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Kultur „Colette“ und mehr DVD-Tipps
Nachrichten Kultur „Colette“ und mehr DVD-Tipps
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20:29 03.07.2019
Quelle: iStockphoto
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Hannover

Undercover, Staffel 1. Hinter den sieben belgischen Bergen bei den sieben Campingplatzzwergen ermitteln der belgische Cop Bob Lemmens (Tom Waes) und seine holländische Kollegin Kim de Rooij (Anna Drijver) gegen den Ecstasypaten Ferry Bouman (Frank Lammers).

Der grillt am Wochenende Würstchen für seine Freunde, klopft seiner liebenswerten, schlicht gestrickten Freundin Danielle (Elise Schaap) ermunternd auf den Hintern, wenn die darüber jammert, von den restlichen Campingtussen missachtet zu werden und wirkt auch, wenn er sich über Fehlgriffe und Pleiten seiner Untergebenen aufregt, eher wie ein grantiger Teddybär.

Aber Ferry ist ein Killer, der Ecstasy-Pate, einer, der Menschen ohne Zögern über Klingen springen lässt. Und das zusammengeworfene Polizistenpärchen hat bald Schwierigkeiten mit seinen Gefühlen und darüber hinaus mit der Tarnung, denn Bouman hat bei der Polizei einen Maulwurf, der zunächst allerdings noch im Dunkeln tappt.

Belgien, das im Vorspann als Traumurlaubsland und Obstbaumparadies präsentiert wird, erscheint im Fokus der Regisseure Eshref Reybrouck und Frank Devos und ihres Autorengespanns als geheimer Hort des großen Verbrechens.

Ähnlich wie im Fall der Bankräubersaga „24 Hours“ ist auch diese Serie, bei der neben ZDFneo auch Netflix mitmischte, bis zum letzten Bild enorm spannend. Dabei wird die Thrillerdüsternis mit einer gehörigen Portion schrägen Humors aufgelockert: Der Kurzhaarchihuahua von Boumans Liebster etwa heißt allen Ernstes Khaleesi wie die Drachenkönigin aus der leider vollendeten Serie „Game of Thrones“ - und ist ein Rüde.

Undercover, Staffel 1 Quelle: eye

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Ein Lavabrocken enthält die Botschaft eines verschollenen isländischen Geologen, was zum Ausgangspunkt eines unglaublichen Abstiegs wird. In prädigitalen Zeiten, in denen tricktechnische Leistungen noch bannig von der Vorstellungskraft des Publikums unterstützt werden mussten, gehörte Henry Levins Verfilmung von Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1959) zu den großen Abenteuern, die man im Kino, später im Sonntagnachmittagsfernsehen erleben konnte.

Hier gab es einen fluoreszierenden Pilzwald, ein unterirdisches Gestade und so manchen Saurier, der in Wahrheit nicht mehr war als eine stark vergrößert einkopierte Eidechse. Lässt man sich auf die Improvisationskünste des Fantastischen ein, vermag der Abstieg in einen isländischen Vulkan, der eine kleine Expedition bis hin ins versunkene Atlantis führt, noch heute zu faszinieren.

Neben James Mason spielt Pat Boone eine der Hauptrollen der wohl bravste US-Rock’n’Roller der Fünfzigerjahre, (der seiner Angebeteten auch sogleich ein Klavierständchen bringen darf). Dass der Laborassistent von Mason „Mr. Presley“ (Boones weit elektrisierender Konkurrent) heißt, ist nur ein Gag der deutschen Synchronisation. Im englischen Original heißt der Mann gut hörbar Paisley.

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde Quelle: 20th Century Fox

The Gifted, Staffel 1. Im Universum der derzeit auch wieder kinoaktiven „X-Men“ sind die Superhelden genetisch veränderte Mutanten. Die „normalen“ Menschen stehen ihnen skeptisch bis ablehnend gegenüber, die Politik instrumentalisiert sie als Sündenböcke, sie werden durch Anti-Mutantengesetze „verboten“, werden gejagt, gefangen und in besondere Haftanstalten gesteckt. Sie suchen einander, schließen sich zusammen, tauchen unter, schlagen zurück.

