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Kultur Eva Mattes liest bei Audi in Rostock
Nachrichten Kultur Eva Mattes liest bei Audi in Rostock
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13:58 23.11.2018
Schauspielerin Eva Mattes las am 22. November im Audi Zentrum Rostock. Quelle: Thorsten Czarkowski
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Rostock

Ein ungewöhnlicher Ort für eine Lesung: Das Audi Zentrum Rostock bot Donnerstagabend Platz für 200 Gäste – ausverkauft. Großes Interesse für die Schauspielerin Eva Mattes, die auch gefragt ist, wenn es um Hörbuchproduktionen geht. In diesem Fall „Die Neapolitanische Saga“ der Schriftstellerin Elena Ferrante. Eva Mattes hat alle vier Hörbücher auch eingelesen. „Der Hörbuchverlag hatte mich gefragt“, sagte sie. Inzwischen hat Mattes - die als Tatort-Kommissarin und mit Filmen von Joseph Vilsmaier bekannt geworden ist - über 100 Hörbücher eingelesen. „Wir wissen natürlich nicht, wer hinter der Autorin Elena Ferrante steckt“, sagt Eva Mattes über die Schriftstellerin, über deren Identität die Öffentlichkeit nichts weiß. „Sie lässt sich nicht kennenlernen“, berichtet Mattes, selbst die deutsche Übersetzerin stehe mit ihr nur im E-Mail-Kontakt. Dann erweckt Eva Mattes „Die Neapolitanische Saga“ zum Leben, formt die Geschichte der Freundinnen Elena und Lila zu plastischen Bildern. Am Ende gab’s von Eva Mattes noch einen Ausschnitt aus einen Frühwerk von Elena Ferrante – Lästige Liebe“, 1992 erschienen.

Es war eine Veranstaltung der anderen Buchhandlung, das Audi Zentrum war Gastgeber. Am Ende war es für Manfred Keiper, Inhaber der Buchhandlung, und für Nico Umbreit, Audi-Verkaufsleiter, angesichts des Zulaufs ein beiderseitiger Image-Gewinn. „Solche großen Veranstaltungen sind auch Querfinazierung für kleine Lesungen in meiner Buchhandlung“, so Keiper. Kooperationen zwischen Kultur und Wirtschaft sind nichts Neues. Der Rostocker Fachmarkt für Bürokompetenz Heinr. Hünicke engagiert sich seit Jahren kulturell. In der Reihe Ansichtssache halten Fachleute wie Landesbischof Gerhard Ulrich, der unter dem Titel „Fokus Mensch“ referierte, Schauspieler oder Journalisten Vorträge. Neu ist die Reihe „Tag der Kultur“ im „Treffpunkt junger Talente“. Mit dem Volkstheater oder der Kunsthalle und Unternehmen wie Creditreform oder Wiro lädt Geschäftsführer Thorsten Ries Auszubildende ein, Kultur kennenzulernen. Ries, der in seinem Unternehmen am 21. November vor 80 Gästen einen Vortrag über das Thema „Haltung“ gehalten hat, sagt: „Ein Verständnis für Kunst, Kultur und Gesellschaft zu bekommen, gehört zur Allgemeinbildung und sollte früh vermittelt werden. Wir wollen den Zugang und das Verständnis für Kunst und Kultur jugendgerecht aufbereiten.“ Diese Aktivitäten seien notwendiges gesellschaftliches Engagement, um den Kitt in einer immer größeren Fliehkräften ausgesetzten Gesellschaft zu stärken. „Am Tag der Kultur begeben wir uns auf Entdeckungstour durch Rostock und erleben unsere Stadt einmal ganz anders.“

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Geben und Nehmen in Sachen Kultur übt die Rostocker Kunsthalle seit Jahren. Direktor Jörg-Uwe Neumann sagt: „Ospa und Rostock Port haben uns von Anfang unterstützt.“ Das beginnt mit Schenkungen von Kunstwerken der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, wie Werner Tübke 2014 oder Wolfgang Mattheuer 2017. Neumann sieht die Kunsthalle als Ort von Konzerten, Lesungen, Debatten, sozialen Engagements, gesellschaftlicher Treffen. Die Ospa lädt in der Kunsthalle zum Neujahrsempfang, Rostock Port organisiert Firmenevents.

Aber es gibt auch kleinere Player auf dem Kultursegment. Das Physikalische Institut der Uni Rostock zeigt seit 12. November Bilder von Wiebke Loserie und TO Helbig. Das Schweriner Theater zeigt Collagen und Zeichnungen von Caroline von Bodecker aus Schwerin. Das Einrichtungshaus Hoffmann-Möbel zeigt in Guben ab 30. November Arbeiten des Bildhauers Nando Kallweit aus Badow. Das Café „Likörfabrik“ in Rostock eröffnet am 1. Dezember die Ausstellung der Dresdner Malerin Andrea Kuehl, die aus Rostock stammt. Zuletzt sind Bilder des Stralsunder Fotografen Dirk Meier. Inhaber Frank Brockmann sagt: „Natürlich schmückt das unsere Räume. Aber wir wollen uns kulturell positionieren und Künstlern Raum bieten.“

Von Thorsten Czarkowski und Michael Meyer

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