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00:00 17.04.2015
Das Balkanova Trio, Viktoria Lasaroff, Andreas Brunn und Horst Nonnenmacher, mit Star-Geiger Martin Panteleev (Mitte) und dem anderen Gast-Geiger Mladen Stoyanov.
Das Balkanova Trio, Viktoria Lasaroff, Andreas Brunn und Horst Nonnenmacher, mit Star-Geiger Martin Panteleev (Mitte) und dem anderen Gast-Geiger Mladen Stoyanov. Quelle: Fotos: Reinhard Labs
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Barth

Die Kammermusiktage haben sich als wichtigstes musikalisches Ereignis in Barth etabliert. Dieses Jahr findet die 14. Auflage statt — im dritten Konzert gab es für die Zuhörer am Mittwochabend Balkanfolk und World Jazz im Speicherhotel zu hören. Die Veranstaltung war mit fast 200 Besuchern ausverkauft.

Das Vorprogramm gestaltete das Schulorchester des Gymnasialen Schulzentrums Barth unter der Leitung von Uwe Janzen. Das Ergebnis der vielen Proben konnte sich sehen und hören lassen. Die jungen Musiker hatten sich unter anderem Filmmelodien und bekannte Titel aus den Musicals „Die Schöne und das Biest“, „Phantom der Oper“ und dem Disney-Film „Frozen“ eingeübt. Uwe Janzen, der auch Musiklehrer am Barther Gymnasium ist, muss sich schweren Herzens immer wieder von seinen Orchester-Schülern trennen, wenn die ihr Abitur beendet haben. In diesem Jahr ist es der Cello-Spieler Christoph Meyer (18), der schon seit der 7. Klasse dabei ist.

Star-Geiger Martin Panteleev ließ es sich nicht nehmen, das Schulorchester mit seinem Instrument zu verstärken. Das kleine Orchester wurde mit brausendem Beifall verabschiedet.

Nach einer kurzen Pause wurden die Musiker des Balkanova Trios begrüßt. Sie überzeugten mit einfühlsamer, schöner Balkanmusik. Dicht am Text entwickelte Arrangements spiegelten durch feinsinnige Harmonien auf der Gitarre das Gesamtbild ausdrucksstark wider. Der Gitarrist Andreas Brunn (51) entzauberte der siebensaitigen Gitarre einen amtlichen Jazzgroove in exquisiter Spielweise. Seine Improvisationen unterstrich er mit schwierigen Jazz-Akkorden und rasend schneller Geläufigkeit. Zwischendurch erzählte Sängerin Viktoria Lasaroff (37 ) kleine Liebesgeschichten vom Balkan, welche dann mit ihrer sanften, brillianten Opernstimme gekrönt wurden. Sie erzählte auch von Migrationsproblemen der Bulgaren, die sich in Deutschland zwar sehr wohl fühlen, sich aber immer wieder nach ihrer Heimat sehnen.

Das Publikum nahm die zarten Klänge und die feurigen Arrangements mit Begeisterung auf. Dann fragte das Balkanova-Trio, ob nicht noch ein Musiker aus dem Publikum mitspielen möchte. Da bot es sich natürlich an, dass Martin Panteleev mit seiner Geige aus dem Zuschauerraum winkte.

Das Publikum klatschte begeistert. Schmunzelnd kam der 38-Jährige zur Bühne und brachte noch den Geiger Mladen Stoyanov mit. So wurde aus dem Trio ein Quintett. Panteleev zeigte, dass er ein begnadeter Geiger ist. Der Chef des Philharmonie-Orchestra Sofia spielte mit seiner Frau Lida Panteleev im letzten Jahr auf vier Kontinente bei vielen Konzerten mit.

Viele Zuschauer waren sehr angetan von dem Abend. „Ich bin schon vom Anfang an jedes Mal dabei und finde, dass solche Veranstaltungen viel öfter in Barth stattfinden sollten“, sagte Sybille Rochnia (48). Besucherin Wiebke Witting (37) aus Velgast spielt selber Geige und ist fasziniert von Martin Panteleev. Sie fand, dass der Balkanfolk in jazziger Weise dargeboten wurde.

Noch Restkarten für zwei Konzerte
Für die zwei Veranstaltungen der Kammermusiktage heute und am Sonnabend gibt es noch vereinzelt Karten bei der Barth-Information oder an der Abendkasse.



„Abend in A-Dur“: heute, 19.30 Uhr, Mozart-Klarinettenquintett, Schubert-Klavierquintett in A-Dur, D667 Forellenquintett
Abschluss-Gala mit „Musika Art Kammerorchester“ (Leitung: Martin Panteleev): morgen 19.30 Uhr, unter anderem „Sommer“ aus Vivaldis „4 Jahreszeiten“



Wichtig für das Gelingen der Kammermusiktage sind die Aktivitäten des 2002 gegründeten „Art Club Martin Panteleev“. Der Verein hat 63 Mitglieder, die auch für Sponsoren sorgen. Die Vorsitzende Martina Schaumann und ihr Team planen bereits für das nächste Jahr die Kammermusiktage in Barth .



Reinhard Labs