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Kultur Ein Flüchtling stirbt: War es Mord oder Notwehr?
Nachrichten Kultur Ein Flüchtling stirbt: War es Mord oder Notwehr?
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Szene aus Weißer Raum am Theater Vorpommern: Tobias Bode (Patrick, Lottes und Ulis Sohn) und Saskia von Winterfeld (Lotte, Ulis Ehefrau). Quelle: Vincent Leifer
Greifswald

Auf der Bühne ist alles in Weiß. Ein Spind steht neben einem Schreibtisch, dazwischen Räder eines Lasters , eine Mülltonne, Gartenstühle und sogar ein Weihnachtsbaum. Beleuchtet. Ein einziges Wirrwarr.

„Weißer Raum“ heißt das neueste Schauspiel am Theater Vorpommern, das Sonnabendabend Premiere in Greifswald feierte. Autor Lars Werner (Jahrgang 1988) hat den Titel so gewählt, weil weiße Räume Zonen sind, die von rechts gern ausgerufen werden, wie er schreibt. 2018 erhielt er in Frankfurt/Oder dafür den Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker. Greifswald war nach Recklinghausen zweite Station, wo das Stück zur Aufführung kam

Es geht um Flüchtlinge. Oder besser gesagt, um den Umgang mit ihnen. Eine Frau, Journalistin in einer Kleinstadt nahe Dresden, ruft auf einem Bahnsteig um Hilfe, weil sie sich von einem Marokkaner bedrängt fühlt. Gleiswärter Uli eilt zu ihr und schlägt den Mann tot. Tat er es nun, weil die Frau in Not oder der Angreifer schwarz war? Diese Fragestellung zieht sich durch die Vorstellung.

Die Rechten sehen in Uli ihren Helden und gewinnen ihn für ihre Bewegung. Journalistin Marie schreibt dagegen in ihrer Zeitung, dass sie nicht wehrlos gewesen sei. Sie zweifelt gar an Ulis Hilfsbereitschaft, zumal sie herausgefunden hat, dass dessen Sohn Patrick einem rechtsradikalen Netzwerk angehört und wegen Körperverletzung an einem Araber einsitzt. Auch Uli selbst ist nicht ohne, hat sie recherchiert. Denn eine Uni entließ ihn als Pförtner, weil er einem ausländischen Studenten ins Gesicht geschlagen hat. Es geht im Stück -und das ist gut so-auch um die Verantwortung der Presse und jedes einzelnen Journalisten.

In vielen der Dialoge hört man jene Sprache, die einem heute leider oft auch im Alltag begegnet. Dabei tauchen Argumente auf, die meist gar nicht als solche taugen. Und deshalb steht auch nicht die polizeiliche oder gar juristische Aufarbeitung des Todes des Flüchtlings im Vordergrund, sondern vielmehr dessen bloße Wahrnehmung in der Bevölkerung und die zunehmende Instrumentalisierung solcher Themen. Eigentlich Spannung pur. Aber das Interesse an der Premiere war eher mäßig. Das große Haus in Greifswald war höchstens zur Hälfte gut gefüllt.

Und die Beurteilung durch die Zuschauer? Sie fiel unterschiedlich aus. Es war von tollen Leistungen der Schauspieler die Rede, von denen Mario Gremlich als Gleiswärter Uli und Marie Steurich, die als Gast die Journalistin spielte, besonders herausragten. Kritisch angemerkt wurden hingegen eine doch zuweilen inhaltliche Überfrachtung der Inszenierung von Reinhard Göber und vor allem das weiße Tohuwabohu als Bühnenbild, das Stefan Heyne als Gast verantwortete. Was hat er sich bloß dabei gedacht?

Nächste Vorstellungen: 24. März, 16 Uhr (Greifswald), 6. April, 19.30 Uhr (Stralsund/Premiere), 27. April, 19.30 Uhr (Greifswald), 5. Mai, 16 Uhr (Stralsund), 25. Mai, 19.30 Uhr (Greifswald)

Reinhard Amler

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17.03.2019