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Kultur „Cabaret Größenwahn“ in Schwerin gefeiert
Nachrichten Kultur „Cabaret Größenwahn“ in Schwerin gefeiert
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00:00 28.02.2015
Jana Kühn und Isa Weiß im „Cabaret Größenwahn“. Quelle: J. Xaver Zepplin
Schwerin

Zwei junge Frauen um die 30, Jana Kühn und Isa Weiß, und ein etwas älterer Herr, Thomas Möckel, interpretieren Lieder aus den 1920er und 1930er Jahren — und die mehr als 100 Zuschauer im ausverkauften Schweriner E-Werk toben vor Begeisterung. Worin liegt bis heute der Reiz dieser Chansons aus den frühen Jahren des vorigen Jahrhunderts?

„Cabaret Größenwahn“ betiteln die beiden Schauspielerinnen und der Musiker ihr Programm, und sie legen damit den Kurs fest, auf dem sie sich bewegen wollen: der Tradition der Cabarets, Brettl-Bühnen, Varietees mit ihren frechen, sarkastischen, zeitkritischen Liedern.

Friedrich Hollaender, Mischa Spoliansky, Günter Neumann, Marcellus Schiffer, Rudolf Nelson und Kurt Tucholsky sind die Komponisten und Autoren , deren Stücke zu hören waren. Wobei: nicht bloß zu hören. Jana Kühn und Isa Weiß spielten, mit nur ganz wenigen, sparsam eingesetzten Kostümen und Requisiten, komplexe Lied-Geschichten. Wie die von den Damen mit den dunklen Augen im romanischen Café, zu denen statt des Prinzen nur der Herr aus der Provinz kommt, von der Sehnsucht nach Tamerlan, von der schlaflosen Frau, dem Vamp oder der länglichen Anna, wegen deren Größe man nicht ins Kino gehen mag. Sie kommen populär daher, diese kleinen Liedchen — sie sind aber zu scharfsinnig, um volkstümlich zu sein. Eher schon von melancholischem Zynismus wie das „Chanson von der Gesellschaft“ oder das satirisch-bösartige Duett „Wenn die beste Freundin mit der besten Freundin “. Freundinnen in der so besungenen Art sind Jana Kühn und Isa Weiß mit Sicherheit nicht, denn dann würden sie nicht so klug miteinander agieren und stimmlich so virtuos harmonieren. Thomas Möckel am Klavier hat einen großen Anteil daran, dass die Damen so genau den Sound der Goldenen Zwanziger treffen. Karin Gustmann



OZ

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