Ein ungesundes Gegeneinander, das in der Eingangsszene von „The Gifted“ hinreichend ausgemalt wird. Fortan erzählt die Serie die Geschichte der Familie Strucker. Die Mutter Kate (Amy Acker) und der Vater, der Mutantenjäger Reed (Stephen Moyer), müssen erfahren, dass auch ihre Kinder Lauren (Natalie Alyn Lind) und Andy (Percy Hynes White) das X-Gen besitzen, das die besonderen Fähigkeiten verursacht. Andy kann Gebäude zum Einsturz bringen, Lauren kann Materie umlenken.

Die Bande des Blutes und die Unduldsamkeit des Systems verändern die Haltung der Reeds, deren Leben sich elementar verändert, die lernen müssen, wie es sich anfühlt, gejagt zu werden und die das menschenverachtende Repressionssystem nun von der anderen Seite kennenlernen.

„The Gifted“ bricht die klassische „X-Men“-Grundstory herunter auf die Geschichte einer Familie auf der Flucht. Wer noch Kraft hat für eine weitere Marveliade, wer von den Heerscharen der Superhelden noch nicht überrannt wurde, wird mit einer Serie belohnt, die zu den besseren des Genres zählt und die sich in Sachen Spannung und Tricktechnik durchaus sehen lassen kann.

The Gifted, Staffel 1 Quelle: 20th Century Fox

Colette. „Ich fand sie alle arrogant und oberflächlich“ befindet Colette in der Kutsche auf der Heimfahrt von einer Pariser Abendgesellschaft, bei der ihr burgundisches Kleid beleidigt wurde und ein überspannter Zeitgenosse einen Krug Milch in einen Klavierkasten gegossen hatte – unter Applaus.

Gabrielle-Sidonie Colette (Keira Knightley) ist in der Belle Époque 1893 die Ehefrau des spitzzüngigen Kritikers, Schriftstellers und Bohemiens Henry Gauthier-Villars alias Willy (Dominic West) geworden, der Ghostwriter beschäftigt, um seine Ideen ausführen zu können und der seine gescheite selbstbewusste Frau mit diversen Affären beleidigt.

Als das ausschweifende Leben den Eheleuten kostenmäßig über den Kopf wächst, spannt Henry Gabrielle als weitere literarische Helferin ein. Ihr Roman „Claudine“, den er zunächst als „kitschig“ zurückweist, in der äußersten finanziellen Not aber doch zu seinem Verlag trägt, wird ein durchschlagender Erfolg, weitere Claudine-Geschichten schlagen ebenfalls ein, bis Gabrielle nicht mehr bereit ist, den inkommensurablen Ruhm ihrer Figur weiterhin an „Willy“ abzutreten.

Als Colette reklamiert Gabrielle ihr Sensationswerk für sich und zündet damit ein Licht an in der emanzipatorischen Finsternis der vorletzten Jahrhundertwende. Und eine weitere Flamme für die sexuelle Befreiung der Frau von patriarchalischer Dominanz. Wash Westmorelands Drama ist nicht das erste „Colette“-Biopic (aber – etwa in seinen walzerilluminierten erotischen Szenen - weit spritziger als Danny Hustons „Becoming Colette“ von 1991 – damals mit Mathilda May und Klaus-Maria Brandauer).

Atmosphärisch am nächsten steht „Colette“ wohl Tom Hoopers Schmetterlingsgeschichte „The Danish Girl“. Die Verwandlung von Gabrielle zu Colette, ihr mehrfaches Coming-out ist denn auch ganz klar der bisherige Höhepunkt in der Karriere der wunderbaren Keira Knightley.

Colette Quelle: dcm

Mary Shelley. Immer mal wieder wird die „Frankenstein“-Geschichte in diesem Film der saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour gestreift. Ein galvanisierter Frosch, der die Beine zu einer postumen Schwimmbewegung anwinkelt, dann die Zeichnung eines elektrisch wiederbelebten Leichnams ohne Kopf.

