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Kultur Regenbögen und viel nackte Haut: Über 100.000 Menschen feiern bunten CSD
Nachrichten Kultur Regenbögen und viel nackte Haut: Über 100.000 Menschen feiern bunten CSD
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18:27 27.07.2019
In Berlin feiern über 100.000 Menschen das Leben, ihre Sexualität und den CSD 2019. Quelle: Getty Images
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Berlin

Konfetti, nackte Haut in der Sonne und überall Regenbogenfahnen: Zehntausende Feiernde sind am Samstag auf der 41. Berliner Parade zum Christopher Street Day durch die Hauptstadt gezogen.

Mit einer Mikrofonpanne und rund 20 Minuten Verspätung startete sie am Kurfürstendamm. Ziel war das Brandenburger Tor. Aber auch weit weg von der Paradestrecke waren vielerorts Regenbogenfahnen gehisst. Gegen 15 Uhr zählten die Veranstalter rund 150.000 Teilnehmer. Insgesamt erwarteten sie 600.000 Besucher. Beim ersten Berliner CSD im Juni 1979 waren es 450.

Bunt, bunter, Berlin. Quelle: Paul Zinken/dpa

Das Motto lautet in diesem Jahr „Stonewall 50 - Every riot starts with your voice“ (deutsch: „Jeder Aufstand beginnt mit deiner Stimme“). Der Christopher Street Day erinnert jedes Jahr an Ereignisse vom 28. Juni 1969: Polizisten stürmten vor 50 Jahren die New Yorker Schwulen- und Lesbenbar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und lösten dadurch einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus.

Das diesjährige Motto soll insbesondere die frühen Aktivisten der LGBTI-Bewegung würdigen. LGBTI ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell und intersexuell.

Knappe Outfits waren keine Seltenheit beim CSD 2019 in Berlin – den sommerlichen Temperaturen angepasst. Quelle: Paul Zinken/dpa

Kurz bevor sich der Tross mit rund 100 Wagen in Bewegung setzte kamen noch einige Aktivisten der LGBTI-Bewegung zu Wort: „Stell dir vor du bist eine Frau und keiner glaubt es dir. Stell dir vor du bist ein Mann, aber erst ein Richter muss dir das bescheinigen“, sagte Anastasia Biefang vom Arbeitskreis homosexueller Angehöriger der Bundeswehr e.V. bei der Eröffnung. Biefang wurde bekannt als erste transsexuelle Befehlshaberin der Bundeswehr.

Mit Plakaten wie „Kein Sex mit Nazis“ und „Zur Hölle mit dem Patriarchat“ setzen Teilnehmer aus aller Welt ein Zeichen für Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung.

Hunderte Polizisten im Einsatz

Damit die Parade nicht im Müll versinkt, sammeln 130 Mitarbeiter und 60 Fahrzeuge der Berliner Stadtreinigung den ganzen Tag Abfall von den Straßen auf. Um die Sicherheit kümmern sich rund 800 Polizeibeamte, die an diesem Tag im Einsatz sind, wie eine Sprecherin mitteilte.

Auch politische Botschaften waren Teil des Umzugs. Quelle: Paul Zinken/dpa

Trotz Erfolgen, wie der Abschaffung des „Schwulenparagraphen“, der gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe stellte und der Einführung der Ehe für alle, werden Homosexuelle und Transgender noch immer Opfer feindseliger Angriffe.

Die CSD 2019 in Berlin im Video:

225 Fälle, die sich auf sexuelle Orientierung bezogen, zählte alleine die Berliner Polizei 2018, im Vorjahr waren es 171. Das Beratungsprojekt Maneo registrierte im vergangenen Jahr sogar 382 solcher Fälle, was einem Anstieg um ein Drittel binnen zwei Jahren entspräche, wie es in einer Mitteilung heißt.

CSD: Promis und Politiker machen mit

Unter die Feierenden mischen sich auch Prominente und Politiker. Andere zeigen sich via Twitter solidarisch. So schreibt Außenminister Heiko Maas (SPD): „Wenn wir offen sind, entdecken wir, dass uns mehr verbindet, als uns trennt – und Zusammenhalt macht uns stärker.“

Neben dem ehemaligen Regierenden Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit dürfte sich auch VfB Stuttgart Sportvorstand Thomas Hitzlsperger unter die Menge gemischt haben. Denn auch in Baden-Württemberg ziehen Tausende durch die Stuttgarter Innenstadt.

In Stuttgart stand in diesem Jahr ein zweites Jubiläum an. Denn vor 40 Jahren riefen Hunderte Demonstranten auf dem Schlossplatz - ebenfalls in Gedenken an die New Yorker Aufstände - den „Homobefreiungstag“ aus. Der erste Stuttgarter CSD folgte 1985.

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Von RND/dpa