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Kultur Die starken Frauen vor 1000 Jahren
Nachrichten Kultur Die starken Frauen vor 1000 Jahren
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Knut (Leon Märkisch), Freya (Hannah Ostermeier), Elva (Lara Märkisch), Seherin Kristal (Helga Wienhöfer) und Freydis (Sophie Zilm, v.l.). Quelle: Vorpommersche Landesbühne
Barth

Die Wikinger kommen – und zwar nach Barth. Diese Annahme hat Regisseur und Autor Martin Schneider für die Sommerspielzeit im Barther Theatergarten zu einem Stück verarbeitet. Historisch verbürgt ist jedenfalls, dass Wikinger vor über 1000 Jahren auch in Vorpommern anlandeten. So heißt es seit der Premiere am vergangenen Samstag: „Die Wikinger kommen!“

In diesem Fall ist es eine Gruppe von Frauen, die sich unter der Führung von Freya (Hannah Ostermeier) dem Bootsbau verschreiben haben, aber von den Einheimischen misstrauisch beäugt werden. Es sind Wikingerinnen, die ein Leben ohne Männer führen, immer unter sich bleiben und so eigenartige Götter wie Thor und Odin haben. Das versuchen die Einheimischen zu ändern, in dieser Angelegenheit erscheinen zum Beispiel Pfarrer Gottlieb Himmelreich (Wolfgang Reinhard), Herzogin Frau von Greif (Gabriele Ulbricht) und ihre Tochter Tilda (Annika Nippold). Manchmal verschwinden die Wikingerinnen über Nacht und tauchen mit Schätzen wieder auf. Dann erscheint aber Ari (Reiko Rötz), ein angespülter Fremder, der bei den handwerklich geschickten Frauen angeblich den Schiffbau erlernen will. Die „Werftfrauen“ bleiben misstrauisch, wer ahnt denn schon, dass da ein ehemaliger Wikingerkönig auf der Suche nach seinen Volk ist? Dann erscheinen auch noch die Wikinger aus Haithabu auf der Bildfläche und sorgen für Ungemach.

All dies wird auf der Barther Boddenbühne gewohnt unterhaltsam serviert, mit Kampfszenen, Humor und auch mit ein bisschen Musik. Auf der Bühne stehen wie immer Laienschauspieler, Theatereleven und Mitglieder der Vorpommerschen Landesbühne. Für Situationskomik sorgen vor allem die beiden Wikinger Geri (Niklas Schüler) und Freki (Nils Arndt). Und auch Helga Wienhöfer, die man ohne Übertreibung zum Urgestein des Ensembles zählen kann, zeigt große Präsenz auf der Bühne; die inzwischen 91-Jährige Darstellerin sorgte beim Publikum immer wieder für Szenenapplaus. Und einen Cliffhanger für das nächste Jahr scheint es im Barth auch schon zu geben – vielleicht kommen die Wikinger noch mal.

Weitere Vorstellungen bis 30. August jeweils Mittwoch, Freitag, Samstag (außer am 2. August), immer um 19.30 Uhr in der Barther Boddenbühne

Thorsten Czarkowski

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