Erzählt wird die Jugend der Autorin Mary Godwin, die sich mit dem verheirateten Dichter Percy Shelley in eine skandalöse Beziehung stürzt. Lange mäandert diese filmische Erzählung dabei ohne rechten Fokus, und bis auf Elle Fanning, die mit rosigen Wangen und Weh und Ach in den Mundwinkeln perfekt in jene Epoche des großen Gefühls passt, scheint sich keiner der Schauspieler in seiner Figur zuhause zu fühlen wie auch die Regisseurin keine wahre Nähe zu ihrem Stoff findet.

„Die große Kunst des Lebens ist es, zu empfinden“, sagt Lord Byron in einer Szene des Films und boxt sich selbst ins Gesicht, wie um zu erwachen.

Was diesem Film nicht vergönnt ist. Er schlummert durch Dreiviertel seiner Zeit, und durchhastet dann als Fiebertraum den „Frankenstein“, den von einer 18-Jährigen geschriebenen Gipfel der englischen Schauerromantik, der zugleich Ausgangspunkt einer fruchtbaren Schriftstellerinnenkarriere war. Immerhin: Shelley (Douglas Booth) steht zu Unrecht im Verdacht, den Roman für sich reklamieren zu wollen.

Mary Shelley Quelle: Prokino

Astrid. Eine junge Frau so freigeistig und stark wie ihre wohl berühmteste Schöpfung: Pippi Langstrumpf. Der Film „Astrid“ von Regisseurin und Drehbuchautorin Pernille Fischer Christensen erzählt, wie Astrid Lindgren ihre Stimme fand, wie sie die Schriftstellerin wurde, die bis in ihr Alter verstand, wie es ist, Kind zu sein und dass Kindheit die reinste und weiseste Zeit des irdischen Daseins ist.

Die wunderbare Alba August spielt in feinsten Gefühlsnuancen und quicklebendig das junge Mädchen vom Bauernhof, das mithilfe ihres humorvollen Vaters eine schicksalhafte Anstellung bei einer Zeitung bekommt, vom Redaktionsleiter schwanger wird, und ihr Kind weggeben muss.

August umarmt diese Rolle, ob sie sich nun mit dem Blinzeln eines halbschweren Herzens von den Zöpfen der Kindheit trennt oder fröhlich mit der neuen Backfischfrisur auf Fahrrad neben einem galoppierenden Pferd herfährt. Und Christensen erzählt das unaufgeregt und geradeaus, ohne künstlerische Finessen, am Leben ihrer Heldin entlang.

Aber wäre man sonst schnell geneigt, von einem Standardbiopic zu reden, nehmen einen Titelfigur und die lässige Kameraarbeit, die warmen Bilder von Erik Molberg Hansen gefangen. Immer wieder werden „Fanbriefe“ von Kindern eingelesen, die begründen, warum trotz der Präsenz des Todes in Lindgrens Büchern, ihre Figuren Lust aufs Leben machen. Und so würde man am Ende von des Films, der einem zeigt, wie das Mädchen zu „Astrid“ wurde, gerne wissen, wie es dann so war, „Astrid“ zu sein.

Astrid Quelle: dcm

Maria Stuart, Königin von Schottland. Zwei Königinnen – verwandt, konkurrierend, einander jedoch nicht in persönlicher Feindschaft zugetan – sind bei aller Macht nicht mächtig genug, sich von den intrigierenden Männern an ihren Thronen zu befreien, deren politischen Willen zu ignorieren und die Religionsspaltung zwischen Protestantismus und Katholizismus zu überwinden.

So stirbt die eine schließlich als vermeintliche Verräterin unter dem Beil eines englischen Henkers während die andere an dem erzwungenen Urteil leidet. Josie Rourke, Leiterin des vielfach preisgekrönten Theaterensembles Donmar Warehouse erzählt die Geschichte von „Maria Stuart, Königin von Schottland“ und Elisabeth I. von England als spannende Geschichte zweier starker Frauen, deren Emanzipation in der patriarchalischen Welt des 16. Jahrhunderts eine Sisyphusaufgabe ist.

