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Kultur Bach als Herausforderung und Freude
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Die Geigerin Anne-Kristin Grimm bei den Proben zum Bachfest Rostock 2019 Quelle: FOTO: Thorsten Czarkowski  
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Rostock

„Wir üben derzeit sechs Stunden am Tag“, sagt Anne-Kristin Grimm. Bis zum Wochenende ist noch etwas Zeit: Am 11. und 12. Mai wird die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach im Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) aufgeführt. Viel Feinarbeit ist notwendig, um das Werk schließlich „so differenziert wie möglich zu spielen“, sagt die junge Geigerin. Anne-Kristin Grimm ist nicht nur an der Violine zu erleben, sie hat im Orchester die Funktion der Konzertmeisterin inne. In der h-Moll-Messe spielt sie an der Seite ihrer Professorin Christiane Hutcap, außerdem dabei sind 30 Instrumentalisten und 90 Sänger.

Diese Aufführung ist eingebettet in das Bachfest, zum zweiten Mal nach 1995 findet es in Rostock statt. Vom 10. bis zum 19. Mai wird ein Programm das große Werk von Johann Sebastian Bach in Rostock umfassend würdigen. Es sind 80 Veranstaltungen an zehn Tagen, darunter sind 59 Konzerte, die an 21 Orten in der Hansestadt stattfinden. 20000 Besucher werden zu dem Festival erwartet, viele Bach-Freunde kommen auch aus dem Ausland nach Rostock.

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Dazu hatte sich im November 2016 der Rostocker Bachverein gegründet, Vorstandsvorsitzender ist Birger Birkholz. Die Gesamtkosten für das Festivals werden vom Bachverein Rostock auf rund 750000 Euro beziffert. Künstlerischer Leiter ist Kirchenmusikdirektor Markus Langer. „Wir sind im Vorbereitungsteam stolz, dass wir innerhalb von nur zwei Jahren ein solch hochkarätiges Programm auf die Beine stellen konnten“, sagt Langer. Und: „Wir sind froh, dass so viele kulturelle Partner jetzt an einem Strang ziehen.“ Denn weitere Partner des Bachfestes sind die Kirchengemeinden aus Rostock, Warnemünde und Bad Doberan, das Volkstheater Rostock, das Rostocker Konservatorium, die Welt-Musik-Schule „Carl Orff“ sowie der Jazzdiskurs Rostock. Mit großer Unterstützung wurde ein Bach-Programm zusammengestellt, das nicht nur Konzerte umfasst, sondern auch Vorträge, Lesungen und Angebote für Familien, auch Gottesdienste sind dabei.

Förderer des Bachfestes sind unter anderem das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland und die Stadt Rostock. Finanzielle Unterstützung bekommt das Bachfest von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Es sind auch ungewöhnliche Konzertorte, mit denen sich Rostock als Werft- und Hafenstadt in die Traditionen des Bachfestes einbringt. So ist eine Halle der Tamsen-Maritim-Werft in Rostock-Gehlsdorf Schauplatz für das Abschlusskonzert. „Dafür gibt es auch noch Karten“, sagt Markus Langer. Er empfiehlt Interessenten, sich auf der Internetseite des Bachfestes zu informieren, ob noch Karten für einzelne Veranstaltungen zu haben sind. Ein besonderer Tipp von Markus Langer ist die Veranstaltung „Flying Bach“ am 15. Mai in der Stadthalle Rostock. Dass Bach und Breakdance durchaus zusammenpassen, beweisen die Breakdance-Weltmeister Flying Steps und Opernregisseur Christoph Hagel mit ihrer Performance.

Für Anne-Kristin Grimm, die im 4. Semester Master Violine bei Professorin Christiane Hutcap an der HMT studiert, ist die h-Moll-Messe von Bach ein Höhepunkt. Inzwischen kann die Musikerin auch auf Erfahrungen als Orchestermusikerin vorweisen, sie spielt im Gustav-Mahler-Jugendorchester. Anne-Kristin Grimm hatte sich auch für das European Union Youth Orchestra qualifiziert. Als EUYO-Mitglied war sie gerade auf Frühjahrstournee, die Konzerte führen nach Italien, Österreich, Luxemburg, Deutschland und in den Oman.

Thorsten Czarkowski