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Kultur Der schönste Blick der Hansestadt
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06:39 06.08.2015
Das Team für die Sanierung des Dachreiters der Stralsunder Nikolaikirche: Wilfried Schleinitz, Gerd Meyerhoff, Jens-Uwe Schwepler und Burkhardt Eriksson (v.l.).
Das Team für die Sanierung des Dachreiters der Stralsunder Nikolaikirche: Wilfried Schleinitz, Gerd Meyerhoff, Jens-Uwe Schwepler und Burkhardt Eriksson (v.l.). Quelle: Alexander Müller
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Stralsund

Diesen traumhaften Ausblick hat so schnell kein Mensch mehr: Auf dem Dach der Stralsunder Nikolaikirche haben Baufachleute am Mittwoch zum letzten Mal die Sanierung des kleinen Turms an der Ostseite inspiziert. Weil die Arbeiten an dem sogenannten Dachreiter abgeschlossen sind, wird das Gerüst seit Mittwoch abgebaut. Die OSTSEE-ZEITUNG durfte die letzte Gelegenheit nutzen, um zur Abnahme mit hinaufzusteigen.

Der Weg führt zunächst über Treppen, dann nur noch über schmale Leitern in schwindelerregende Höhen bis auf die Spitze des Dachreiters. Aus rund 50 Metern bietet sich ein wunderbares Panorama über die Altstadt bis zur Insel Rügen. Der Blick von hier auf den Alten Markt, das Quartier 17 und das Ozeaneum mit Rügenbrücke im Hintergrund ist exklusiv – für Besucher gibt es keine Möglichkeit, auf das Dach zu steigen. Architekt Burkhardt Eriksson bekommt von solchen Höhen schon lange keinen flauen Magen mehr. „Wenn man regelmäßig auf Kirchdächern herumspringt, dann gewöhnt man sich daran“, sagt er.

In den vergangenen vier Wochen haben Handwerker den Dachreiter in liebevoller Feinarbeit wieder instand gesetzt. Korrodierte Stellen wurden vernietet und verlötet, so dass kein Wasser mehr eindringen kann. Zudem wurde der Blitzableiter erneuert. An der Spitze haben Fachleute die Kupferabdeckung ausgetauscht. Damit keine farblichen Unterschiede entstehen, wurde Material aus dem Dach des Seitenschiffes verwendet. „Die Spitze des Dachreiters in Form einer Blüte ist besonders schön. Unser Ziel war es, sie zu schützen“, sagt Architekt Burkhardt Eriksson. 300 000 Euro hat die Reparatur gekostet. Als letzte Amtshandlung wurde Mittwoch der Wetterhahn von 1742 an seinen alten Platz auf der Spitze zurückgebracht. Er war während der Arbeiten aus Angst vor Dieben, die das Gerüst hoch klettern könnten, entfernt worden.



Alexander Müller