„Wir wollen die Stuarts lieben wie Geschwister“, sagt Elisabeth zu Beginn und resigniert am Ende, indem sie ihre Gefühle mit einer mentalen Geschlechtsumwandlung negiert: „Ich entscheide mich, ein Mann zu sein.“ Eine Entscheidung, die bis heute getroffen werden muss, will man als Frau teilhaben an Macht und Einfluss.

Zwei Spitzendarstellerinnen hat die Theatermacherin Rourke für ihr Filmdebüt: Saoirse Ronan ist anrührend als selbstlose Titelfigur, deren Kampf vornehmlich der Zukunft ihres Sohnes James gilt. Herausragend aber ist Margot Robbie („I,Tonya“, „Suicide Squad“), deren Traurigkeit und Stolz Erinnerungen an die große Katharine Hepburn wecken.

Wer in der Schule sich eher unwillig durch Schillers Drama gähnte, wird den Stoff in dieser Version lieben lernen. Und kann es hinterher noch einmal mit seinem gelben Reclambändchen versuchen.

Maria Stuart, Königin von Schottland Quelle: Universal

Glass. Plausible Erklärungen. Das ist es, was die Psychologin (Sarah Paulsen) haben möchte von den Herren Price (Superhirn), Dunne (Supermann) und Crumb (Superbösewicht). Sie glaubt nicht an Superhelden, sie glaubt nur an den Glauben, ein Superheld zu sein, dass dieser Glaube jeweils durch ein äußeres Ereignis ausgelöst wurde und Kräfte freisetzt, die nicht mehr sind als die eines sehr starken Mannes. Sie schafft es, ihre drei besonderen Patienten zu verunsichern, so dass ihr Selbstvertrauen schwindet.

Aber das von Comics zeitlebens besessene, am Glasknochensyndrom leidende Superhirn Price (alias Mister Glass) will sich seine besondere Rolle im Universum nicht ausreden lassen und plant den Gegenbeweis – er inszeniert eine Comic-strip-Handlung im wirklichen Leben, um mit einer gewaltigen Untat alle Welt davon zu überzeugen, dass es Kräfte gibt, die kein Mensch erklären kann.

Er veranlasst die 23 in dem multiplen Crumb koexistierenden Persönlichkeiten, wieder an die Existenz ihres dominanten Monster-Ichs zu glauben, der Hulk-artigen „Bestie“. Und er bringt den melancholischen Supermann Dunne dazu, sein Alter Ego des „Aufpassers“ zu erneuern und die Welt zu retten.

M. Night Shyamalan führt seine faszinierende Trilogie „Unbreakable“ (2000) und „Split“ (2017) zu einem Ende, das über weite Strecken fasziniert und eine überraschende, typisch Shyamalan-artiges Schlusspointe aufweist, welche die einen in Bann schlägt, manche schmunzeln und andere sich abwenden lässt: Liebe ist die größte Superkraft in der Welt, aber es gilt auch –seit „King Kong“: Liebe killt das Biest.

Der Realismus im fiktiven Universum des Regisseurs ist weiterhin durchzogen von feinen Linien des Übernatürlichen. Und das sensationelle Spiel, das McAvoy abliefert, das sekundenschnelle Springen von Persönlichkeit zu Persönlichkeit der „Horde“ sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Freilich: Ohne vorher die beiden anderen Filme zu sehen, kann man „Glass“ nicht verstehen. Und dabei stellt man zwangsläufig fest, dass die Vorgängerfilme doch dichter und stimmiger waren.

Glass Quelle: Disney/Buena Vista

Fahrenheit 11/9. Und so erfährt man also die „Historia Trump“ aus dem Munde des berüchtigten Dokumentarfilmers Michael Moore. Sie war anfangs nur ein Witz für die Medien, ein Sketch, diese Kandidatur, und am Ende stand ein Präsident ohne Scham, Würde und Ahnung, der dabei ist, das Weltgefüge aus den Angeln zu heben und die Welt zugrunde zu richten.

Moore zeigt, wie sich die Siegessicherheit der Hillary-Front tief in der Wahlnacht in Fassungslosigkeit verwandelte, den tiefen Sturz der stolzen Frauen, die die erste Präsidentin Amerikas feiern wollten und stattdessen einen bekennenden Sexisten bekamen. Viele Anspielungen macht Moore, und geht weit dabei, deutet sogar Inzest Trumps an.

