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Kultur Bei den Schweriner Schlossfestspielen feierte „Cyrano de Bergerac“ Premiere
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Liebe mit Umwegen: Cyrano de Bergerac (Martin Brauer) und Roxane (Jennifer Sabel). Quelle: Silke Winkler
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Schwerin

Der Innenhof des Schweriner Schlosses ist eine passende Kulisse für dieses historische Drama. Denn „Cyrano de Bergerac“ von Edmond Rostand spielt im 17. Jahrhundert, wenngleich der Stoff von zeitloser Natur ist. Es geht um eine unglückliche Liebe, die Cyrano de Bergerac (Martin Brauer) mit der schönen Roxane (Jennifer Sabel) verbindet. Das passiert zunächst über Umwege, denn Roxanes tumber Verehrer Christian von Neuvillette (Janis Kuhnt) hat überhaupt kein Händchen dafür, seine Gefühle in Worte zu fassen. Also fungiert Cyrano für ihn als Ghostwriter. Die Schöne ist ganz hingerissen von dieser Liebeslyrik und will davon mehr, mehr, mehr! Kein Problem für Cyrano de Bergerac, denn seine Texte kommen direkt aus dem Herzen. Klingt romantisch? Natürlich!

Das Problem ist nun, dass Cyrano derjenige ist, der die wirkliche Liebe zu Roxane empfindet, doch sein Selbstbewusstsein leidet unter anderem unter seiner riesigen Nase. Er fühlt sich einfach nicht gut genug. Es dauert viel zu lange, bis er seine Gefühle erkennt. Denn Liebe macht blind, das offenbart sich hier in vielerlei Hinsicht. Dann wird dem Helden aber verdeutlicht, was Roxane angeht: „Sie liebt deine Seele.“ Das mag etwas altmodisch klingen in einer vernetzten Welt wie heute, wo Aufmerksamkeit eher mit optischen Mitteln erzielt wird. Auch darum kann man diese Geschichte nicht oft genug erzählen.

Die Parabel von wahrer Liebe, innerer Schönheit und wachsender Selbsterkenntnis spielt sich vor einer historischen Kulisse ab, sie wurde von Alejandro Quintana aufwendig inszeniert. Auch die gefühlvoll eingesetzte Musik vom Michael Kessler trägt zu einer tieferen Wirkung bei, die schräg gestellte Bühnenmitte bietet neue Möglichkeiten. Und klar, dass in die Aufführung auch zahlreiche Mantel- und Degenszenen gehören, den historischen Hintergrund bietet schließlich der französisch-spanische Krieg (1635–1659), der Edmond Rostand auch zu einer pazifistischen Botschaft veranlasste. Im Grunde ist sein Stück ein immer noch gültiges Plädoyer für Toleranz und Andersartigkeit. Die Inszenierung lotet aber auch die vielen traurigen Momente des Stoffes aus – bis hin zum etwas melodramatischen Ende. So bieten die Schlossfestspiele Schwerin mit „Cyrano de Bergerac“ einen Klassiker, der nicht zuletzt durch starke schauspielerische Leistungen seine Wirkung entfaltet.

Nächste Vorstellungen von „Cyrano de Bergerac“: 29.6., 30.6, 3.7., 4.7., 5.7., 6.7., 7.7., immer um 20.30 Uhr im Innenhof des Schweriner Schlosses; weiterhin im Programm bis zum 20.7.!

Thorsten Czarkowski

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