Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Charlie Hübner in Rostock: Anekdoten aus einem Schauspielerleben
Nachrichten Kultur

Charlie Hübner in Rostock: Anekdoten aus einem Schauspielerleben

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:18 06.02.2020
Miteinander vertraut: Regisseur Andreas Dresen (l.) und Schauspieler Charlie Hübner am 5. Februar in der HMT Rostock Quelle: Thorsten Czarkowski
Anzeige
Rostock

Vor einer Woche war Charlie Hübner zur Barlach-Lesung in Rostock, nun schon wieder. „Dass die beiden Termine so dicht beieinanderliegen, ist Zufall“, meinte Charlie Hübner vor der Veranstaltung. Volles Haus auch in der Hochschule für Musik und Theater Rostock am Mittwochabend: 400 Besucher waren in den Katharinensaal gekommen, um die neueste Ausgabe der Gesprächsreihe „HMT Fokus Film“ zu erleben. Diesmal war auch der Rostock-Bezug stark: Schließlich ist Charlie Hübner aus dem Rostocker „Polizeiruf 110“, wo er Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow verkörpert, bestens bekannt.

Gut eingespielt: Dresen und Hübner

Regisseur Andreas Dresen, der die HMT-Reihe vor rund einem Jahr ins Leben gerufen hat, kennt Charlie Hübner auch aus der gemeinsamen Arbeit. 2017 hatte Dresens Neuverfilmung von „Timm Thaler“ die beiden zusammengeführt. Entsprechend herzlich war auch die Begegnung am Mittwochabend, als die beiden einen zweieinhalbstündigen sehr amüsanten Talk abhielten.

Anzeige
Andreas Dresen und Charlie Hübner am 5. Februar in der HMT Rostock

Charlie Hübner erzählte dabei viel Berufliches, aber auch Privates, natürlich ist er als Schauspieler dabei im Vorteil, denn er beherrscht das anekdotische Erzählen bestens. Zunächst ein bisschen Biografisches, das Aufwachsen im mecklenburgischen Feldberg, dann das Entdecken der Schauspielerei, der Schritt zum Schauspielstudium an die Schauspielschule „Ernst Busch“ nach Berlin, dann das erste Engagement im Frankfurt/Main. Es folgten Jahre intensiver Theaterarbeit.

Nach 2001 spielte Charlie Hübner weniger Theater

Um das Jahr 2001 herum fasste Charlie Hübner den Entschluss, von der Theaterarbeit zum Fernsehen zu wechseln. Ein Schritt, den nicht jeder seiner Kollegen verstand. Einer der ersten Aufträge war ein Werbespot für die Dresdner Bank. Im Nachhinein war das wohl eine richtige Entscheidung. Als 2009 die Dreharbeiten zum ersten Rostocker „Polizeiruf“ begannen, kam auch ein Popularitätsschub für Hübner. „Das kann zwanzig, vielleicht sogar dreißig Jahre laufen“ sagte Hübner über die Arbeit. Er kann inzwischen auch andere Rollen vorweisen, in bedeutenden Filmproduktionen wie „Das Leben der anderen“ (2006), „Bornholmer Straße“ (2014) oder „Magical Mystery“ (2017). Auch über sein eigenes Regieprojekt sprach Charlie Hübner, die Produktion von „Wildes Herz“ (2017) hatte ihn hinter die Kamera geführt, im Mittelpunkt stand dabei Feine-Sahne-Fischfilet-Sänger Jan „Monchi“ Gorkow.

Ein anekdotenreicher und amüsanter Abend

Das alles ergab viel anekdotischen Stoff und war nicht nur interessant für die Studierenden der HMT, sondern auch für die vielen Hübner-Fans, die am Mittwoch gekommen waren. Für die Studierenden hatte Charly Hübner nur einen einzigen Rat parat: „Immer auf Sicht fahren“, meinte er, was langfristige Planungen in diesem Beruf also ausschließt. Dresen und Hübner lieferten einen sehr unterhaltsamen Abend, nächster Gast bei „HMT Fokus Film“ wird übrigens der Schauspieler Milan Peschel sein.

Von Thorsten Czarkowski