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Kultur Extrabreit und Dritte Wahl rocken den Iga-Park
Nachrichten Kultur Extrabreit und Dritte Wahl rocken den Iga-Park
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21:08 08.09.2019
Die Rostocker Band Dritte Wahl ist am Sonnabend vor rund 2000 Besuchern im Rostocker Iga-Park aufgetreten. Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Es ist inzwischen eine gute Tradition, dass sich die Rostocker Punkband Dritte Wahl zum Sommerausklang musikalische Gäste in den IGA-Park holt. Auch am Samstagabend war es so.

Diesmal war die Band Extrabreit gekommen, die einer anderen Generation angehört als Dritte Wahl. Extrabreit wurde bereits 1978 gegründet, die Band hatte ihre große Zeit in der Ära der Neuen Deutschen Welle (NDW) Anfang der Achtzigerjahre. Aber die Ursprünge der Band liegen musikalisch im Punk und thematisch in einer gewissen Widerborstigkeit. Auch im IGA-Park war das zu spüren: Die Musiker von Extrabreit besannen sich bei ihrem Auftritt in Rostock auf ihre punkigen und rockigen Wurzeln und spielten ein sehr gitarrenlastiges Set.

Die Band passten gut zueinander, ohne sich die Show zu stehlen

Sänger Kai Havaii stand im Mittelpunkt des Geschehens, als die fünf Musiker ihre Songs wie „Flieger, grüß mir die Sonne“, „Polizisten“ oder „Kleptomanie“ servierten. Dabei griffen die Musiker tief in die eigenen Archive: Auch die erste Single „Hart wie Marmelade“ war dabei. Ein bisschen schwierig, solche Nummern heute noch unbefangen zu bringen, die Bandmitglieder sind inzwischen schließlich um die Sechzig. Aber sie spielten sich tapfer und mit einer gewissen Härte durch ihr Programm. Und klar, am Ende ihres Seits kam der Extrabreit-Hit schlechthin: „Hurra, hurra, die Schule brennt.“ Fazit: Mit ihrem Punkrock-Set passten Extrabreit gut zu ihren Gastgebern, ohne ihnen aber die Show zu stehlen.

Für Dritte Wahl war es ein Heimspiel

Und dann betraten Dritte Wahl die Bühne, hier ist ihre Heimat, gegründet wurde die Gruppe 1988 in der Schülerspeisung von Rostock-Evershagen. Entsprechend stark war die lokalpatriotische Stimmung, die sie im IGA-Park erwartete. Die Musiker starteten ihr Konzert mit dem Klassiker „Fliegen“ und spielten sich danach durch ein unterhaltsames und rockiges Set, servierten neuere Songs wie „25 Cent“ und auch einen brandneuen Titel namens „Was zur Hölle?“.

Im Laufe des Abend zeigte sich immer mehr, dass für die Band das Rostocker Konzert natürlich ein Nach-Hause-Kommen war, wie man schon an der Ausstattung des Publikums sehen konnte: Dritte-Wahl-Shirts und -Hoodies dominierten die Szenerie. Auch eine ganz besondere Mitsingstimmung machte diesen Abend aus, denn die Verbundenheit von Publikum und Musikern ist bei Dritte Wahl ganz besonders stark. Das zeigte sich bei Songs wie „Dummheit kann man nicht verbieten“, „Zum Licht empor“ oder „Scotty“.

Einerseits Punk-Party, auf der Bühne gab es auch nachdenkliche Töne

Hin und wieder nahm die Band das Tempo aber heraus, Sänger und Gitarrist Gunnar Schröder ließ das Publikum dann an seinen nachdenklichen Momenten teilhaben. Denn besorgt zeigte sich der Frontmann über den Zustand der Erde, aber aus diesen Statements sprach auch eine gewissen Hilflosigkeit. Die Band hat sich immer klar links eingeordnet, daran hat sich nichts geändert. So brachte sie ihre Songs mit eine klaren Haltung über die Bühne. Und mit Zeilen wie „Denn ihr seid so, wie sie wollen, dass ihr seid“ hat sich die Gruppe ohnehin ins ewige Punk-Lexikon eingetragen.

Dritte Wahl spielten straff und hart wie immer. Es war für die Musiker aber auch ein emotionales Heimspiel, für die Fans wurde das Konzert im Laufe des Abends mehr und mehr zu einer Party, denn auch die Bierversorgung war vor Ort gesichert. Und ein bisschen Wehmut war auch dabei, denn für die Gruppe ist es eine gute Tradition geworden, ihre Open-Air-Saison mit einem Konzert im Rostocker IGA-Park zu beenden, aber damit ist eben auch der Sommer vorbei, wie Sänger Gunnar Schröder sagte. Sie kommen wieder, keine Frage.

Von Thorsten Czarkowski

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