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Kultur Das Tier am Steuer!
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00:00 18.06.2015

Die Autobahn ist das emotionale Schlachtfeld des modernen Mannes. Nirgendwo sonst können in der Zivilisation verpönte Gefühle wie Wut und Neid derart ungehemmt ausgelebt werden.

Neid im Sinne von: „Was hat der zu kompensieren, dass der Porsche fährt?“ — was nur verschleiert, dass man(n) selbst gern stolzer Besitzer eines solch edlen Gefährts wäre. Anlass zu Wut und Ärger bietet auch das Fehlverhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. Natürlich muss so etwas lautstark und möglichst gestenreich im eigenen Auto kommentiert werden: „Der Rote aus Hannover hat mich beim Einscheren geschnitten — Idiot!“ Und schon steigt der Stresshormonspiegel ähnlich stark an wie die Stundenkilometerzahl auf dem Tacho während der Autobahnfahrt. Dass nicht nur Bewohner anderer europäischer Länder sondern Männer im Allgemeinen gerne auf den Autobahnen hierzulande fahren („Das ist so‘n geiles Gefühl, wenn du beim Beschleunigen in den Sitz gedrückt wirst“), kann ich mittlerweile fast verstehen: Denn gelten doch in der Gesellschaft zunehmend „weiche“ Charaktereigenschaften und werden Männer sanft, einfühlsam und manchmal auch eitel (Stichwort Metrosexualität), so scheint das Autobahnfahren die letzte „Bastion“ ihrer impulsiven, animalischen Seite zu sein. Eine, bei der sie sich nicht einmal dafür entschuldigen müssen.

Das ist die traurige Kehrseite des motorisierten Dominanzgehabes, das nicht nur den Männern vorbehalten sein muss — immerhin gibt es genug fahrbegeisterte Frauen. Daher: Augen auf im Straßenverkehr und tief durchatmen und einen Gang runterschalten, wenn das Rennfahrer-Gen und die Aggression am Steuer überhand zu nehmen drohen. Wiebke Neelsen



*Wiebke Neelsen (23)

aus Wismar hat Kommunikationswissenschaft studiert und wohnt in Hamburg.



Wiebke Neelsen*

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