung gab, zählte allein der Materialwert des Silbers. Dies erkläre die zerteilten Münzen. Der Anklamer Schatzfund und weitere frühmittelalterliche Hacksilberfunde aus der Region machen nach Museumsangaben die Fernhandelsbeziehungen der damaligen Zeit deutlich. 

Der Silberschatz war bereits 2016 in einer Sonderausstellung im Pommerschen Landesmuseum gezeigt worden.

Birgit Sander