Wer aber glaubt, im Umkehrschluss eine Heiligung der Präsidentschaft Barack Obamas zu erhalten, dem werden die Augen geöffnet. In einem Skandal um bleivergiftetes Trinkwasser in Moores Heimatstadt Flint, Michigan, einer Geschichte der Gier eines örtlichen Politikers, der sich auf Kosten der Gesundheit seiner Mitbürger bereichert, macht der „gute Präsident“ eine so unglückliche (Mittäter-)Figur, dass er die Sympathien auch seiner schwarzen Wähler in Flint verliert.

Der Weg aus der Demokratie in die Nacht des Populismus begann laut Moore schon vor der Kandidatur Trumps. Hoffnung sieht er nur in den Kindern von Charlottesville, die nach dem Schulmassaker auf die Straßen gingen gegen das Waffenland Amerika. Ihnen allein, den von den Flintenmännern und –weibern der USA aufs Übelste beschimpften jungen Widerständlern, gehört die ganze Sympathie des (polemischen) Chronisten Moore und des Publikums.

Fahrenheit 11/9 Quelle: Weltkino/Universum

Der Affront. Der hitzige Libanese Toni (Adel Karam) hat einen Abfluss auf seinen Balkon, der Wasser auf die Passanten in Beirut rieseln lässt. Für ihn ist die Sache einfach: „Sollen die Leute die andere Straßenseite nutzen.“ Yassir (Kamel El Basha), der palästinensische Vorarbeiter einer Baustelle, dem das Abwasser auf den Bauhelm spritzt, beschimpft den uneinsichtigen Toni als „Scheißkerl“. Er soll sich entschuldigen, weil der Chef des Unternehmen Angst hat, durch den Zwist könne ihm der Zwei-Jahres-Auftrag des Baus eines Flüchtlingslagers durch die Lappen gehen.

In dem vielschichtigen (Polit-)Drama des libanesischen Regisseurs Ziad Doueiris (langjähriger Regieassistent bei Quentin Tarantino) ist der eigentliche „Affront“ die Überheblichkeit, die Unversöhnlichkeit, der Hass des Christen Toni gegenüber Palästinensern, ein Herrenmenschentum, gegen das Yassir sich zur Wehr setzt - was mit zwei gebrochenen Rippen Tonis und einem Prozess endet.

Anhand der eigentlich winzigen Sache entfalten sich die Ressentiments zwischen den beiden Völkern, wird die ganze Unversöhnlichkeit der Parteien offenbart, Stimmen der Vernunft wie die von Tonis schwangerer Frau Shirine (Rita Hayek) und von Tonis Vater werden ausgeblendet. Die „Sache“ eskaliert in ungeahnte Höhen, und schließlich treten die Ursachen für Tonis Unversöhnlichkeit zutage, die im Bürgerkrieg der Siebzigerjahre und im Schicksal seiner Familie liegen.

Eine kleine Geschichte nutzt Doueiri dazu, einen Gesellschaftsspiegel zu errichten, in dem sich am (dezent unrealistischen) Ende doch noch ein Hoffnungsschimmer zeigt. Großes Kino, das bei den Oscars nominiert wurde und beim Filmfest von Venedig im Wettbewerb um den Goldenen Löwen lief.

Der Affront Quelle: Alpenrepublik

Von Matthias Halbig

Zum 30. Mal findet in Ribnitz-Damgarten das internationale Tanzfestival „Grand Prix der Folklore“ statt.

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Lars Tietje, seit drei Jahren Intendant des Mecklenburgischen Staatstheaters, scheidet spätestens im Sommer 2021 aus. Der 51-Jährige steht unter massiver Kritik aus der Belegschaft. Ob sein angekündigter Abschied freiwillig oder zwangsweise erfolgte, bleibt offen.

03.07.2019

Hier wird der alltägliche Rassismus ausgehebelt: Die Komödie „Made in China“ (Kinostart: 18. Juli) kreist um die Spannung zwischen alter und junger Einwanderergeneration – und verfügt über sozialen Tiefgang.

03.07.2019